{"id":1180,"date":"2016-10-20T17:28:04","date_gmt":"2016-10-20T15:28:04","guid":{"rendered":"https:\/\/www.anskar.de\/?page_id=1180"},"modified":"2016-11-18T18:09:34","modified_gmt":"2016-11-18T17:09:34","slug":"inneres-heilwerden","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/www.anskar.de\/marburg\/inneres-heilwerden\/","title":{"rendered":"Inneres Heilwerden"},"content":{"rendered":"<p>[et_pb_section transparent_background=&#8220;off&#8220; allow_player_pause=&#8220;off&#8220; inner_shadow=&#8220;off&#8220; parallax=&#8220;on&#8220; parallax_method=&#8220;off&#8220; padding_mobile=&#8220;off&#8220; make_fullwidth=&#8220;off&#8220; use_custom_width=&#8220;off&#8220; width_unit=&#8220;on&#8220; custom_width_px=&#8220;1080px&#8220; custom_width_percent=&#8220;80%&#8220; make_equal=&#8220;off&#8220; use_custom_gutter=&#8220;off&#8220; fullwidth=&#8220;on&#8220; specialty=&#8220;off&#8220; admin_label=&#8220;Sektion&#8220; disabled=&#8220;off&#8220;][et_pb_fullwidth_slider show_arrows=&#8220;on&#8220; 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Es bezweifelt nicht die Notwendigkeit der Sache, pl&auml;diert aber f&uuml;r eine wirklich bibelorientierte Schau und Praxis.<\/em><\/p>\n<\/p>\n<p style=\"text-align: left\">Das Thema ist innerhalb der charismatischen Bewegung in den 70er Jahren aufgekommen. Es scheint, dass Agnes Sanford die erste war, die ausf&uuml;hrlicher dar&uuml;ber gelehrt hat. Seitdem hat Innere Heilung &nbsp;im Rahmen der Seelsorge der charismatischen Bewegung ihren Platz, es gibt eine Menge B&uuml;cher dar&uuml;ber. Psychologisch gesehen ist dieses Modell inzwischen &uuml;berholt.<\/p>\n<\/p>\n<h3 style=\"text-align: left\">Vorbemerkungen<\/h3>\n<\/p>\n<ol style=\"text-align: left\">\n<li>Es gibt eine Vielzahl von Theorien, die sich damit besch&auml;ftigen, was Innere Heilung beinhaltet. Es gibt auch entsprechende unterschiedliche Gebetstechniken, wie man dabei vorgehen soll.<\/li>\n<\/ol>\n<ol style=\"text-align: left\" start=\"2\">\n<li>Das Neue Testament &ndash; das mag viele &uuml;berraschen &ndash; gibt keine Hinweise auf das Gebet um Innere Heilung. Dies Thema kommt in dieser Form im Neuen Testament nicht vor.<\/li>\n<\/ol>\n<p style=\"text-align: left\">Diejenigen, die dar&uuml;ber Vortr&auml;ge zu halten hatten, haben manchmal die sog. Antrittspredigt Jesu in Nazaret zum Ausgangspunkt genommen (Lk 4). Dort bezieht sich der Herr auf das Jesajabuch (Jes 61,1&ndash;2). Allerdings wird eine sehr sch&ouml;ne Textpassage bei Jesaja (Jes 61,1: &bdquo;zu heilen, die zerbrochenen Herzens sind&ldquo;) bei Lukas 4 nicht direkt zitiert. Ich behalf mich manchmal damit zu sagen, dass ich Lukas zwar nicht w&ouml;rtlich zitiert habe, aber gleichwohl die Stelle bei Jesaja in dem Text stehe, auf den sich Jesus bei Lukas bezieht. Diese indirekt mitgemeinte Aussage &shy; &bdquo;Heilen, die zerbrochenen Herzens sind&ldquo; &shy; sei nun, so die weitere Argumentation, ein deutlicher Hinweis auf die von Jesus ausge&uuml;bte und damit auch von seiner Kirche auszu&uuml;bende Innere Heilung. Mein Vorschlag ist, dass wir ehrlich sind und die Tatsachen nehmen, wie sie sind: Das Thema Innere Heilung kommt im Neuen Testament so, wie es in der Regel praktiziert wird, &uuml;berhaupt nicht vor.<\/p>\n<\/p>\n<ol style=\"text-align: left\" start=\"3\">\n<li>Als Weiteres kommt hinzu, dass manche von uns mit Innerer Heilung eine psychologisch etwas naive Vorstellung verbunden haben. Sie haben sich in etwa folgendes gedacht: Wenn ein K&ouml;rper heilt, z.B. eine Wunde in der Haut, dann w&auml;chst sie zu. Das ist ein fast automatischer Vorgang. Nun meinten sie, dass ein Heilungsvorgang in der Seele ganz &auml;hnlich ablaufen m&uuml;sste. Dabei gingen sie von der Vorstellung aus, die Seele sei so eine Art innerer K&ouml;rper, vielleicht eher gasf&ouml;rmig oder immateriell. Durch eine &bdquo;innere Verletzung&ldquo; habe die Seele sozusagen &bdquo;Eindr&uuml;ckungen&ldquo; oder &bdquo;Dellen&ldquo; bekommen. Wenn man nun f&uuml;r Innere Heilung bete, dann r&uuml;hre Jesus die Seele an und heile diese Dellen oder Wunden oder Verletzungen. H&auml;tten wir z.B. als Kind etwas Schlimmes erlebt, so w&uuml;rden wir zu Jesus sagen: &bdquo;Lege doch deine Hand auf diese innere Wunde und heile sie.&ldquo;<\/li>\n<\/ol>\n<p style=\"text-align: left\">Aber diese Analogie ist unangemessen. Wir haben uns dabei durch ein Geschehen leiten lassen, das im k&ouml;rperlichen Bereich medizinisch klar zu beschreiben ist, das jedoch nicht auf psychisches Geschehen &uuml;bertragen werden kann. Denn die Psyche ist anders strukturiert als der K&ouml;rper.<\/p>\n<\/p>\n<ol style=\"text-align: left\" start=\"4\">\n<li>Ein Viertes kommt hinzu: Unter der &Uuml;berschrift &bdquo;Lasst uns um Innere Heilung beten&ldquo; kann man den &bdquo;alten Menschen&ldquo; in unguter Weise am Leben erhalten. Man kann sich n&auml;mlich mit dieser Art der Seelsorge st&auml;ndig mit der Vergangenheit eines Menschen besch&auml;ftigen, ohne ihm eine wirksame Hilfe f&uuml;r sein gegenw&auml;rtiges geistliches Leben zu geben.<\/li>\n<\/ol>\n<ol style=\"text-align: left\" start=\"5\">\n<li>Noch ein f&uuml;nfter Punkt erscheint mir wichtig. Die Kultur, in der wir leben, ist eine ausgesprochen wehleidige Kultur. Wir lieben es, uns mit unseren Schmerzen zu befassen.<\/li>\n<\/ol>\n<p style=\"text-align: left\">Schmerzen sind nat&uuml;rlich Teil jedes Lebens. Jeder von uns ist verletzt worden. Das spiegelt sich in unseren Unterhaltungen wider. Wir sagen z.B.: &bdquo;Das hat sehr weh getan.&ldquo; Damit bringen wir zum Ausdruck, dass sogenannte Verwundungen unserer Seele einen ganz wesentlichen Teil unserer Erfahrung ausmachen. Man muss sichjedoch klarmachen, dass in fr&uuml;heren Kulturen die Menschen sich nicht so viel mit sich selber besch&auml;ftigt haben. Darum nahm auch dieses Thema vermutlich nicht einen solchen Raum ein wie heutzutage.<\/p>\n<\/p>\n<p style=\"text-align: left\">Dies alles zusammen hat mich nachdenklich gemacht. Ich denke, wir sollten nicht aufh&ouml;ren, &uuml;ber Innere Heilung zu reden, dies aber in einer biblischen Weise tun.<\/p>\n<\/p>\n<p style=\"text-align: left\">Meine These, die ich im Folgenden n&auml;her entfalten m&ouml;chte, ist im Grunde eine einfache: <span style=\"color: #e02b20\">Innere Heilung ist eine spezielle Form der Bu&szlig;e; Bu&szlig;e aber hei&szlig;t Umkehr. <\/span>Mir geht es nicht darum zu bestreiten, dass Menschen sich verletzt f&uuml;hlen; ich will gar nicht leugnen, dass Menschen sagen, meine Seele tut weh; ich will nicht die Tatsache des inneren Schmerzes bestreiten. Wer das tut, der lebt irgendwo jenseits der Wirklichkeit. Ich m&ouml;chte auf den Boden der Bibel zur&uuml;ckkommen und im Blick auf Innere Heilung die Hilfen, die uns die Bibel gibt, wirklich ernst nehmen.<\/p>\n<\/p>\n<p style=\"text-align: left\">Ich glaube, dass sich von der Bibel her vier Prinzipien ergeben, die den gr&ouml;&szlig;ten Teil dessen kl&auml;ren k&ouml;nnen, was wir &bdquo;innerlich heil werden&ldquo; nennen.<\/p>\n<\/p>\n<h3 style=\"text-align: left\">Vergebung<\/h3>\n<\/p>\n<p style=\"text-align: left\">Das erste Prinzip hei&szlig;t <strong>Vergebung<\/strong>. Bekanntlich gibt es viele Arten inneren Verletztseins. Das reicht von der Verstimmung &uuml;ber ein &Uuml;bersehenwerden beim Verteilen von Aufgaben bis hin zu den psychischen Folgen eines sexuellen Missbrauchtwerdens, das ein neunj&auml;hriges M&auml;dchen erleidet. Oder denken wir an die inneren Verletzungen, die ein in Gefangenschaft Gefolterter ertragen muss. Man war beispielsweise in einem Konzentrationslager der Nazis und hat erlebt, wie andere Menschen maltr&auml;tiert oder get&ouml;tet wurden, hat selber vieles durchgemacht und ist vielleicht gerade eben dem Tode entronnen. Das sind sehr tiefe Leiderfahrungen. Bei der Bew&auml;ltigung dieser und anderer Leiderfahrungen ist die Vergebung von zentraler Bedeutung. <span style=\"color: #e02b20\">Ich sage nicht, dass alle Spuren einer Verletzung sozusagen verschwinden, indem wir vergeben. Ich sage aber, dass Vergeben unabdingbar ist. <\/span>Wenn Menschen f&auml;hig werden, ganz tief zu verzeihen, dann ereignet sich wesentliche Heilung.<\/p>\n<\/p>\n<p style=\"text-align: left\">Wenn ein Mensch, der vielleicht f&uuml;nf Jahre in einem Gef&auml;ngnis war und gefoltert wurde, hungern musste, in Einzelhaft war und in der Dunkelzelle, aus ganzem Herzen sagen kann: ich vergebe meinen Peinigern, ich vergebe den Auftraggebern meiner Peiniger &ndash; dann erlebt dieser Mensch tiefe Innere Heilung. Wenn eine Ehefrau, die von ihrem Mann verpr&uuml;gelt worden ist &ndash; das gibt es leider auch in Deutschland und gar nicht selten &ndash;, wenn Sch&uuml;ler, die einen Lehrer hatten, der sie zynisch &uuml;berforderte, diesem wirklich vergeben, wenn der Lehrling, der nach dem Motto: &bdquo;Lehrjahre sind keine Herrenjahre&ldquo; sehr viel Dem&uuml;tigendes durchmachen mu&szlig;te, vergibt; wenn wir dem vergeben, der uns eben mit brutalen Methoden den Job weggeschnappt hat, dann ist Innere Heilung geschehen.<\/p>\n<\/p>\n<p style=\"text-align: left\">Wir wissen aus dem Evangelium, dass Vergeben wichtig ist. Jesus hat das Vergeben so sehr betont, dass er die J&uuml;nger im Vaterunser ausdr&uuml;cklich lehrt, den Vater zu bitten: &bdquo;Vergib uns unsere Schuld, wie wir unsern Schuldigem vergeben.&ldquo; Jesus macht deutlich, dass, wenn wir nicht verzeihen, Gott uns nicht vergibt. Jede menschliche Gemeinschaft ist eine Gemeinschaft von s&uuml;ndigen Menschen; das gilt &uuml;brigens auch f&uuml;r die Kirche, das gilt f&uuml;r die &bdquo;allerheiligsten&ldquo; Gruppen. Wir Menschen werden unaufh&ouml;rlich aneinander schuldig durch Vergesslichkeit, durch Nachl&auml;ssigkeit, durch Bosheit, durch unbewusste Rache, durch tausenderlei Reden und Handlungen. <span style=\"color: #e02b20\">Wenn wir nicht eine Haltung entwickeln, aus der heraus wir Tag f&uuml;r Tag, Woche f&uuml;r Woche, Monat f&uuml;r Monat, Jahr f&uuml;r Jahr immer wieder neu verzeihen, dann werden wir dauernd mit Verletzungen zu tun haben, die nicht heilen k&ouml;nnen. <\/span>Wir wissen, dass es sich hier um ein biblisches Prinzip handelt. Was ich jetzt betone, ist folgendes: Es ist auch ein Prinzip unserer seelischen Gesundheit. Ein Mensch, der nicht vergibt, wird grollen, er wird bitter sein, er wird z&uuml;rnen, er wird Rachegef&uuml;hle haben, und diese Rachegef&uuml;hle, diese Bitternis, dieser Groll werden ihn negativ beeinflussen, an seiner Gesundheit zehren und einen Teil seiner Kraft wegnehmen, die er dann nicht mehr hat zur Bew&auml;ltigung des Lebens.<\/p>\n<\/p>\n<p style=\"text-align: left\">Es gen&uuml;gt aber nicht, zu sagen: &bdquo;Ja, ja, ich habe vergeben, vergessen wir das&ldquo; &ndash; wir m&uuml;ssen an den Punkt kommen, an dem wir wirklich tief und aufrichtig verzeihen, solange Vergebung &uuml;ben, bis die Bitterkeit verschwunden ist. Die innere Verletzung ist auch dann noch als Erinnerung da, sie hat aber ihren Stachel verloren.<\/p>\n<\/p>\n<p style=\"text-align: left\">Im Grunde d&uuml;rften wir keinen einzigen Tag abschlie&szlig;en, ehe wir uns nicht gefragt haben, wem wir heute vergeben m&uuml;ssten. Wir k&ouml;nnen uns unseren Verletzungen stellen, brauchen sie nicht zu verdr&auml;ngen. Ein Christ ist ja nicht ein Mensch, der &uuml;ber allen Dingen steht und behauptet: &bdquo;Mir macht das nichts aus.&ldquo; Ein Christ ist ein Wesen, das zugibt, dass es verletzlich ist.<\/p>\n<\/p>\n<p style=\"text-align: left\">Wenn Jesus sagt: wir sollen vergeben, dann best&auml;tigt er damit, dass uns Unrecht getan worden ist, sonst h&auml;tte Vergeben keinen Sinn. Dieses geistliche Prinzip, von dem das Neue Testament so viel spricht, ist extrem bedeutsam f&uuml;r den Vorgang Innerer Heilung.<\/p>\n<\/p>\n<p style=\"text-align: left\">Es w&auml;re also verfehlt, zu beten: &bdquo;Jesus komm hinein in diese meine Verletzung und heile sie&ldquo; &ndash; ehe nicht zuvor dem Vergebung gew&auml;hrt wurde, der uns verletzt hat.<\/p>\n<\/p>\n<p style=\"text-align: left\">Wenn wir mit Menschen um Innere Heilung beten, sollten wir sie anleiten, konsequent zu vergeben, und nicht zulassen, dass sie an dieser Stelle sich in Allgemeinheiten fl&uuml;chten: &bdquo;Vergeben ja, vergessen nie.&ldquo; Wir sollten auch nicht anerkennen, dass ein Mensch sagt: &bdquo;Ich kann nicht vergeben.&ldquo; &bdquo;Ich kann nicht vergeben&ldquo; hei&szlig;t: &bdquo;Ich bin zur Zeit nicht bereit zu vergeben.&ldquo; Wenn wir anerkennen, dass wir mit Jesus verbunden sind, dann gibt er uns die Kraft, zu vergeben.<\/p>\n<\/p>\n<p style=\"text-align: left\">Es ist wichtig, dass wir das Vergeben zu einer Sache des Willens machen und nicht in erster Linie zu einer Angelegenheit des Gef&uuml;hls. Wenn Vergeben hie&szlig;e, &bdquo;ein warmes herzliches Gef&uuml;hl dem Anderen gegen&uuml;ber haben&ldquo;, so k&ouml;nnten manche Menschen tats&auml;chlich nie vergeben. Es ist aber gemeint, dass wir einen Willensentschluss fassen. Und den k&ouml;nnen wir, auch wenn unsere Gef&uuml;hle ihm noch nicht folgen k&ouml;nnen, wirklich fassen. Wir k&ouml;nnen sagen: &bdquo;Ich will, so aufrichtig ich es jetzt kann, vergeben.&ldquo;<\/p>\n<\/p>\n<p style=\"text-align: left\">Ich habe oft eine &Uuml;bung benutzt, bei der ich den Leuten sagte: &bdquo;Stellen Sie sich jetzt vor, dass Sie im Geiste auf die Person zugehen, von der Sie verletzt worden sind; schauen Sie sie an und sprechen Sie ihr das Wort der Vergebung zu. Sie k&ouml;nnen das mehrere Tage hintereinander tun, Sie k&ouml;nnen immer wieder zu der Person in Ihrer Fantasie gehen und ihr sagen: &sbquo;Ich m&ouml;chte dich daran erinnern, ich habe dir gestern vergeben&lsquo;, und am n&auml;chsten Tag: ,Ich m&ouml;chte es dir noch einmal sagen: Ich habe dir vorgestern vergeben und ich stehe immer noch dazu.&lsquo;&ldquo; Mit diesen &Uuml;bungen k&ouml;nnen wir uns selber helfen, dass wir ganz aufrichtig sind und es nicht nur mit einem Lippenbekenntnis bewenden lassen. Wichtig ist aber noch etwas anderes: Wir sollten nie in der Realit&auml;t zu einer betreffenden Person gehen und sagen: &bdquo;Ich bin gekommen, um dir zu vergeben.&ldquo;<\/p>\n<\/p>\n<p style=\"text-align: left\">Es k&ouml;nnte durchaus geschehen, dass unser Gegen&uuml;ber erstaunt und ungehalten erwidert: &bdquo;Ich finde es unversch&auml;mt, dass du mir vergeben willst. Ich wei&szlig; gar nicht, wie du darauf kommst, ich habe dir doch nichts getan.&ldquo; Es ist nicht angebracht, dass wir feierlich kommen und sagen, dass wir jemandem vergeben wollen. Wir tun es in unserem Herzen vor Gott, und das ist dann wirksam.<\/p>\n<\/p>\n<p style=\"text-align: left\">Wenn <strong>wir <\/strong>jemanden um Vergebung bitten, dann sollten wir allerdings hingehen oder schreiben oder telefonieren!<\/p>\n<\/p>\n<h3 style=\"text-align: left\">Vertrauen<\/h3>\n<\/p>\n<p style=\"text-align: left\">Das zweite biblische Prinzip hei&szlig;t <strong>Vertrauen<\/strong>.<\/p>\n<\/p>\n<p style=\"text-align: left\">&bdquo;Wir wissen aber, dass denen, die Gott lieben, alle Dinge zum Besten dienen&ldquo; (R&ouml;m 8,28). Gott will immer unser Bestes: Daher k&ouml;nnen wir vertrauen. Vertrauen hei&szlig;t: Nicht sich selbst vertrauen, sondern dem himmlischen Vater vertrauen. Vertrauen ist ein Geschenk des Heiligen Geistes und es ist gleichzeitig ein Gebot: &bdquo;Vertrau mir doch, ich bin der liebende, der f&uuml;rsorgende Vater.&ldquo; Bei vielen Leiderfahrungen spielt ein Problem eine gro&szlig;e Rolle &ndash; die bohrende Frage nach dem &bdquo;Warum?&ldquo;. &bdquo;Warum musste ich dies durchmachen? Warum wird mir das angetan? Warum geht es mir nicht wie dem und dem und jenem?&ldquo; Auf diese bohrenden Fragen gibt es keine intellektuell befriedigende Antwort. Falls wir sie doch zu geben versuchen, nehmen wir Menschen nicht ganz ernst.<\/p>\n<\/p>\n<p style=\"text-align: left\">&bdquo;Warum-Fragen&ldquo; beantwortet uns Gott nicht. Es gibt keine Stelle in der Bibel, an der Gott sagt, dass er sich in seinen Ratschluss hineinsehen l&auml;sst. Im Gegenteil, wir h&ouml;ren: &bdquo;Meine Gedanken sind nicht eure Gedanken, eure Wege sind nicht meine Wege&ldquo; (Jes 55,8). Im R&ouml;merbrief, wo Paulus &uuml;ber das Schicksal Israels spricht, hei&szlig;t es, &bdquo;wie gar unerforschlich sind deine Wege&ldquo; (11, 13). Wir m&uuml;ssen anerkennen, dass Gott uns nicht in seine Gedanken Einblick gew&auml;hrt. Er ist nicht verpflichtet und auch nicht bereit dazu.<\/p>\n<\/p>\n<p style=\"text-align: left\">Das hei&szlig;t, dass unsere Lebensf&uuml;hrung einerseits in seiner Hand liegt: alle Umst&auml;nde unseres Lebens sind von Gott zugelassen; zugelassen &ndash; nicht unbedingt gewollt. <span style=\"color: #e02b20\">Wir m&uuml;ssen unterscheiden zwischen Gottes Willen und seiner Zulassung. <\/span>Gottes Wille ist Liebe, Vers&ouml;hnung, Friede. Gottes Wille hei&szlig;t z.B.: heile Familien. Es ist nicht Gottes Wille, dass ein neunj&auml;hriges M&auml;dchen sexuell missbraucht wird. Gottes Wille ist nicht, dass Menschen in dunklen Gef&auml;ngnissen gefoltert werden. Aber Gott l&auml;sst dieses alles zu.<\/p>\n<\/p>\n<p style=\"text-align: left\">Hier dennoch Gott zu vertrauen bedeutet, dass wir sagen k&ouml;nnen: &bdquo;Herr, ich begreife nicht, warum dies und jenes so ist, warum dies und jenes so war, aber ich glaube, dass du, der Vater der Liebe, auch bei diesen Erfahrungen dabei warst. Ich gebe dir meine Fragen zur&uuml;ck.&ldquo; &bdquo;Wei&szlig; ich den Weg auch nicht, du wei&szlig;t ihn wohl &ndash; das macht das Herze still und friedevoll&ldquo;, hat eine Dichterin des Pietismus gedichtet. Man kann es auch umgekehrt sagen: &bdquo;Ich wei&szlig; nicht, warum das so war &ndash; in meiner Kindheit, mit diesen Eltern, mit unserer Armut, aber ich vertraue dir, dass du dies alles als Teil meines Weges zugelassen hast und dass es auch noch Ausdruck deiner Liebe war.&ldquo;<\/p>\n<\/p>\n<p style=\"text-align: left\">Das ist sicherlich ein schwerer Schritt. Vielleicht mu&szlig; ein Mensch erst viel Unterweisung bekommen und viel f&uuml;r ihn gebetet werden, bis er sagen kann: &bdquo;Mein Gott, ich vertraue dir.&ldquo; Das kann er unter Tr&auml;nen tun, aber tun muss er es.<\/p>\n<\/p>\n<p style=\"text-align: left\">Es kann ein Mann, der seine &uuml;ber alles geliebte Frau in jungen Jahren verliert, z.B. beten: &bdquo;Vater, dies war der wichtigste Mensch in meinem Leben, und du wei&szlig;t, was sie mir bedeutet hat; ich vertraue dir, dass auch hier deine Liebe nicht weggeblickt hat, sondern dass dieses Geschehen von deiner Liebe umschlossen war.&ldquo;<\/p>\n<\/p>\n<p style=\"text-align: left\">Das ist biblische Wahrheit: Gott ist Liebe &ndash; sagt das Neue Testament. Gott ist Liebe. Und er ist es nicht blo&szlig;, wenn die Sonne scheint, wenn wir Erfolg haben und es uns gut geht, sondern er ist es in all seinem Handeln und all seinem Zulassen. Seine gute Hand. ist &uuml;berall dabei. Wir k&ouml;nnen das meist erst nach einem schmerzhaften Geschehen erkennen. Dennoch ist es wichtig, dass wir auch unsere schweren Lebenswege als eine Zulassung der Liebe Gottes begreifen.<\/p>\n<\/p>\n<h3 style=\"text-align: left\">Annehmen<\/h3>\n<\/p>\n<p style=\"text-align: left\">Das dritte biblische Prinzip hei&szlig;t: <strong>Annehmen.<\/strong><\/p>\n<\/p>\n<p style=\"text-align: left\">Es ist n&ouml;tig, dass wir unsere Lebenserfahrungen &ndash; auch die schmerzhaften &ndash; <strong>annehmen. <\/strong>Dies ist wichtig zun&auml;chst aus psychologischen Gr&uuml;nden. Wenn ein Mensch mit seinem Leben oder einem Teil seines Lebens im Dauerkonflikt steht, kann er nicht gesund leben. Zum zweiten ist es notwendig aus dem Grund, den ich eben mit Vertrauen umschrieben habe. Wir m&uuml;ssen dahin gelangen, dass wir unsere Lebensumst&auml;nde, die fr&uuml;heren und die heutigen, annehmen. Tun wir das nicht, so kommt es zu einer unaufh&ouml;rlichen Reibung. Es ist, wie wenn ein Tier an seinen Ketten scheuert, bis das nackte Fleisch erscheint. Gott hat unser Leben so eingerichtet, dass wir immer neu Erfahrungen machen, die schmerzhaft sind. Und das wird so bleiben, bis Jesus wiederkommt.<\/p>\n<\/p>\n<p style=\"text-align: left\">Jesus entl&auml;sst uns nicht aus dieser Welt, sondern er gibt uns Kraft, darin zu leben. Das hei&szlig;t aber auch, dass wir unsere fr&uuml;heren Erfahrungen, zerbrochene Freundschaften, gescheiterte Examina, berufliche Niederlagen, Arbeitslosigkeit usw. zun&auml;chst annehmen. Das ist ein aktiver Vorgang, kein passiver. Es hei&szlig;t nicht, dass wir, wenn eine Freundschaft gescheitert ist, nicht eine neue suchen, es hei&szlig;t nicht, wenn wir eine Arbeit verloren haben, dass wir nicht nach einer neuen suchen sollen &ndash; das meine ich nicht. Sondern dies, dass wir diese Erfahrungen als geschehene akzeptieren. Akzeptieren &ndash; das entlastet. Das hei&szlig;t auch nicht, mit allem einverstanden sein, alles Negative positiv finden, sondern es hei&szlig;t, die Realit&auml;t ungeschminkt so anzunehmen, wie sie ist. Es gibt dazu keine sinnvolle Alternative.<\/p>\n<\/p>\n<p style=\"text-align: left\">Dies bedeutet dann beispielsweise, dass wir unseren leiblichen Vater akzeptieren. Wir k&ouml;nnen etwa sagen: &bdquo;Ja, ich akzeptiere meinen Vater &nbsp;&ndash; auch wenn er bereits tot ist &ndash;, so wie er ist (oder war). Gott hat es offenbar so gef&uuml;gt, zugelassen, erlaubt und in diesem Sinne gewollt, dass er so war und nicht anders. Ich verw&uuml;nsche ihn nicht mehr, ich meide ihn nicht mehr, ich akzeptiere ihn, im Glauben an Gottes G&uuml;te.&ldquo;<\/p>\n<\/p>\n<p style=\"text-align: left\"><span style=\"color: #e02b20\">Wir m&uuml;ssen unsere Vergangenheit und gerade die in ihr erfahrenen inneren Schmerzen irgendwann akzeptieren. <\/span>Falls wir das nicht tun, k&ouml;nnen wir sie nur verdr&auml;ngen, nur isolieren, aber sie werden nicht zu einer bew&auml;ltigten Erfahrung. Dieses Verhalten &middot;des Annehmens gilt durch das ganze Leben hindurch. Unsere Kultur neigt dazu, dass wir Anspruchshaltungen entwickeln. Als Idealfall erwarten wir ein schmerzfreies Leben, wo uns alles Gl&uuml;ck &bdquo;am Fr&uuml;hst&uuml;ckstisch&ldquo; serviert wird: keine Konflikte, keine Probleme. Tritt ein geringer Schmerz auf, so greifen wir in die Schublade und holen eine von 27 Pillen heraus: Pille rein, Schmerz raus. Frust erscheint als etwas Schlimmes. Aber wieso sollen wir nicht frustriert werden? Wo in aller Welt steht geschrieben, dass Menschen keinen Frust erleben d&uuml;rfen? Wo ist uns ein Leben ohne Entt&auml;uschung zugesichert? Es sind typische Merkmale unserer Kultur, dass wir derart denken.<\/p>\n<\/p>\n<p style=\"text-align: left\">Dieses Annehmen bezieht sich aber auch auf unsere Gegenwart. <span style=\"color: #e02b20\">Wir verletzen uns <\/span>n&auml;mlich <span style=\"color: #e02b20\">allergr&ouml;&szlig;tenteils selbst immer neu, indem wir uns sagen, etwas sei unertr&auml;glich<\/span>, entsetzlich, man k&ouml;nne uns das nicht zumuten usw. Das hei&szlig;t, wir reagieren innerlich mit Zorn. Dieser Zorn verletzt uns, wir verletzen uns damit. Uns sind jedoch durch Gottes Wort keine Privilegien zugesprochen worden, sondern das Leben nach dem S&uuml;ndenfall mit all seinen Folgen &ndash; nachzulesen in 1Mose, Kapitel 3: ein Leben, in dem Kinder unter Schmerzen geboren werden, in dem M&auml;nner ihre Frauen nicht genug ehren und umgekehrt, das gepr&auml;gt ist durch immerw&auml;hrende Konflikte. Doch ein wesentlicher Teil dessen, was Jesus uns schenkt, ist eine neue F&auml;higkeit, die Wirklichkeit zu akzeptieren. Das hei&szlig;t mit einem nicht sehr sch&ouml;nen Wort: Frustrationstoleranz. Soweit das dritte Prinzip.<\/p>\n<\/p>\n<h3 style=\"text-align: left\">Zur&uuml;ckweisen<\/h3>\n<\/p>\n<p style=\"text-align: left\">Das vierte biblische Prinzip hei&szlig;t: <strong>Zur&uuml;ckweisen<\/strong>.<\/p>\n<\/p>\n<p style=\"text-align: left\">In der Bibel spielen die Gef&uuml;hle eine sehr untergeordnete, aber die Gedanken eine sehr gro&szlig;e Rolle. Alle Versuchungen treten auf in Form von Gedanken oder Bildern. So &auml;u&szlig;ert die Schlange im Paradies Gedanken (&bdquo;Sollte Gott gesagt haben?&ldquo;).<\/p>\n<\/p>\n<p style=\"text-align: left\">Diese Gedanken macht sich Eva zu Eigen, dann kommen ihre Gef&uuml;hle hinterher; sie sah den Baum an und fand, es sei eine Lust, von ihm zu essen. Am Anfang stehen die Gedanken, die S&auml;tze; wir sagen heute: die Kognitionen. Als Jesus in der W&uuml;ste ist, tritt Satan an ihn heran &ndash; die Versuchung tritt an ihn heran &ndash;, und die Versuchung kommt in Form von Gedanken: &bdquo;Mach aus Steinen Brot, spring von der Zinne des Tempels herunter, bete mich an.&ldquo; Und Jesus weist sie zur&uuml;ck, wiederum mit Gedanken, mit S&auml;tzen, mit Worten: &bdquo;Hinweg, Satan!&ldquo; Er erwidert mit dem Wort der Bibel.<\/p>\n<\/p>\n<p style=\"text-align: left\">Die christliche Tradition, besonders die der Ostkirche, hat dies betont, dass die Versuchung in der Form von Gedanken kommt. Auch heute noch kommen alle unsere Versuchungen in der Form von Gedanken und nicht einfach, wie h&auml;ufig vermutet wird, &uuml;ber den K&ouml;rper, die Gef&uuml;hle.<\/p>\n<\/p>\n<p style=\"text-align: left\">Das gilt z.B. auch f&uuml;r das Gebiet der Sexualit&auml;t. Es ist nicht so, dass unser K&ouml;rper uns zwingt, gewisse Dinge zu tun, sondern Sexualit&auml;t spielt sich zumindesten zu 80% im Kopf ab, der Rest ist k&ouml;rperliche Reaktion. Das wird von einem Gro&szlig;teil der Psychologen bestritten. Die von vielen vertretene Triebtheorie, die hydraulische Theorie von Freud, ist jedoch anthropologisch nicht haltbar. Es gibt keine Beweise daf&uuml;r, dass die menschlichen Triebimpulse sich gleichsam wie hei&szlig;er Dampf entladen m&uuml;ssen. Der Mensch hat zwar auch Instinkte, aber diese sind kulturell &uuml;berformt und m&uuml;ssen geistig verantwortet werden. Ein Hungergef&uuml;hl z.B. stellt sich ein, das ist sozusagen die Triebdimension, aber wie wir damit umgehen, das ist uns &uuml;berlassen; kein Hungergef&uuml;hl kann uns zwingen, einen gro&szlig;en &bdquo;Berg&ldquo; zu verschlingen und hinterher zu st&ouml;hnen, dass wir ein bisschen angesetzt haben. Wir k&ouml;nnen Nein sagen. Es gibt Beispiele daf&uuml;r, wie Leute sich enorm in der Kontrolle haben, etwa vor Wettk&auml;mpfen oder weil sie ihrem Partner gefallen wollen. Sie bringen die gr&ouml;&szlig;ten &bdquo;Opfer&ldquo; &ndash; so nennen sie das &ndash;, d.h., sie treffen eine Entscheidung, dass ihnen ihre Gesundheit oder ihre schlanke Figur wichtiger ist als der Appetit.<\/p>\n<\/p>\n<p style=\"text-align: left\">Versuchungen, das ist meine These, treten in der Form von Gedanken auf und wir k&ouml;nnen sie zur&uuml;ckweisen.<\/p>\n<\/p>\n<h3 style=\"text-align: left\">Innere Eide<\/h3>\n<\/p>\n<p style=\"text-align: left\">Ich m&ouml;chte das nun auf einen Punkt zuspitzen, n&auml;mlich auf ein Ph&auml;nomen, das ich &bdquo;innere Schw&uuml;re&ldquo; nenne. Wenn wir Verletzungen erleben, dann passiert es leicht, dass wir innerlich einen Eid ablegen. Wenn beispielsweise unser Vertrauen missbraucht wird, sagen wir zu uns selbst: &bdquo;Nie mehr werde ich einem Menschen mein Inneres &ouml;ffnen. Ich habe doch erlebt, wie ich dann ausgelacht wurde oder wie man meine Schw&auml;che ausgen&uuml;tzt hat.&ldquo; Ich pers&ouml;nlich denke z.B., dass es in der Politik in unserem Land ein ungeschreibenes Gesetz gibt, nach dem sich nahezu alle Politiker richten. Es hei&szlig;t: Gib niemals zu, dass du geirrt hast. Sag lieber, du seist missverstanden worden. Denn gibst du zu, dass du geirrt hast oder schwach warst, werden sie ihre Messer in diese Stelle sto&szlig;en. Das ist ein abgekartetes Spiel, das eigentlich ziemlich viel Kraft kostet. Aber wir machen Fehler, also k&ouml;nnten wir es eigentlich auch zugeben. Oder das neunj&auml;hrige M&auml;dchen, das ich bereits mehrfach erw&auml;hnte, schw&ouml;rt innerlich: &bdquo;Lass dich nicht auf M&auml;nner ein. Denn die M&auml;nner sind Schweine, die immer nur das eine im Sinn haben. Sexualit&auml;t ist schmutzig.&ldquo; Das ist nat&uuml;rlich falsch, das sagt uns die Bibel nicht, das sagt uns auch nicht die unbefangene &nbsp;Wahrnehmung, aber dieser Mensch glaubt es ganz tief. Oder Menschen, die eine gewisse Ablehnung erlebt haben in fr&uuml;hen Jahren, laufen herum mit dem Empfinden, dass sie von allen abgelehnt werden. Wir verletzen uns durch solche inneren Festlegungen, Einstellungen oder Schw&uuml;re unaufh&ouml;rlich selbst von neuem. Solche Menschen haben das Bewusstsein, sie seien eine einzige innere Wunde. Die Wahrheit ist, dass sie sich st&auml;ndig selber wieder verletzen, z.B., weil sie sich nicht &ouml;ffnen k&ouml;nnen vor andern. Sie haben es sich selber geschworen, sie w&uuml;rden sich nie &ouml;ffnen und stattdessen lieber hinter einer Maske leben; sie sind ganz einsam und leiden st&auml;ndig. Jetzt k&ouml;nnte man nat&uuml;rlich beten: &bdquo;O Jesus, komm in mein Leben und heile meine Gef&uuml;hle der Einsamkeit.&ldquo; Das ist nur nicht sehr ergiebig. Denn der Mensch m&uuml;sste anfangen, &nbsp;offen zu sein, sich anzuvertrauen, Risiken einzugehen, dann w&uuml;rde er auch wieder Kontakt zu Menschen haben. Was ich hier beschreibe, hei&szlig;t biblisch &bdquo;Erneuerung des Denkens&#8220; &shy; <em>anakeiosis tou noos &ndash; <\/em>(R&ouml;m 12,2). Gemeint ist, dass wir unser Denken von dem her bestimmen lassen, was Gott uns sagt. Die Folge davon ist, dass wir die alten Schw&uuml;re widerrufen, z.B. diese innere Sicht, dass Gott so ist wie mein liebloser Vater war.<\/p>\n<\/p>\n<h3 style=\"text-align: left\">In Christus neu<\/h3>\n<\/p>\n<p style=\"text-align: left\">Ich sprach von vier biblischen Prinzipien, die es zu beachten gilt, wenn man innere Heilung erleben will. Sie alle gelten von einer Voraussetzung her, die ich besonders betonen m&ouml;chte: Das Praktizieren der genannten vier biblischen Prinzipien geschieht unter der Voraussetzung, dass Christen eine neue Kreatur in Jesus Christus sind. Sie sind versetzt in Jesus Christus durch die Taufe und den Glauben, durch den Glauben und die Taufe, und sie sind nicht mehr Sklaven ihres alten Lebens. Ohne die Grundlage wird das Gebet um Innere Heilung zu einer Methode, die dazu dienen kann, den alten Menschen zu p&auml;ppeln, sich fortw&auml;hrend mit dem zu besch&auml;ftigen, was war, bevor wir unser Leben in Jesus Christus fanden.<\/p>\n<\/p>\n<p style=\"text-align: left\">Das aber bringt uns keine durchgreifende Hilfe. Alle genannten vier Prinzipien k&ouml;nnen wir ja nur leben, weil wir in Christus Jesus sind, d.h. seine Zuneigung, seine Kr&auml;fte haben. Zwar glaube ich, dass wir nach wie vor die Schmerzen von Menschen ernst nehmen m&uuml;ssen, dass wir aber im Bereich der Inneren Heilung nur weiter kommen, wenn wir diese biblischen Prinzipien beachten und nicht mehr so freih&auml;ndig von Innerer Heilung reden, wie es oft geschehen ist.<\/p>\n<\/p>\n<p style=\"text-align: left\"><em>Zuerst erschienen in: Geistliche Gemeinde-Erneuerung in der evangelischen Kirche, Rundbrief 28, Juni 1988, S. 16-23. &Uuml;berarbeitung 2016<\/em><\/p>\n<p>[\/et_pb_text][\/et_pb_column][\/et_pb_row][\/et_pb_section][et_pb_section transparent_background=&#8220;off&#8220; allow_player_pause=&#8220;off&#8220; inner_shadow=&#8220;off&#8220; parallax=&#8220;off&#8220; parallax_method=&#8220;on&#8220; padding_mobile=&#8220;off&#8220; make_fullwidth=&#8220;off&#8220; use_custom_width=&#8220;off&#8220; width_unit=&#8220;off&#8220; custom_width_px=&#8220;1080px&#8220; custom_width_percent=&#8220;80%&#8220; make_equal=&#8220;off&#8220; use_custom_gutter=&#8220;off&#8220; 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