{"id":615,"date":"2016-06-15T10:47:41","date_gmt":"2016-06-15T08:47:41","guid":{"rendered":"https:\/\/www.anskar.de\/?post_type=project&#038;p=615"},"modified":"2016-10-20T10:53:27","modified_gmt":"2016-10-20T08:53:27","slug":"heiliger-geist","status":"publish","type":"project","link":"https:\/\/www.anskar.de\/marburg\/project\/heiliger-geist\/","title":{"rendered":"Heiliger Geist"},"content":{"rendered":"<p>[et_pb_section transparent_background=&#8220;off&#8220; allow_player_pause=&#8220;off&#8220; inner_shadow=&#8220;off&#8220; parallax=&#8220;on&#8220; parallax_method=&#8220;off&#8220; padding_mobile=&#8220;off&#8220; make_fullwidth=&#8220;off&#8220; use_custom_width=&#8220;off&#8220; width_unit=&#8220;on&#8220; custom_width_px=&#8220;1080px&#8220; custom_width_percent=&#8220;80%&#8220; make_equal=&#8220;off&#8220; use_custom_gutter=&#8220;off&#8220; fullwidth=&#8220;on&#8220; specialty=&#8220;off&#8220; admin_label=&#8220;Sektion&#8220; disabled=&#8220;off&#8220;][et_pb_fullwidth_slider show_arrows=&#8220;on&#8220; show_pagination=&#8220;on&#8220; auto=&#8220;off&#8220; auto_speed=&#8220;7000&#8243; auto_ignore_hover=&#8220;off&#8220; parallax=&#8220;on&#8220; parallax_method=&#8220;off&#8220; remove_inner_shadow=&#8220;off&#8220; background_position=&#8220;default&#8220; background_size=&#8220;default&#8220; hide_content_on_mobile=&#8220;off&#8220; hide_cta_on_mobile=&#8220;off&#8220; show_image_video_mobile=&#8220;off&#8220; admin_label=&#8220;Vollbreiter Slider&#8220; header_font_size=&#8220;58&#8243; header_font_size_last_edited=&#8220;on|&#8220; custom_button=&#8220;off&#8220; button_text_size=&#8220;20&#8243; button_letter_spacing=&#8220;0&#8243; button_use_icon=&#8220;default&#8220; button_icon_placement=&#8220;right&#8220; button_on_hover=&#8220;on&#8220; button_letter_spacing_hover=&#8220;0&#8243; disabled=&#8220;off&#8220;][et_pb_slide heading=&#8220;Medien | Heiliger Geist&#8220; button_link=&#8220;#&#8220; background_image=&#8220;https:\/\/www.anskar.de\/wp-content\/uploads\/2016\/06\/Heiliger-Geist-v2_02.jpg&#8220; background_position=&#8220;bottom_center&#8220; background_size=&#8220;cover&#8220; background_color=&#8220;#ffffff&#8220; use_bg_overlay=&#8220;off&#8220; use_text_overlay=&#8220;off&#8220; alignment=&#8220;center&#8220; background_layout=&#8220;dark&#8220; allow_player_pause=&#8220;off&#8220; text_border_radius=&#8220;3&#8243; header_font=&#8220;||||&#8220; header_font_size=&#8220;57&#8243; header_font_size_tablet=&#8220;42&#8243; header_font_size_phone=&#8220;43&#8243; header_font_size_last_edited=&#8220;on|desktop&#8220; body_font=&#8220;||||&#8220; custom_button=&#8220;off&#8220; button_font=&#8220;||||&#8220; button_use_icon=&#8220;default&#8220; button_icon_placement=&#8220;right&#8220; button_on_hover=&#8220;on&#8220; disabled=&#8220;off&#8220;] [\/et_pb_slide][\/et_pb_fullwidth_slider][\/et_pb_section][et_pb_section transparent_background=&#8220;off&#8220; allow_player_pause=&#8220;off&#8220; inner_shadow=&#8220;off&#8220; parallax=&#8220;off&#8220; parallax_method=&#8220;on&#8220; padding_mobile=&#8220;off&#8220; make_fullwidth=&#8220;off&#8220; use_custom_width=&#8220;off&#8220; width_unit=&#8220;off&#8220; custom_width_px=&#8220;1080px&#8220; custom_width_percent=&#8220;80%&#8220; make_equal=&#8220;off&#8220; use_custom_gutter=&#8220;off&#8220; fullwidth=&#8220;off&#8220; specialty=&#8220;off&#8220; admin_label=&#8220;Sektion&#8220; disabled=&#8220;off&#8220;][et_pb_row make_fullwidth=&#8220;off&#8220; use_custom_width=&#8220;off&#8220; width_unit=&#8220;off&#8220; custom_width_px=&#8220;1080px&#8220; custom_width_percent=&#8220;80%&#8220; use_custom_gutter=&#8220;off&#8220; gutter_width=&#8220;3&#8243; padding_mobile=&#8220;off&#8220; allow_player_pause=&#8220;off&#8220; parallax=&#8220;off&#8220; parallax_method=&#8220;on&#8220; make_equal=&#8220;off&#8220; column_padding_mobile=&#8220;on&#8220; parallax_1=&#8220;off&#8220; parallax_method_1=&#8220;on&#8220; parallax_2=&#8220;off&#8220; parallax_method_2=&#8220;on&#8220; parallax_3=&#8220;off&#8220; parallax_method_3=&#8220;on&#8220; parallax_4=&#8220;off&#8220; parallax_method_4=&#8220;on&#8220; admin_label=&#8220;Zeile&#8220; disabled=&#8220;off&#8220;][et_pb_column type=&#8220;4_4&#8243; disabled=&#8220;off&#8220; parallax=&#8220;off&#8220; parallax_method=&#8220;on&#8220; column_padding_mobile=&#8220;on&#8220;][et_pb_text background_layout=&#8220;light&#8220; text_orientation=&#8220;center&#8220; admin_label=&#8220;Text&#8220; use_border_color=&#8220;off&#8220; border_style=&#8220;solid&#8220; disabled=&#8220;off&#8220;]<\/p>\n<p style=\"text-align: left\"><strong>Wolfram Kopfermann<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: left\">\n<h2 style=\"text-align: left\">Das Wirken des Heiligen Geistes: Wort und Kraft<\/h2>\n<p style=\"text-align: left\">\n<p style=\"text-align: left\">&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: left\">\n<ol style=\"text-align: left\">\n<li>Der Gott der Bibel offenbart sich durch sein Wort. Dies gilt bereits f\u00fcr die Erzv\u00e4ter (vgl. 1 Mose 12ff.) und f\u00fcr die Mosezeit (vgl. 2 Mose 3-4; 2 Mose 6). Nirgends hat allerdings das Ergehen des Gotteswortes eine so grundlegende Bedeutung im AT wie bei den Propheten, die ihre Botschaft oft mit den Worten &#8222;So spricht der Herr&#8220; einleiten. Sie erfahren Gott fast ausschlie\u00dflich im Wort (Amos 3,8; Jeremia 1,9; 15,19; 18,18; 23,28-29; 28,13 u.\u00f6.). Niemals sehen sie Bilder, ohne dass Gott ihnen deren Deutung im Wort schenkt (keine Vision ohne Audition). Andere Offenbarungsweisen wie der Traum verlieren an Bedeutung oder werden vom Wort her kritisiert (Jeremia 23,28 ff; vgl. 4 Mose 12,6-8; 5 Mose 13). Was schon f\u00fcr das AT gilt, ist erst recht f\u00fcr das NT wahr. Auch wenn Jesu Wirken nicht denkbar ist ohne seine Zeichen und Wunder, so steht im innersten Zentrum seines offenbarenden Handelns das Wort. Entsprechendes muss von dem Wirken der nach\u00f6sterlichen Gemeinde gesagt werden.<\/li>\n<li>Der Vater Jesu Christi handelt generell durch sein wirksames Wort (1 Mose 1; Psalm 33,9; Psalm 107,20; Joh 1,3: 2 Kor 4,6; Hebr 4,12-13; 11,3; 1 Petrus 1,23; Jakobus 1,18).<\/li>\n<li>Im NT wird nicht nur bezeugt, dass Jesus Christus das Wort Gottes sprach bzw. spricht, sondern dass er in Person Gottes Wort ist (Joh 1,14; Hehr 1,2).<\/li>\n<li>Der Ausdruck &#8222;Wort Gottes&#8220; bzw. &#8222;das Wort&#8220; bezieht sich im NT aber nicht nur auf bestimmte S\u00e4tze, die Gott gesprochen bat, auch nicht nur auf Jesus als Person, sondern auch auf die Verk\u00fcndigung Jesu bzw. der Apostel (Markus 2,2; 4,14-20.33; Lukas 5,1; 8,11; 11,28; Apg 4,4; 4,31; 6,2; 6,4; 6,7; 8,4; 8,14; 10,44; 1r,1; 11,19; 13,5; 13,7; 13,44; 13,46; 16,32; 17,11; 18,5; 18,11; 19,20; 20,7). &#8211;<\/li>\n<li>Der Heilige Geist ist beides, Person und Kraft, d.h. wirkende Macht. Diese Macht wirkt nicht neben dem Wort oder zus\u00e4tzlich zum Wort oder in Erg\u00e4nzung zum Wort oder vor dem Wort oder nach ihm, sondern im Wort bzw. durch das Wort.<\/li>\n<li>Das Wort Gottes ist in sich selber geisterf\u00fcllt, geistgeladen (Jesaja 55,10-11;Joh 6,63; R\u00f6m 1,16; 1 Kor 1,18). Wer sich ihm aussetzt, bekommt es folglich mit dem Heiligen Geist zu tun.<\/li>\n<li>Obwohl das Wort Gottes in sich selber geisterf\u00fcllt ist, sind wir berechtigt, ja, werden wir eingeladen zu bitten, dass Gott es uns durch den Heiligen Geist erschlie\u00dft (Eph 1,17-18 u.\u00f6.).<\/li>\n<li>Indem wir um den Heiligen Geist beten, bitten wir darum, dass uns das Wort &#8222;einleuchtet&#8220; und seine Wirkung an uns aus\u00fcbt. Indem wir um &#8222;mehr vom Heiligen Geist&#8220; beten, bitten wir darum, dass das Wort schneller, tiefer und umfassender an und in Menschen wirkt.<\/li>\n<li>Der Heilige Geist lenkt unsere Aufmerksamkeit niemals auf sich selber. Er richtet unsere Blicke, d.h. unser gl\u00e4ubiges Interesse, auf Jesus Christus, wie er uns im Wort begegnet (Joh 14,26; 15,26; 16,14).<\/li>\n<li>Der Heilige Geist kommuniziert nicht mit unserer Seele oder unserem K\u00f6rper, sondern mit unserem Geist (R\u00f6mer 8,16; 1 Kor 2,9-16), er ist nicht in unsere Seele oder unseren Leib, sondern in unsere Herzen gesandt (Gal 4,6).<\/li>\n<li>Das Wirken des Heiligen Geistes kann von k\u00f6rperlichen Empfindungen und Erlebnissen begleitet sein (W\u00e4rme, Leichtigkeit, zu Boden st\u00fcrzen, Lachen, Weinen etc.). Auf diese Weise wird klar, dass der Mensch ein Ganzes (Geist, Seele und Leib) ist und dass sich das &#8222;Innere&#8220; schlie\u00dflich im &#8222;\u00c4u\u00dferen&#8220; ausdr\u00fccken muss.<\/li>\n<li>Der R\u00fcckschluss von intensiven k\u00f6rperlichen Erlebnissen auf ein intensives Wirken des Heiligen Geistes ist unbiblisch. K\u00f6rperliche Erlebnisse sind in sich selber mehrdeutig. Gottgeschenkte Vollmacht (&#8222;Salbung&#8220;) l\u00e4sst sich nicht eindeutig &#8222;sp\u00fcren&#8220;, aufgrund einer bestimmten Atmosph\u00e4re erkennen oder an k\u00f6rperlichen Ph\u00e4nomenen ablesen. Sie hat nur ein Kriterium: dass tats\u00e4chlich im Leben von Menschen geschieht, was Gott will.<\/li>\n<\/ol>\n<p style=\"text-align: left\">\n<p style=\"text-align: left\">13 .Das NT ist nirgends an Erlebnissen mit dem Heiligen Geist, es ist durchg\u00e4ngig an den wahrnehmbaren Auswirkungen seines Handelns interessiert. Wir m\u00fcssen scharf unterscheiden zwischen den (biblisch klar bezeugten) Manifestationen des Heiligen Geistes und den (biblisch nicht bezeugten, aber m\u00f6glichen)&nbsp; k\u00f6rperlichen Begleitph\u00e4nomenen seines Wirkens.<\/p>\n<p style=\"text-align: left\">\n<ol start=\"14\" style=\"text-align: left\">\n<li>K\u00f6rperliche Erlebnisse sind kein Selbstzweck. K\u00f6rperliche Begleitph\u00e4nomene des Geistwirkens generell ausschlie\u00dfen zu wollen oder sie grunds\u00e4tzlich zu verteufeln, ist eine Form der Angst vor dem Heiligen Geist, also Unglaube.<\/li>\n<\/ol>\n<p style=\"text-align: left\">\n<p style=\"text-align: left\">Februar 1995<\/p>\n<p style=\"text-align: left\">\n<p style=\"text-align: left\">&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: left\">\n<p style=\"text-align: left\">Wolfram Kopfermann<\/p>\n<p style=\"text-align: left\">\n<h2 style=\"text-align: left\">Frucht und Gaben des Heiligen Geistes<\/h2>\n<p style=\"text-align: left\">\n<div class=\"entry-content\" style=\"text-align: left\">\n<p>Das Neue Testament bezeugt, dass der Heilige Geist eine Vielzahl von Wir\u00adkungen in der Gemeinde hervorbringt. Innerhalb dieser F\u00fclle finden heute die \u201eGaben\u201c und die \u201eFr\u00fcchte\u201c des Geistes immer neu Beachtung. In dem folgenden Beitrag m\u00f6chte ich die Gemeinsamkeiten und die Unterschie\u00adde zwischen beiden geistlichen Mani\u00adfestationen bedenken.<\/p>\n<p>Zun\u00e4chst zur begrifflichen Kl\u00e4rung. Als Frucht des Geistes (Gal 5,22) bezeichnen wir das Ganze der Erneue\u00adrung des Verhaltens, die der Heilige Geist im Leben des einzelnen bewirkt. Sie ist dem Bereich der pers\u00f6nlichen Heiligung zugeordnet.<strong> Als Gabe des Geistes (Charisma) bezeichnen wir je\u00adde gottgegebene Bef\u00e4higung, sofern sie durch den Geist Jesu Christi der Selbstverf\u00fcgung entnommen und in den Dienst der Gemeinde gestellt worden ist.<sup>1)<\/sup><\/strong> Wir sind \u00fcberzeugt, dass eine engere begriffliche Fassung dem Neuen Testament nicht gerecht wird, dass aber umgekehrt viel beachtete Charismen wie Lehre, Leitung, Prophetie, Glossolalie, Krankenheilung sich dieser Begriffskl\u00e4rung gut ein\u00adf\u00fcgen.<\/p>\n<p><strong>I Gemeinsamkeiten<\/strong><\/p>\n<p><em>1. Frucht und Gaben des Geistes sind gleich urspr\u00fcnglich<br \/>\n<\/em>Damit ist gemeint: Nach dem Neuen Testament baut weder die Frucht des Geistes, also die \u201echarakterliche\u201c Lebenserneuerung, auf dem Vorhanden sein von Charismen auf, noch k\u00f6nnen Charismen erst verliehen werden, wenn vorher Frucht des Geistes sichtbar geworden ist. Vielmehr weist alles daraufhin, dass in urchristlicher Zeit von Anfang an Frucht und Gaben des Geistes nebeneinander in der Ge\u00ad meinde wuchsen. Beide Manifestationen sind nach den vorliegenden Texten den Christen bereits f\u00fcr den Anfang ihres Glaubenslebens zugedacht, bei\u00adde sollen sich danach organisch ent\u00adfalten. Sie wachsen aus einer ge\u00admeinsamen Wurzel, dem Leben im Hei\u00adligen Geist, stellen aber unterschied\u00adliche \u201e\u00c4ste\u201c dar. Noch einmal: Keines von beiden ist auf das andere zur\u00fcckzuf\u00fchren. So ist es auch exegetisch schlechthin falsch, wenn immer wieder behauptet wird, die h\u00f6chste Gnaden\u00adgabe sei nach Paulus die Liebe. Der Apostel hat die Liebe niemals als Charisma bezeichnet.<\/p>\n<p><em>&nbsp;2. Frucht und Gaben des Geistes sind gleich wesentlich<br \/>\n<\/em>Gemeint ist: Das Neue Testament be\u00adzeugt den dringlichen Willen Gottes, beiden Wirkungen des Heiligen Geistes in der Gemeinde Raum zu verschaffen. Keine wird der anderen in dieser Hin\u00adsicht nachgeordnet.<\/p>\n<p>Gott legt Wert darauf, Frucht des Geistes im Leben der Gemeindeglieder zu entdecken! Die Frucht des Geistes (Gal 5,22) ist Auswirkung des Wan\u00addels im Geist (Gal 5,16), zu dem in apostolischer Autorit\u00e4t ermahnt wird. Wollten die Christen statt im Geist \u201eim Fleisch\u201c wandeln, so dass sie die \u201eWerke des Fleisches\u201c (Gal 5,19) hervorbr\u00e4chten, so g\u00e4lte ihnen die Ge\u00adrichtsank\u00fcndigung, dass die, die solches tun, das Reich Gottes nicht ererben werden (Gal 5,21). Es geht bei der Frucht des Geistes also nicht um etwas Beliebiges, son\u00addern um jene Heiligung, ohne die nie\u00admand den Herrn schauen wird (Hebr 12,1-4).<\/p>\n<p>Aber auch bei den Gaben des Geistes haben wir es keineswegs mit blo\u00dfen M\u00f6glichkeiten zu tun. Das wird u.a. daran deutlich, dass Paulus in 1Kor 12,28 zu Beginn eines Charismenkataloges, der vom Aposteldienst bis zum Charisma der Hilfeleistungen reicht, erkl\u00e4rt, Gott habe dies alles nicht nur in Korinth, sondern in der Kirche \u201eeingesetzt\u201c (dasselbe griechische Verb steht in 1Kor 12,18). Gott will den Dienst der Charismen innerhalb des Leibes Christi!<\/p>\n<p><em>3. Frucht und Gaben des Geistes sind Geschenk und Aufgabe zugleich<\/em><br \/>\nDass es sich bei beiden um g\u00f6ttliche Geschenke handelt, ergibt sich be\u00adreits aus dem Sprachgebrauch. Aus\u00addr\u00fccklich stellt Paulus in Galater 5 den \u201eWerken des Fleisches\u201c, die wir voll\u00adbringen, die \u201eFrucht\u201c des Geistes gegen\u00fcber, die also durch Gott in uns gewirkt wird. \u00c4hnlich, wenn es um die Gaben des Geistes geht: Der Be\u00adgriff \u201cCharisma\u201d geht auf das Grund\u00adwort <em>charis<\/em> = Gnade zur\u00fcck, und Gna\u00adde meint ja Gottes Handeln f\u00fcr und an uns.<\/p>\n<p>Dieser eindeutige Befund schlie\u00dft jedoch nicht aus, dass es zugleich in unsere Verantwortung gestellt wird, nach der Frucht und den Gaben des Geistes zu trachten.<\/p>\n<p>Zun\u00e4chst wieder zur Frucht des Geistes. Wir hatten bereits unter I.2 gesehen, dass sie in Galater 5 als Auswirkung eines Wandels im Geist begegnet, zu dem sehr nachdr\u00fccklich aufgefordert wird. So erscheint etwa die Liebe einerseits als Frucht des Geistes, andererseits als Inhalt geistlicher Ermahnung, z .B. R\u00f6mer 13 ,9. Hier ist der Sachverhalt klar.<\/p>\n<p>Gr\u00f6\u00dfere Schwierigkeiten bereitet die Frage, wie weit das Vorhandensein von Charismen ebenfalls in unsere Verantwortung gestellt ist. H\u00e4ufig begeg\u00adnet man der Meinung, an dieser Stelle schenke Gott, wann und wie er es wolle; es sei geradezu anma\u00dfend, nach bestimm\u00adten Charismen zu streben. Woher wisse man denn, was Gott vorhabe? Im Extremfall gilt das Streben nach Charismen als Flucht vor der Niedrigkeit des Kreuzes Jesu Christi.<\/p>\n<p>Pr\u00fcfen wir diese Behauptung am Neuen Testament, so ergibt sich ein wesentlich anderer Befund. Das verdeutlicht insbesondere der 1. Korintherbrief. Im Einleitungskapitel attestiert Paulus den Korinthern, sie h\u00e4tten keinen Mangel an irgendeinem Charisma. (1,7). Dieser selben Gemeinde schreibt Paulus, sie solle um die Geistesgaben eifern. Der griechische Wortstamm, der an die\u00adser Stelle begegnet, ist uns aus dem Fremdwort \u201eZelot\u201c bekannt. Er hat hier die Bedeutung \u201eeifrig streben, sich eifrig bem\u00fchen\u201c (Walter Bauer, W\u00f6rterbuch s.v.). Der bekannte Exeget Heinrich Schlier betont: \u201eEine Kirche ohne Charismen ist f\u00fcr Paulus eine ar\u00adme Kirche. Man soll vielmehr um die Geistesgaben \u201aeifern\u2018. Viermal mahnt der Apostel, selbst angesichts der durch ihren Enthusiasmus bedrohten Ge\u00admeinde in Korinth, zu diesem Eifern, 1Kor 14,39; 12,31; 14,1.12. Es sei wenigstens eine Stelle zitiert:<\/p>\n<blockquote>\n<p>\u201eSo sollt auch ihr, da ihr um den Geist eifert, darum bem\u00fcht sein, davon \u00fcber\u00adzustr\u00f6men zur Erbauung der Kirche.\u201c<br \/>\n1Korinther 14,12<\/p>\n<\/blockquote>\n<p>Zu diesem Eifern geh\u00f6rt auch und gewiss nicht zuletzt das Ge\u00adbet um die Geistesgaben, vgl. 1Korinther 14,13.\u201c<sup>2)<\/sup><\/p>\n<p>Noch einmal: Paulus stellt die Mit\u00adverantwortung der Gemeindeglieder f\u00fcr das Vorhandensein von Charismen heraus, indem er dazu auffordert, nach ihnen zu eifern. Er leitet die Korinther (1Kor 12,31) sogar an, nach bestimm\u00adten Gnadengaben mehr als nach anderen zu streben. Und er macht 1Kor 14,13 deutlich, wie dieses Streben inhalt\u00adlich zu geschehen hat: durch Gebet n\u00e4m\u00adlich. Die Gegenfrage lautet: Stehen diese Aufforderungen nicht im Wider\u00adspruch zu 1Kor 12,11, wo es hei\u00dft, der Geist teile einem jeden mit, \u201ewie er will\u201c? Hans Conzelmann sagt zu dieser Stelle: Der Ausdruck \u201eunterstreicht den frei\u00aden Gnadencharakter der Begabung.\u201c Er schlie\u00dft jedenfalls nach dem Zu\u00adsammenhang der Kapitel 12\u00ad-14 konkretes Bitten um bestimmte Gaben f\u00fcr den Fall nicht aus, dass die ganze Gemeinde mit ihren geistlichen Bed\u00fcrfnissen dabei im Blick bleibt! H\u00e4tte Paulus seine Aussage in 1Kor 12,11 so gemeint, dass ein Christ nur beten d\u00fcrfe: \u201eHerr, du wei\u00dft besser als jeder andere, was wir zur Zeit in der Gemeinde brauchen; bitte verleih uns das!\u201c, so w\u00e4ren die Konkretionen in 1Kor 12,31; 1Kor 14,1; 1Kor 14,39 widersinnig.<\/p>\n<p><em>4. Sowohl bei der Frucht als auch bei den Gaben des Geistes gibt es ein Wachstum<\/em><br \/>\nDies ist uns im Blick auf die Frucht des Geistes wahrscheinlich sofort klar. Bereits das Wort \u201eFrucht\u201c spricht f\u00fcr wachst\u00fcmliche Prozesse. Hier gibt es also ein Mehr oder Weniger. 2Korinther 9,10 dr\u00fcckt direkt die Zuversicht aus, Gott werde die Fr\u00fcchte eurer Gerechtigkeit \u201ewachsen\u201c lassen; 1Thessalonicher 3,12 wird die Bitte ge\u00e4u\u00dfert, die Thessalonicher m\u00f6chten wachsen und reich werden in der Liebe; Philipper 1,9 betet Paulus darum, dass die Liebe dieser Gemeinde immer noch reicher an Einsicht und Verst\u00e4ndnis wird.<\/p>\n<p>Auch die Erfahrung scheint diese Be\u00adobachtung zu best\u00e4tigen: Menschen, die \u00fcber Jahre und Jahrzehnte in enger Ge\u00admeinschaft&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; mit Jesus Christus gelebt haben, besitzen oft ein liebevolles und g\u00fctiges Wesen, wie es bei Anf\u00e4ngern im Glauben nicht gefunden wird.<\/p>\n<p>Aber auch im Praktizieren von Charis\u00admen gibt es ein Wachstum. Der pauli\u00adnische Sprachgebrauch macht das viel\u00adleicht auch dadurch deutlich, dass er sowohl in R\u00f6mer 12 als auch 1Korinther 12 zwischen Bezeichnungen f\u00fcr Personen und Aussagen \u00fcber charismatische Wirkungen wechselt. Worin besteht z.B. der Unterschied zwischen jemanden, der Prophet (1Kor 12,28) ist und anderen, die prophezeien (1Kor 14,1.24)? Offenbar verdient noch nicht jeder, dem das prophetische Charisma irgend\u00adwie zuteil wurde, die Bezeichnung Prophet, sondern nur jemand, bei dem sich eine gewisse Stetigkeit und Dich\u00adte der Begabung gezeigt hat. \u00c4hnlich scheint es sich bei der Lehrbegabung zu verhalten: Ist einer bereits ein Lehrer (1Kor 12,28), wenn er die apostolische Ermahnung praktiziert: Lehrt \u2026 euch gegenseitig in aller Weisheit (Kol 3,16)!? Gibt es gradu\u00adelle \u00dcberg\u00e4nge zwischen geistlichen Diensten und geistlichen \u00c4mtern, so setzt dies lebensgeschichtlich zum Teil ein Wachstum im Gebrauch des je\u00adweiligen Charismas voraus.<\/p>\n<p>Auch diese Erkenntnis wird durch die Erfahrung best\u00e4tigt. Ich w\u00e4hle als Beispiel die Begabungen der geist\u00adlichen Leitung, des Lehrens, der Krankenheilung, des Sprachengebetes und der Prophetie. Die drei erstge\u00adnannten Charismen sind in gewissen An\u00ads\u00e4tzen bei jedem Gl\u00e4ubigen vorhanden. Was Lehre und Leitung angeht, so wird das wohl niemand bestreiten, der das Leben kleiner christlichen Gruppen, etwa im Bereich der Hauskreisarbeit, kennt. Aber auch f\u00fcr die Gnadengabe der Krankenheilung trifft entsprechen\u00addes zu, wie bereits aus Markus 16,17f. hervorgeht, wo sehr allgemein den Glau\u00adbenden (Vers 17a) die Gabe zugespro\u00adchen wird, Kranke durch Handauflegung zu heilen. Wir wissen, dass Menschen, die Gott im Dienst der Krankenheilung in besonderer Weise gebraucht hat, oft sehr klein und im Verborgenen begannen!<\/p>\n<p>Auch beim Sprachengebet kann es, wie die Erfahrung zeigt, vorkommen, dass der Heilige Geist zun\u00e4chst nur wenige Silben schenkt; erst <em>im <\/em>Gebrauch der Gabe erweitert sich der \u201eWortschatz\u201c. Au\u00dferdem ist der Segen dieser Gabe f\u00fcr den einzelnen nicht unabh\u00e4ngig von der H\u00e4ufigkeit des Gebrauches.<\/p>\n<p>Manche empfinden es als Problem, dass es auch in der Handhabung der prophetischen Gabe Wachstumsprozesse geben soll. Es scheint zun\u00e4chst, als k\u00f6nne eine Botschaft, die den Anspruch erhebt, von Gott zu kommen, nur ent\u00adweder inspiriert oder aber rein mensch\u00adlichen bzw. d\u00e4monischen Ursprungs sein. Hinter dieser Meinung steht, wie mir scheint, ein unbiblisches Menschen\u00adbild: W\u00e4re der Charismen praktizie\u00adrende Christ ein s\u00fcndloses Gesch\u00f6pf, so dr\u00e4nge Gottes Reden in ungetr\u00fcbter Klarheit durch. Prophetisches Reden vollzieht sich jedoch als g\u00f6ttliche Eingebung, die unsere nichtrationalen Pers\u00f6nlichkeitsschichten (etwa auch unsere Bilderwelt) \u201edurchstr\u00f6mt\u201c, ehe sie nach au\u00dfen dringt. Es ist in jedem Falle von der Eigenart unserer Person mitgepr\u00e4gt, wie schon ein Ver\u00adgleich zwischen den prophetischen Worten des Amos mit denen des Hese\u00adkiel ergibt (ob einer Viehz\u00fcchter ist oder einer priesterlichen Tradition entstammt, hat durchaus Einfluss auf die Gestalt der Prophetie). F\u00fcr unsere Frage wichtiger ist, dass geistliche Reife, die Weite des Horizontes, der Stand der pers\u00f6nlichen Heiligung eine Rolle im Prozess der Weissagung spielen. Es kann sich folglich nicht darum handeln, prophetische \u00c4u\u00dferungen so\u00adlange zu verbieten, wie die Gefahr s\u00fcndhafter Beimischungen besteht. Wir brauchen hier wie \u00fcberall geistliche \u00dcbungsfelder. (Oder soll einer erst lehren d\u00fcrfen, wenn zuvor gew\u00e4hrlei\u00adstet ist, dass Irrlehre in jeder Form ausgeschlossen werden kann? Wo br\u00e4ch\u00adten wir dann selbst die gro\u00dfen Kir\u00adchenlehrer unter?) Wesentlich ist vielmehr die offene Pr\u00fcfung propheti\u00adscher \u00c4u\u00dferungen: N\u00fcchternheit be\u00adschreibt die biblische Mitte zwischen angstvollem Meiden und kritikloser \u00dcbernahme aller als prophetisch aus\u00adgegebenen \u00c4u\u00dferungen!<\/p>\n<p><em>5. Sowohl durch die Frucht als auch durch die Gaben des Geistes soll Jesus Christus verherrlicht werden<br \/>\n<\/em>Was die Frucht des Geistes angeht, so muss unsere These wohl nicht mehr breit bewiesen werden. Frucht des Geistes gibt es nur \u201ein Christus\u201c; in ihr manifestiert sich das Auferste\u00adhungsleben Jesu selber. Wo Agape zu\u00adtage tritt, geschieht Gottes Liebes\u00adwille \u201ein dem Herrn\u201c.<\/p>\n<p>Es ist aber umstritten, ob das Trach\u00adten nach Charismen, die Betonung ihrer Wichtigkeit f\u00fcr das Leben der Gemeinde, nicht doch zu einer Schwerpunktverlage\u00adrung f\u00fchrt. Wird nun nicht der Akzent vom Geber auf die Gaben verlagert?<\/p>\n<p>Haben wir etwas anderes zu verk\u00fcndigen als Jesus Christus den Gekreuzigten (1Kor 1,23; 2,2)? Die Gefahr besag\u00adter Schwerpunktverlagerung besteht durchaus, und zwar grunds\u00e4tzlich immer. Sie besteht \u00fcbrigens nicht nur hin\u00adsichtlich der Charismen, wie die Kir\u00adchengeschichte zeigt. Im Falle der korinthischen Gemeinde gab es offen\u00adsichtlich eine \u00dcberbewertung des Charismas der Glossolalie. Andernorts bestand oder besteht die Gefahr der Wundersucht. Es ist auch m\u00f6glich, dass die Erwartung gegenw\u00e4rtigen prophe\u00adtischen Redens die Autorit\u00e4t der bib\u00adlischen Offenbarung zur\u00fcckdr\u00e4ngt. Die Frage ist nur: Haben wir mit solchen Verirrungen grunds\u00e4tzlich immer zu rechnen? Mir scheint, dass ein Studium des 1. Korintherbriefes hinsichtlich unseres Problems sehr ergiebig ist.<\/p>\n<p>Kurz gesagt: Es kann uns helfen, eine Gesamtschau zu gewinnen; aus falschen Polarisierungen herauszufinden; zu einer oft verlorenen Ganzheit zur\u00fcck\u00ad zukommen. Es stimmt, dass der Apostel im 1. Korintherbrief das \u201cWort vom Kreuz\u201c st\u00e4rker akzentuiert hat als in jedem anderen uns erhaltenen Paulus\u00adbrief. Gleichzeitig hat er in einer Breite und Grunds\u00e4tzlichkeit \u00fcber die Auferstehung Christi und ihre axio\u00admatische Bedeutung geschrieben (1Kor 15) wie sonst nirgends. Er hat schlie\u00dflich sogar der korinthi\u00adschen Gabenf\u00fclle, ja \u00dcberbewertung einer Gabe gegen\u00fcber mit Nachdruck zum Eifern um Charismen gemahnt.<\/p>\n<p>Ist dies nicht alles reichlich wider\u00adspruchsvoll? Keineswegs, oder doch nur dann, wenn in theologischen \u201eVorstellungskreisen\u201c gedacht wird. Geistlich geh\u00f6ren diese \u00c4u\u00dferungen f\u00fcr Paulus offenbar als Aspekte zu\u00adsammen. Das Wort vom Kreuz (Kapi\u00adtel 1 u. 2) setzt f\u00fcr ihn die Tat\u00ads\u00e4chlichkeit der Auferstehung Jesu Christi voraus (1Kor 15,14\u00ad-19); vom auferstandenen Gekreuzigten re\u00adden hei\u00dft dann auch von seinem \u201eLeib\u201c, der Gemeinde, reden, in welcher Gott Gnadengaben \u201eeingesetzt\u201c hat (1Kor 12,18.28), nach denen man, wie nach allem, was in Christus ge\u00adgeben ist, auch streben soll! Die scheinbaren Gegens\u00e4tze erweisen sich sehr rasch als zusammengeh\u00f6rige Aussagen. Wer im Ernst behauptet, das Betonen der Charismen sei automatisch eine Entehrung Jesu Christi, zieht sich auf ein verengtes Verst\u00e4ndnis des \u201cWortes vom Kreuz\u201c zur\u00fcck, ohne das paulinische Zeugnis vom Leib Christi in seinen Konsequenzen ernst zu nehmen!<\/p>\n<p><strong>II Unterschiede<\/strong><\/p>\n<p><em>1. Die Frucht des Geistes erwartet Gott von dem einzelnen, die Gaben des Geistes werden der Gemeinde verliehen<br \/>\n<\/em>Es handelt sich hier um einen theolo\u00adgisch und praktisch sehr wichtigen Unterschied. Bei der Frucht des Geistes geht es um die pers\u00f6nliche Heiligung. Keiner ist an dieser Stel\u00adle vertretbar. Wie viel Raum gebe ich dem Wirken des Geistes in mir? Am Ende aller Tage, im J\u00fcngsten Gericht, wird Gott mich nach den Werken der Liebe fragen, wie das gesamte Neue Testament bezeugt.<\/p>\n<p>Bei den Gaben des Geistes geht es, umgekehrt, vorn Ansatz her um die Gemeinde. Paulus macht dies deutlich, indem er von den Gnadengaben sowohl R\u00f6mer 12 wie 1Korinther 12 im Rahmen seiner Aussagen \u00fcber den Leib Christi spricht. Hier lautet die Frage nicht: Was brauche ich? Noch weniger: Was w\u00fcnsche ich mir? Sondern: Herr, was ben\u00f6tigt diese deine Gemeinde? Was braucht die Kirche heute? Theologisch gesprochen: Das Thema \u201eGaben des Geistes\u201c geh\u00f6rt in die Ekklesiologie, in die Lehre von der Kirche, \u00ad auch praktisch! Sehr viele hier und da auch heute begegnenden Probleme mit der Handhabung von Charismen l\u00f6sen sich, wenn die Hin\u00adordnung auf die Gemeinde klar wird. Ein einzelner \u201eCharismatiker\u201c ist so originell, aber auch so wenig sinnvoll wie ein sich \u00fcber deutsche Stra\u00dfen hinbewegender einzelner Arm. \u201eCharismatische\u201c Gr\u00fcppchen sind in dem Ma\u00dfe gef\u00e4hrdet, wie sie den Lebenszusammenhang einer \u00f6rtlichen Gemeinde mit ihren Ordnungen scheu\u00aden. Pointiert gesprochen: Nicht die einzelnen Christen haben Charismen, sondern die Gemeinde besitzt sie; der einzelne Christ nur soweit, wie er am Leben der Gemeinde dienend teilhat.<\/p>\n<p><em>2. Die Frucht des Geistes \u201ebleibt\u201c, die Gaben des Geistes \u201ebleiben\u201c nicht<\/em><br \/>\nIn der noch ausstehenden Vollendung des Reiches Gottes wird die Liebe (also die Frucht des Geistes) blei\u00adben (1Kor 13,8). Sie wird bleiben, weil sie Ausdruck g\u00f6ttlichen Wesens ist. Selbst das Feuer des J\u00fcngsten Gerichtes wird nicht alles verbren\u00adnen, was von Menschen getan wurde. Haben Christen auf dem Fundament, welches Jesus Christus selber ist (1Kor 3,11), mit Gold, Silber und kostbaren Steinen gebaut, so wird dieses Werk Bestand haben&nbsp;&nbsp; (1Kor 3,14).<\/p>\n<p>Die Gaben des Geistes dagegen sind nur f\u00fcr die \u201eZeit der Kirche\u201c be\u00adstimmt. In Gottes neuer Welt werden sie nicht mehr ben\u00f6tigt: Propheti\u00adsches Reden hat ein Ende, Zungenrede verstummt, Erkenntnis vergeht. Ein St\u00fcckwerk ist unser Erkennen, St\u00fcck\u00adwerk unser prophetisches Reden; wenn aber das Vollkommene kommt, vergeht alles St\u00fcckwerk (1Kor 13,8\u00ad-10).<\/p>\n<p>Aus der Perspektive der Ewigkeit er\u00adgibt sich also eine Abwertung der Charismen. Gewagt ist es allerdings, sie deshalb auch im Blick auf diese noch andauernde Welt f\u00fcr unwichtig zu halten. Wohin k\u00e4men wir, wenn wir alle Dinge, die wir in der Vollendung nicht mehr ben\u00f6tigen, auch heute schon f\u00fcr \u201enicht so wichtig\u201c erkl\u00e4r\u00adten?<\/p>\n<p><em>3. Die Frucht des Geistes h\u00e4ngt mit der pers\u00f6nlichen Heiligung zusammen, das Vorkommen der Gaben keinesfalls<\/em><em><br \/>\n<\/em>Der erste Teil dieser These ist be\u00adreits begr\u00fcndet; bedenken wir ihren zweiten Teil! Dass Gaben des Geistes auch abgesehen von der pers\u00f6nlichen Heiligung gegeben werden, macht z.B. die Apostelgeschichte daran deutlich, dass Charismen sogar Ungetauften zu\u00adteilwerden konnten (Apg 10,44ff.). Paulus kritisiert an den Korinthern mehrfach ihre Lieblosigkeit (vgl. 1Kor 8\u00ad-9; 11,17\u00ad22; 13,1\u00ad7), be\u00adstreitet aber ihre Charismenf\u00fclle nicht (1Kor 1,7).<\/p>\n<p>Das Ergebnis ist einerseits tr\u00f6st\u00adlich. Auch Christen, die unter ihrer mangelnden Heiligung leiden, k\u00f6nnen und d\u00fcrfen ihre Charismen prakti\u00adzieren. Gott ist ein geduldiger Gott. Die andere Seite dieser Wahrheit ist erschreckend. Sie besagt, dass Gott mir Charismen anvertrauen und diese nutzen kann, ohne mit meinem Glau\u00adbensgehorsam einverstanden zu sein. Im Extremfall kann es dazu kommen, dass ich die pers\u00f6nliche Lebensgemein\u00adschaft mit Jesus Christus verleugne, aber immer noch von Gott \u201egebraucht\u201c werde. Diesen Fall hat die Bergpredigt im Auge:<\/p>\n<blockquote>\n<p>\u201eNicht jeder, der zu mir sagt: Herr! Herr!, wird in das Himmelreich kommen, sondern nur, wer den Willen meines Vaters im Himmel tut. Viele werden an jenem Tage (gemeint ist: des J\u00fcngsten Gerichtes) zu mir sagen: Herr, Herr, haben wir nicht in deinem Namen prophetisch geredet, und haben wir nicht in deinem Namen D\u00e4monen ausgetrieben und in deinem Namen viele Wunder vollbracht? Dann werde ich ihnen antworten: Ich kenne euch nicht. Weg von mir, ihr \u00dcbertreter des Ge\u00adsetzes!\u201c Matth\u00e4us 7,21\u00ad-23<\/p>\n<\/blockquote>\n<p>Hier werden christliche \u201eCharismatiker\u201c angeredet. Sie besa\u00dfen die Gabe der Prophetie und bet\u00e4tigten sie. Sie hatten das Charisma der D\u00e4monenaus\u00adtreibung und praktizierten es, durch sie geschahen Wunder, etwa auch Wun\u00adder der Krankenheilung. Jesus Christus wird keinesfalls die charismatischen Bet\u00e4tigungen solcher Menschen infra\u00adgestellen. Er wird ihnen allerdings bestreiten, Gemeinschaft mit ihm ge\u00adhabt zu haben. Die Bet\u00e4tigung von Gaben des Geistes und der praktische Lebensgehorsam k\u00f6nnen demnach soweit auseinandertreten, dass Menschen f\u00fcr immer verloren gehen.<\/p>\n<p>Dieser Gedanke ist sehr ern\u00fcchternd! Wenn Gott uns gebraucht, durch uns Segen wirkt, ist er keinesfalls ohne weiteres mit unserer Beziehung zu ihm einverstanden. H\u00fcten wir uns vor jedem R\u00fcckschluss von dem, was Gott durch uns wirkt, auf sein Ja zu un\u00adserer Lebensf\u00fchrung!<\/p>\n<p>F\u00fcr Frucht und Gaben des Geistes gilt sinngem\u00e4\u00df, was Paulus Philipper 4,19\u00ad-20 schrieb:<\/p>\n<blockquote>\n<p>\u201e\u2026 in Gott aber wird euch durch Christus Jesus alles, was ihr n\u00f6tig habt, aus dem Reichtum seiner Herrlich\u00ad keit schenken. Unserem Gott und Vater sei die Ehre in alle Ewigkeit. Amen.\u201c<\/p>\n<\/blockquote>\n<p>Wolfram Kopfermann<\/p>\n<p><strong>Anmerkungen:<br \/>\n<\/strong>1) Zur Begr\u00fcndung dieser Definition vergleiche meine Schrift <em>Charismatische Gemeinde\u00ad-Erneuerung \u00ad \u2013 eine Zwischenbilanz,<\/em> Hochheim 1981<\/p>\n<p>2) Heinrich Schlier: \u201eHerkunft, Ankunft und Wirkungen des Heiligen Geistes im Neuen Testament\u201c, in: Claus Heitmann\/Heribert M\u00fchlen (Hrsg.): <em>Erfahrung und Theologie des Heiligen Geistes<\/em>, Hamburg\/M\u00fcnchen 1974, S.129<\/p>\n<p>Der Artikel erschien erstmals in: <em>Rundbrief der Charismatischen Gemeinde-Erneuerung in der evangelischen Kirche<\/em>, 12, Juni 1982, S. 3-8. \u00dcberarbeitete Fassung 2015.<\/p>\n<\/div>\n<p style=\"text-align: left\">\n<p style=\"text-align: left\">&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: left\">\n<p style=\"text-align: left\">&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: left\">\n<p style=\"text-align: left\"><strong>&nbsp;Wolfram Kopfermann<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: left\">\n<h2 style=\"text-align: left\"><strong>Umfallen beim Gebet?<\/strong><\/h2>\n<p style=\"text-align: left\">\n<p style=\"text-align: left\">Ein Wort der Verst\u00e4ndigung \u00fcber ein umstrittenes Ph\u00e4nomen<\/p>\n<p style=\"text-align: left\">\n<p style=\"text-align: left\">&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: left\">\n<p style=\"text-align: left\"><em>Der folgende, leicht \u00fcberarbeitete Text ist eine fr\u00fche \u00c4u\u00dferung zu dem Ph\u00e4nomen des Umfallens beim Gebet, das ab den 1980er Jahren vermehrt aufgetreten ist. Er geht daher nicht auf neuere Entwicklungen ein. Der Kern der Aussagen gilt jedoch unver\u00e4ndert und kann auf aktuelle Erfahrungen \u00fcbertragen werden.<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: left\">\n<p style=\"text-align: left\"><em>&nbsp;<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: left\">\n<p style=\"text-align: left\">Wir hatten davon geh\u00f6rt: in Amerika, wo bekanntlich vieles anders ist, fielen gelegentlich oder, etwa im Dienst von Kathryn Kuhlman, h\u00e4ufig Menschen zu Boden, wenn f\u00fcr sie gebetet wurde. In der Literatur wurde diese Erfahrung bezeichnet als &#8222;Hingestreckt\u00ad&#8220;, &#8222;\u00dcberw\u00e4ltigtwerden vom Geist&#8220;, als &#8222;Fallen unter der Kraft&#8220;, als &#8222;Ruhen im Geist\u201c. Inzwischen gibt es dieses Ph\u00e4nomen auch in Deutschland. Es l\u00f6st Dankbarkeit oder Abwehr aus. Manche \u00fcberlegen sich, ob es Zeit sei, Verbote auszusprechen. Nat\u00fcrlich gibt es auch Zwischent\u00f6ne. Offen gesagt: die Gefahr l\u00e4sst sich nicht leugnen, dass es an dieser Nebens\u00e4chlichkeit zu Reibungen, Entfremdungen, ja hier und da zu Trennungen kommen k\u00f6nnte. Nichts erscheint deshalb vordringlicher als Besonnenheit. Es ist bequem, &#8222;daf\u00fcr oder dagegen&#8220; zu sein. Wichtiger erscheint mir die Frage: womit haben wir es eigentlich zu tun? Was l\u00e4sst sich heute schon \u00fcber dieses ein wenig geheimnisvolle Ph\u00e4nomen sagen? Wie gehen wir mit ihm um, wenn es auftritt? Die folgenden \u00dcberlegungen wollen nicht das letzte Wort zur Sache sprechen. Sie sind eher als Einladung zum Weiterdenken gemeint.<\/p>\n<p style=\"text-align: left\">\n<ol style=\"text-align: left\">\n<li>Die Vielf\u00e4ltigkeit des Ph\u00e4nomens<\/li>\n<\/ol>\n<p style=\"text-align: left\">\n<p style=\"text-align: left\">Die Erfahrung, von der hier die Rede ist, tritt in unterschiedlichen Gestalten auf. Es ist notwendig, diese Vielfalt im Blick zu haben, wenn wir das Ph\u00e4nomen angemessen erfassen wollen.<\/p>\n<p style=\"text-align: left\">\n<p style=\"text-align: left\">1.) Das &#8222;Ph\u00e4nomen des Umfallens&#8220; kann innerhalb der Einzelseelsorge oder in einem Gottesdienst oder einer anderen Zusammenkunft von Christen auftauchen.<\/p>\n<p style=\"text-align: left\">\n<p style=\"text-align: left\">2.) Es kann in Verbindung mit einer Handauflegung oder ohne eine solche passieren.<\/p>\n<p style=\"text-align: left\">\n<p style=\"text-align: left\">3.) Es kann solchen zuteilwerden, die es erwartet hatten und wollten, aber auch anderen, die fest entschlossen waren, nicht &#8222;umzukippen&#8220;.<\/p>\n<p style=\"text-align: left\">\n<p style=\"text-align: left\">4.) Es kann im Dienst eines geistlichen Leiters relativ h\u00e4ufig, aber auch nur gelegentlich auftauchen.<\/p>\n<p style=\"text-align: left\">\n<p style=\"text-align: left\">5.) Die Dauer des Ruhens kann wenige Sekunden, aber auch mehrere Stunden betragen.<\/p>\n<p style=\"text-align: left\">\n<p style=\"text-align: left\">6.) Menschen k\u00f6nnen diese Erfahrung machen, wenn sie vorher standen oder gesessen oder gekniet hatten.<\/p>\n<p style=\"text-align: left\">\n<p style=\"text-align: left\">7.) Nach den Selbstaussagen der Betroffenen kann damit eine lebensver\u00e4ndernde geistliche Erfahrung, aber auch nur ein Tage oder Stunden nachwirkendes Gl\u00fccksgef\u00fchl verbunden sein.<\/p>\n<p style=\"text-align: left\">\n<ol style=\"text-align: left\">\n<li>Die Mehrzahl der Deutungen<\/li>\n<\/ol>\n<p style=\"text-align: left\">\n<p style=\"text-align: left\">Das beschriebene Ph\u00e4nomen kann prinzipiell auf drei Weisen gedeutet werden:<\/p>\n<p style=\"text-align: left\">\n<p style=\"text-align: left\">1.) Manche Christen sind \u00fcberzeugt, dass ein Umfallen von Menschen in einem geistlichen Kontext \u2013 etwa bei einer Handauflegung durch bevollm\u00e4chtigte Christen, w\u00e4hrend einer Predigt oder in einem \u00e4hnlichen Zusammenhang \u2013 eine unmittelbare Wirkung des Heiligen Geistes ist. Sie nennen diese Erfahrung deshalb auch ohne Einschr\u00e4nkungen oder Vorbehalte &#8222;Ruhen im Geist&#8220; oder \u00e4hnlich. Dass es sich hierbei um einen au\u00dfergeistlichen (auf unbewussten Erwartungen, Autosuggestion oder anderen Kr\u00e4ften beruhenden) Vorgang handeln kann, auch wenn er in einem geistlichen Rahmen geschieht, erw\u00e4gen sie nicht.<\/p>\n<p style=\"text-align: left\">\n<p style=\"text-align: left\">2.) Andere Christen bestreiten grunds\u00e4tzlich, dass das Umfall\u00adPh\u00e4nomen, selbst wenn es innerhalb charismatischer Gottesdienste geschieht, etwas mit dem Heiligen Geist zu tun habe. So sprach etwa Kardinal Suenens<a href=\"#_ftn1\" name=\"_ftnref1\"><sup><sup>[1]<\/sup><\/sup><\/a>) von einer pseudo\u00admystischen Erfahrung. Er bezeichnete das Ph\u00e4nomen als &#8222;Geist\u00adOhnmacht&#8220; und wertete es zusammenfassend ausschlie\u00dflich als &#8222;parapsychologisches Ph\u00e4nomen&#8220; (S.85). &#8222;Es gibt daher keinen berechtigten Grund daf\u00fcr, sie (erg\u00e4nze: diese Ph\u00e4nomene) einem direkten Eingreifen des Heiligen Geistes zuzuschreiben&#8220; (S.87). Suenens scheint sie sozusagen f\u00fcr vermeidbar, also der bewussten Steuerung zug\u00e4nglich zu halten, wenn er betont, es sei &#8222;wichtig&#8220;, dass sich &#8222;die F\u00fchrer der Charismatischen Erneuerung nicht\u201c zu ihnen \u201ehergeben\u201c (S. 87).<\/p>\n<p style=\"text-align: left\">\n<p style=\"text-align: left\">3.) Einer dritten Gruppe erscheint es am angemessensten, die M\u00f6glichkeit ernst zu nehmen, dass im Zusammenhang mit dem Wirken des Heiligen Geistes bestimmte psychosomatische Manifestationen begegnen k\u00f6nnen. Ob es im Einzelfalle der Heilige Geist war, der die Wirkung hervorbrachte, bleibt dabei zun\u00e4chst offen. &#8222;An ihren Fr\u00fcchten sollt ihr sie erkennen&#8220; (Matth.7,20): das gilt hier sinngem\u00e4\u00df. Dass Erfahrungen der beschriebenen Art auf den Heiligen Geist zur\u00fcckgehen k\u00f6nnen, m\u00f6chte ich in dem folgenden Abschnitt (III.) deutlich machen. Rechnen wir grunds\u00e4tzlich, also nicht f\u00fcr jeden Einzelfall, damit, dass dieses Ph\u00e4nomen auf eine intensive Einwirkung des Heiligen Geistes zur\u00fcckgehen kann, so erhebt sich die Frage, wie man sich den Vorgang erkl\u00e4ren soll. Wirft der Heilige Geist Leute um?<\/p>\n<p style=\"text-align: left\">\n<p style=\"text-align: left\">Francis MacNutt<a href=\"#_ftn2\" name=\"_ftnref2\"><sup><sup>[2]<\/sup><\/sup><\/a> teilt mit, dass die meisten Menschen, die dieses Ph\u00e4nomen erlebten, nach ihren Selbstaussagen dabei innerlich lebendiger als je zuvor gewesen seien (S.133). &#8222;Soweit ich sehe, ist es die Kraft des Heiligen Geistes, die einen Menschen mit einem derart gesteigerten inneren Bewusstsein erf\u00fcllt, dass die k\u00f6rperlichen Energien nachlassen, bis sie schlie\u00dflich v\u00f6llig ausfallen&#8220; (S.132). Es gehe hier um &#8222;ein Zuviel an Leben f\u00fcr den K\u00f6rper&#8220; (S.133).<\/p>\n<p style=\"text-align: left\">\n<p style=\"text-align: left\">Dennis Bennett<a href=\"#_ftn3\" name=\"_ftnref3\"><sup><sup>[3]<\/sup><\/sup><\/a> \u00e4u\u00dfert sich \u00e4hnlich: &#8222;Der Herr schl\u00e4gt seine treuen Kinder nicht zu Boden, aber der menschliche K\u00f6rper und auch die Seele reagieren manchmal auf das Wirken des Heiligen Geistes in dieser Weise. Pl\u00f6tzlich versagen dann die Muskeln, und unsere Glieder verlieren ihre Kraft, so dass die betreffende Person auf den Fu\u00dfboden f\u00e4llt. Der Mensch verliert dabei nicht sein Bewusstsein\u201c (S.114).<\/p>\n<p style=\"text-align: left\">\n<p style=\"text-align: left\">Kardinal Suenens interpretierte, wie wir sahen, das Ph\u00e4nomen als &#8222;Ohnmacht&#8220; und behauptete, dass die betreffende Person &#8222;zu Boden st\u00fcrzt und dort eine Zeitlang in einem Zustand mehr oder minder tiefer Bewusstlosigkeit verbleibt&#8220; (S. 86). &#8222;Ohnmacht&#8220; ist im medizinischen Sinne tats\u00e4chlich ein Zustand der Bewusstlosigkeit, der auf mangelhafter Durchblutung des Gehirns beruht und durch pl\u00f6tzliches Kreislaufversagen hervorgerufen wird. Viele von uns kennen Ohnmachten aus eigener Erfahrung oder aufgrund von Fremdbeobachtung. Diese Deutung f\u00fcr das Ph\u00e4nomen des Umfallens scheitert sowohl an dem offensichtlichen Erscheinungsbild als auch an den Selbstzeugnissen von Menschen, die das Ph\u00e4nomen aus eigenem Erleben kennen. Allerdings ist festzuhalten, dass wir im Hinblick auf die einzelnen Umst\u00e4nde des Zustandekommens dieser Erfahrung noch keine wissenschaftliche Klarheit besitzen. Freunde und Kritiker dieses Ph\u00e4nomens sind bisher gleicherma\u00dfen auf Vermutungen angewiesen. Auch Deutungen, die sich wissenschaftlich sehr selbstsicher geben, sind zurzeit nur Hypothesen.<\/p>\n<p style=\"text-align: left\">\n<p style=\"text-align: left\">III. Eine biblische Begr\u00fcndung<\/p>\n<p style=\"text-align: left\">\n<p style=\"text-align: left\">Bevor wir die viel gestellte Frage beantworten, ob das &#8222;Umfallen&#8220; biblisch begr\u00fcndbar ist, m\u00fcssen wir uns zun\u00e4chst \u00fcber den Sinn der Frage selber verst\u00e4ndigen. Sie kann mindestens zweierlei meinen:<\/p>\n<p style=\"text-align: left\">\n<p style=\"text-align: left\">1.) Gibt es Stellen in der Bibel, insbesondere im Neuen Testament, in denen bezeugt wird, dass Menschen im Zusammenhang mit der Verk\u00fcndigung des Evangeliums, bei einer Handauflegung durch Gl\u00e4ubige, im Rahmen eines christlichen Gottesdienstes oder bei vergleichbaren Anl\u00e4ssen umfielen?<\/p>\n<p style=\"text-align: left\">\n<p style=\"text-align: left\">2.) Ist das uns bekannte Ph\u00e4nomen des &#8222;Umfallens&#8220; mit dem biblischen, zumal neutestamentlichen Verst\u00e4ndnis des g\u00f6ttlichen Handelns am Menschen, insbesondere des g\u00f6ttlichen Geistwirkens vereinbar oder widerspricht es dem Wesen der Begegnung zwischen Gott und Mensch, wie sie die Heilige Schrift versteht? Ist es schriftgem\u00e4\u00df?<\/p>\n<p style=\"text-align: left\">\n<p style=\"text-align: left\">Die Art der Frage, wie sie 1.) aufweist, nennen wir biblizistisch: nur, was in der Bibel steht, ist christlich legitim. Die Geistliche Gemeinde\u00adErneuerung in der evangelischen Kirche hat sich von Anfang an gegen den biblizistischen Weg entschieden; wir halten ihn f\u00fcr ungeschichtlich. Die Art der Frage, wie sie 2.) darstellt, ist an der Schriftgem\u00e4\u00dfheit einer heutigen Aussage oder Praxis interessiert. Nach dieser Sicht kann die Kirche auch Aussagen machen oder Handlungen vollziehen, die so in der Bibel kein Vorbild haben, aber der Heiligen Schrift nicht widersprechen. Dieser Umgang mit der Heiligen Schrift ist uns von Martin Luther als Erbe hinterlassen worden. In diesem Sinne w\u00e4re konkret zu fragen, ob man die biblische Legitimit\u00e4t des &#8222;Umfallens&#8220; auf Texte wie Matth\u00e4us 17,6; Johannes 18,6; Apostelgeschichte 9,4; Offenbarung 1,17 gr\u00fcnden kann. Ich pers\u00f6nlich glaube, dass die genannten Stellen in den Umkreis unseres Themas geh\u00f6ren, dass sie aber die von ihnen erwartete Beweislast nicht zu tragen verm\u00f6gen.<\/p>\n<p style=\"text-align: left\">\n<p style=\"text-align: left\">Es gen\u00fcgt im Sinne der 2. Art der Fragestellung die \u00ad allerdings unbestreitbare \u00ad Feststellung, dass Geisterfahrung nach dem Neuen Testament unter anderem auch Krafterfahrung ist, die sich nicht nur auf den menschlichen Leib bezieht, sondern sich auch k\u00f6rperlich manifestieren kann. Dazu einige Hinweise.<\/p>\n<p style=\"text-align: left\">\n<p style=\"text-align: left\">a.) Paulus stellt theologisch einen Zusammenhang zwischen dem Heiligen Geist und dem Leib der Gl\u00e4ubigen her, indem er lehrt, dieser sei ein Tempel des Gottesgeistes (1. Kor. 3,16; 6,19) F\u00fcr Paulus ist es keine abstruse Merkw\u00fcrdigkeit, sondern eine g\u00f6ttliche &#8222;Offenbarung&#8220;, als Gott ihn bis in den dritten Himmel entr\u00fcckt (2. Kor. 12,1\u00ad2); dabei kommt es offenbar zu einer schwer definierbaren &#8222;Einbeziehung&#8220; seiner K\u00f6rperlichkeit, so dass er die M\u00f6glichkeit offen l\u00e4sst, er habe sich au\u00dferhalb seines Leibes befunden (2. Kor. 12,2\u00ad4).<\/p>\n<p style=\"text-align: left\">\n<p style=\"text-align: left\">b.) Die Geisterf\u00fclltheit Jesu schlie\u00dft nach Markus sein Erf\u00fclltsein mit Kraft ein. Nach Markus 3,10 wird Heilung vonseiten Jesu dadurch empfangen, dass Menschen ihn k\u00f6rperlich ber\u00fchren. Die Geschichte von der Heilung der &#8222;blutfl\u00fcssigen&#8220; Frau ist nur verst\u00e4ndlich, wenn man annimmt, dass auch der physische Leib Jesu mit Kraft aufgeladen war, die der hilfesuchenden Frau durch k\u00f6rperliche Ber\u00fchrung zug\u00e4nglich wurde (Markus 5,25\u00ad34). Jesus nimmt (Vers 30) einen Verlust dieser Kraft an sich wahr. W\u00e4hrend Protestanten geneigt sind, die Geschichte samt ihren Voraussetzungen in den &#8222;finsteren&#8220; Bereich der Magie einzuordnen und offen oder heimlich die Frage nach einer evangelischen Bibelkritik erw\u00e4gen, legitimiert Jesus das Verhalten der Frau, indem er es als &#8222;Glaube&#8220; bezeichnet (Vers 34).<\/p>\n<p style=\"text-align: left\">\n<p style=\"text-align: left\">c.) Das Geistverst\u00e4ndnis der lukanischen Schriften betont den Zusammenhang zwischen Geisterfahrung, Kraft und Leiblichkeit besonders. In der Taufgeschichte Jesu hei\u00dft es bei Lukas, der Geist sei in &#8222;leibhaftiger Gestalt&#8220; herniedergestiegen (Lukas 3, 22). &#8222;\u00c4hnlich ist es zu beurteilen, wenn er die sichtbaren Erscheinungen an Pfingsten gerne aufnimmt oder ein Erdbeben die Realit\u00e4t des Geschehens bezeugen l\u00e4sst (Apg 2,3\u00ad6; 4,31).&#8220; Lukas ist &#8222;daran interessiert&#8220; dass der Geist &#8222;sich bis ins Sichtbare, Feststellbare hinein manifestiert. Dabei sind ihm gerade diese Manifestationen wichtiger als anderen neutestamentlichen Zeugen.&#8220;<a href=\"#_ftn4\" name=\"_ftnref4\"><sup><sup>[4]<\/sup><\/sup><\/a> Es passt in diese Sicht, dass der Geist nach Apostelgeschichte 8,39 den Philippus k\u00f6rperlich entr\u00fcckt. Dem modernen personalistischen Denken bereitet es gro\u00dfe Schwierigkeiten, dass nach Apostelgeschichte 5,15\u00ad16 dem Schatten des Petrus heilende Kraft zugeschrieben wird (Lukas hat diese volkst\u00fcmliche Erwartung nicht kritisiert!). Sp\u00e4ter hei\u00dft es dann,&nbsp; man habe die Schwei\u00df\u00ad und Taschent\u00fccher des Paulus den Kranken aufgelegt \u00ad mit dem Effekt, dass die Krankheiten gewichen und die b\u00f6sen Geister ausgefahren seien (Apg 19,12). Ehe wir solche Aussagen kritisch hinterfragen, sollten wir unsere eigenen Denkvoraussetzungen \u00fcberpr\u00fcfen, die wohl immer noch st\u00e4rker vom Idealismus als von biblischen \u00dcberlieferungen her gepr\u00e4gt sind. Eduard Schweizer h\u00e4lt den lukanischen Gedanken f\u00fcr &#8222;wesentlich&#8220;, &#8222;dass der Geist auch die Leiblichkeit des Menschen Gott unterstellen will, und dass seine Wirkung bis in diese Dinge hineinreicht&#8220; (a.a.o. S.405).<\/p>\n<p style=\"text-align: left\">\n<p style=\"text-align: left\">Im Rahmen dieser neutestamentlichen Welt wirkt das Ph\u00e4nomen des &#8222;Umfallens&#8220;, wie wir es kennen, nicht ungew\u00f6hnlich. Das w\u00e4re nur dann anders, wenn man sich den Vorgang so vorzustellen h\u00e4tte, als werfe der Heilige Geist Menschen zu Boden, als handele es sich also um ein Umgesto\u00dfen-Werden durch den Geist. Davon kann biblisch gesehen allerdings keine Rede sein. Ebenfalls vertr\u00e4gt sich eine Deutung des Umfall\u00adPh\u00e4nomens als Ohnmachts\u00adErfahrung nicht mit dem Neuen Testament. Beide Interpretationen sind unsachgem\u00e4\u00df (vgl. oben). Solange bei der Erfahrung des Umfallens die personale Verantwortlichkeit des Menschen nicht beeintr\u00e4chtigt wird, solange er also nicht zum Objekt g\u00f6ttlichen Handelns degradiert erscheint, bleibt das besprochene Ph\u00e4nomen schriftgem\u00e4\u00df.<\/p>\n<p style=\"text-align: left\">\n<ol style=\"text-align: left\">\n<li>Der geistliche Gewinn<\/li>\n<\/ol>\n<p style=\"text-align: left\">\n<p style=\"text-align: left\">Das Ph\u00e4nomen des Umfallens wird nicht immer, aber in vielen F\u00e4llen als segensreich erfahren. Dieses Urteil bezieht sich nicht auf die Gef\u00fchle, welche die betroffenen Menschen in jener Situation empfinden. Man sollte vor\u00fcbergehenden Gef\u00fchlen von &#8222;Gl\u00fcck&#8220; oder &#8222;Frieden&#8220; nicht allzu viel Wert beimessen. Wenn sie \u00fcberhaupt auftreten, halten sie meist nur einige Stunden oder Tage an und geh\u00f6ren zu den eher oberfl\u00e4chlichen Auswirkungen. Au\u00dferdem sind Gef\u00fchle allgemein kein Gradmesser spirituellen Lebens. Es kann sich nur darum handeln, die Art der Begegnung mit Gott und ihre Auswirkungen festzustellen.<\/p>\n<p style=\"text-align: left\">\n<p style=\"text-align: left\">Abgesehen von den Selbstaussagen einer Reihe von Mitchristen, die sich \u00fcber geistliches Wachstum in Verbindung mit der Erfahrung des &#8222;Umfallens&#8220; ge\u00e4u\u00dfert haben, werden in der wenigen bisher vorliegenden Literatur positive Auswirkungen festgehalten. Francis Mac Nutt berichtet von einem Seminaristen, der sich nach seiner Erfahrung folgenderma\u00dfen \u00e4u\u00dferte: &#8222;Ich meine immer noch zu h\u00f6ren: \u201aOhne mich k\u00f6nnt ihr nichts tun&#8216;. Mein Leben lang habe ich immer alles in der Hand haben wollen. Jetzt muss ich es Gott \u00fcberlassen&#8220; (S.128). Derselbe Autor zitiert aus einem Brief: &#8222;Wirklich wichtig ist, dass ich Jesus jeden Tag (erg\u00e4nze: nach dieser spezifischen Erfahrung) besser kennenlerne&#8220; (S. 135). Eine Frau hatte, so Mac Nutt, w\u00e4hrend des &#8222;Ruhens im Geist&#8220; den Herrn sagen h\u00f6ren: &#8222;Gib mir dein Leben, und ich will dich heilen.\u201c Sie \u00fcbergab ihr Leben dem Herrn und war geheilt (S.135). Colin Urquhart<a href=\"#_ftn5\" name=\"_ftnref5\"><sup><sup>[5]<\/sup><\/sup><\/a> berichtet von einer Frau, der Gott in Verbindung mit dem besprochenen Erlebnis ihre innere Rebellion aufdeckte. Hinterher berichtete sie, Gott habe ihr gezeigt, wer der Herr in ihrem Leben sei (S. 72). Urquhart, der viele Leute nach ihren geistlichen Erfahrungen in Verbindung mit dem diskutierten Ph\u00e4nomen befragte, fasst seine Eindr\u00fccke so zusammen: \u201eObwohl dieses Ph\u00e4nomen manchmal psychologisch induziert sein k\u00f6nnte, sah ich genug, um mich von dem echten Werk zu \u00fcberzeugen, welches Gott in vielen vollbrachte&#8220; (S. 74; aus dem Englischen \u00fcbersetzt). Andere Erfahrungen zeigen, dass zu den echten Fr\u00fcchten des Umfall\u00adPh\u00e4nomens geh\u00f6ren kann: ein vertiefter Glaube, eine verst\u00e4rkte Bereitschaft zum Dienst am N\u00e4chsten, oft auch eine ganz neue Liebe zur Heiligen Schrift, mehr Verlangen nach pers\u00f6nlichem und gemeinschaftlichem Gebet und ein Hervorbrechen bzw. eine Intensivierung von Geistesgaben.<\/p>\n<p style=\"text-align: left\">\n<ol style=\"text-align: left\">\n<li>Gefahren des Umgangs mit dem Ph\u00e4nomen des Umfallens<\/li>\n<\/ol>\n<p style=\"text-align: left\">\n<p style=\"text-align: left\">Wir sprechen hier nicht von den Gefahren des Umfallens, sondern denen des Umgangs mit dem Ph\u00e4nomen. Auch die &#8222;Bef\u00fcrworter&#8220; dieser spezifischen Erfahrung machen immer wieder auf die hier zu beachtenden Gefahren aufmerksam.<\/p>\n<p style=\"text-align: left\">\n<p style=\"text-align: left\">Mac Nutt prangert die Sensationslust an: &#8222;Anstatt auf Jesus zu schauen, wollen die Menschen das Sichtbare und Greifbare. Wenn links und rechts jemand umf\u00e4llt, entsteht eine Zirkusatmosph\u00e4re, die auf jeden besonnenen Christen st\u00f6rend wirkt.&#8220; (S.142). Er warnt davor, jedes Umfallen f\u00fcr ein Zeichen des Geistes zu halten; zu glauben, ein Treffen sei geisterf\u00fcllter, wenn Menschen umfielen; ein Geistlicher sei geisterf\u00fcllter, durch dessen H\u00e4nde Menschen diese besonderen Erfahrungen machten; einer, der umf\u00e4llt, sei geisterf\u00fcllter als jemand, dem dies nicht zuteilwird; er macht darauf aufmerksam, dass sich bei dem ganzen Vorgang ein falscher Stolz einschleichen kann (S.142 bis 145).<\/p>\n<p style=\"text-align: left\">\n<p style=\"text-align: left\">\u00c4hnlich kritisch \u00e4u\u00dfert sich Dennis Bennett: &#8222;Menschen m\u00f6gen Heilung empfangen, w\u00e4hrend sie unter der Kraft zu Boden fallen. Doch genauso oft fallen sie und werden nicht geheilt. Das Fallen bewirkt die Heilung nicht&#8220; (S. 118). Auch er moniert: &#8222;Wenn Menschen unter der Kraft zu Boden fallen, denken viele, dies sei ein Beweis f\u00fcr die Heiligkeit und Kraft des Evangelisten sowie f\u00fcr die Wirksamkeit seines Dienstes; au\u00dferdem meint man, dass Menschen, die auf diese Weise fallen, sich besonders bereitwillig dem Heiligen Geist untergeordnet h\u00e4tten. Beides ist falsch.&#8220; (S.119). Besonders bedenkenswert erscheint mir folgende kritische \u00dcberlegung von Bennett: &#8222;Viele Leute m\u00f6chten gern, dass etwas an ihnen oder f\u00fcr sie geschieht, damit ihre Probleme gel\u00f6st werden, ohne dass sie selbst etwas dazu tun m\u00fcssen &#8230; Es mag eine Anzahl Menschen geben, die es nicht n\u00f6tig haben, unter der Kraft zu fallen, sondern eher Bu\u00dfe zu tun und Vergebung zu suchen oder ihren Ungehorsam dem Willen Gottes gegen\u00fcber zu \u00e4ndern, damit sie in ihrer Seele Heilung finden. Doch wenn man selbst nichts zu tun braucht, meinen manche, w\u00e4re das ja viel einfacher.&#8220; (S.119).<\/p>\n<p style=\"text-align: left\">\n<p style=\"text-align: left\">Die Nennung dieser Gefahren soll nicht aufheben, was fr\u00fcher \u00fcber die M\u00f6glichkeiten eines geistlichen Gewinnes in Verbindung mit dieser Erfahrung gesagt wurde. Sie sollten aber unsere Sensibilit\u00e4t sch\u00e4rfen f\u00fcr die Abgr\u00fcnde, in die wir geraten k\u00f6nnen!<\/p>\n<p style=\"text-align: left\">\n<ol style=\"text-align: left\">\n<li>Pastorale Empfehlungen<\/li>\n<\/ol>\n<p style=\"text-align: left\">\n<p style=\"text-align: left\">1.) Dem Vorschlag John Richards folgend, habe ich es bereits in den vorausgehenden \u00dcberlegungen vermieden, das fragliche Ph\u00e4nomen mit einem eindeutig geistlichen Etikett zu versehen. Richards rechnet grunds\u00e4tzlich damit, dass in Verbindung mit unserem Ph\u00e4nomen Menschen eine geistliche Erfahrung zuteilwerden kann, er m\u00f6chte aber etwa vom &#8222;Ruhen im Geist&#8220; erst dann sprechen, wenn sich an den Fr\u00fcchten dieser Erfahrung zeigt, dass sie vom Geist geschenkt war. Im \u00dcbrigen zieht er es vor, eine an der k\u00f6rperlichen Seite des Ph\u00e4nomens orientierte Beschreibung zu geben (z.B.: &#8222;W\u00e4hrend des Gottesdienstes fielen drei Menschen um&#8220;). Ich halte diese Sprachregelung f\u00fcr au\u00dferordentlich hilfreich; sie nimmt das geistliche Urteil nicht vorweg und k\u00f6nnte Bef\u00fcrworter und Kritiker des Ph\u00e4nomens n\u00e4her zueinander bringen.<a href=\"#_ftn6\" name=\"_ftnref6\"><sup><sup>[6]<\/sup><\/sup><\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: left\">\n<p style=\"text-align: left\">2.) Jedes unmittelbare Aus-Sein auf diese Erfahrung ist von der Bibel her abzulehnen. Sowohl der &#8222;Segner&#8220; als auch der Segen\u00adSuchende sollten sich an Jesus Christus orientieren. &#8222;Ich war jedoch entschlossen, dieses Ph\u00e4nomen niemals anzustreben. Die Konzentration sollte sich auf den Herrn selber richten und darauf, dass wir im Glauben zu ihm kommen, nicht auf diese oder jene Manifestation der Auswirkungen seiner Kraft gegen\u00fcber Menschen. Es war m\u00f6glich, Heilung im Stehen, im Knien, im Sitzen oder im Liegen zu empfangen&#8216;! (Colin Urquhart a. a. O., S.74; aus dem Englischen \u00fcbersetzt).<\/p>\n<p style=\"text-align: left\">\n<p style=\"text-align: left\">3.) Wir brauchen eine grunds\u00e4tzliche Offenheit daf\u00fcr, dass auch in unserem Erfahrungskreis eine Begleiterscheinung des geistlichen Lebens wie die besprochene passiert. Wenn es keine stichhaltigen Gr\u00fcnde gegen die M\u00f6glichkeit dieses Ph\u00e4nomens vom Neuen Testament her gibt, wenn aber gen\u00fcgend Material vorliegt, welches darauf hindeutet, dass Menschen einen wirklichen Gewinn von dieser Erfahrung haben k\u00f6nnen, sollten wir f\u00fcr sie grunds\u00e4tzlich offen sein, zumal sie eben nicht der willensm\u00e4\u00dfigen Steuerung unterliegt.<\/p>\n<p style=\"text-align: left\">\n<p style=\"text-align: left\">4.) Wer in sich eine Abwehr, ja sogar Angst gegen\u00fcber diesem Ph\u00e4nomen sp\u00fcrt, sollte sich ehrlich seinen Emotionen stellen, statt sie theologisch zu rationalisieren. F\u00fcrchten wir uns davor, uns ein St\u00fcck weit aus der Hand zu geben?<\/p>\n<p style=\"text-align: left\">\n<p style=\"text-align: left\">5.) Wo das fragliche Ph\u00e4nomen in Verbindung mit dem Dienst eines Christen oder einer Christin unter uns h\u00e4ufiger auftritt, sollten wir diese Sondererfahrung nicht isolieren, indem wir etwa fragen, ob man diesen Mann oder diese Frau in Zukunft noch einladen k\u00f6nne. Wir sollten vielmehr pr\u00fcfen, ob der Dienst solcher Christen im Ganzen von Gott gesegnet wird, d.h. ob durch sie Glaube ermutigt, Liebe vertieft, Hoffnung geweckt, Heilung vermittelt oder Heiligung voran gebracht werden. Ist der Dienst eines Mitchristen in dieser Weise durch Fr\u00fcchte des Geistes ausgewiesen, so sollten wir es uns verboten sein lassen, ihn wegen des besprochenen Randph\u00e4nomens zu verd\u00e4chtigen, uns von ihm zu distanzieren oder zu versuchen, ihn &#8222;von dieser Praxis&#8220; abzubringen. Wie soll er das anstellen?<\/p>\n<p style=\"text-align: left\">\n<p style=\"text-align: left\">6.) Durch Vermeiden oder Verbote l\u00e4sst sich das aufgeworfene Problem ebenso wenig bew\u00e4ltigen wie durch Erlebniss\u00fcchtigkeit. Immer wieder zeigt sich, dass neuartig wirkende geistliche Erfahrungen ihre \u00dcberbetonung am leichtesten verlieren, wenn sie in das Ganze des geistlich kirchlichen Lebens integriert werden.<\/p>\n<p style=\"text-align: left\">\n<p style=\"text-align: left\">Aus: Gemeinde-Erneuerung, Juni 1983<\/p>\n<p style=\"text-align: left\">\n<p style=\"text-align: left\">\u00dcberarbeitung 2016<\/p>\n<p style=\"text-align: left\">\n<p style=\"text-align: left\"><a href=\"#_ftnref1\" name=\"_ftn1\">[1]<\/a> L\u00e9on-Joseph Suenens : Gemeinschaft im Geist, Salzburg 1979, S. 85 ff.<\/p>\n<p style=\"text-align: left\">\n<p style=\"text-align: left\"><a href=\"#_ftnref2\" name=\"_ftn2\">[2]<\/a> Francis MacNutt: Beauftragt zu heilen, Graz\/Wien\/K\u00f6ln\/Metzingen 1979, S. 126 \u2013 147.<\/p>\n<p style=\"text-align: left\">\n<p style=\"text-align: left\"><a href=\"#_ftnref3\" name=\"_ftn3\">[3]<\/a> Dennis Bennett:&nbsp; Wachstum durch F\u00fclle im Heiligen Geist, Erzhausen 1983, S. 111-125<\/p>\n<p style=\"text-align: left\">\n<p style=\"text-align: left\"><a href=\"#_ftnref4\" name=\"_ftn4\">[4]<\/a> Eduard Schweizer:&nbsp; Artikel \u201ePneuma\u201c in: Theologisches W\u00f6rterbuch zum Neuen Testament, ed. Gerhard Friedrich, Stuttgart, Band VI, S.404.<\/p>\n<p style=\"text-align: left\">\n<p style=\"text-align: left\"><a href=\"#_ftnref5\" name=\"_ftn5\">[5]<\/a> Colin Urquhart: Faith for the Future London\/Sydney\/Auckland\/Toronto 1982, S. 64-74.<\/p>\n<p style=\"text-align: left\">\n<p style=\"text-align: left\"><a href=\"#_ftnref6\" name=\"_ftn6\">[6]<\/a> John Richards u.a.: Resting in the Spirit. Renewal Servicing, P.O.Box 366, Addlestone, Weybridge, Surrey KT 15 3 UL (ein siebzehnseitiges hektografiertes Arbeitspapier)<\/p>\n<p style=\"text-align: left\">\n<p style=\"text-align: left\"><strong>Die Geister unterscheiden<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: left\">\n<p style=\"text-align: left\">Wolfram Kopfermann<\/p>\n<p style=\"text-align: left\">\n<p style=\"text-align: left\"><strong>&nbsp;<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: left\">\n<p style=\"text-align: left\">Das Neue Testament redet betont vom Wirken des Heiligen Geistes, aber es tut dies nicht naiv. Naiv w\u00e4re eine Lehre vom Heiligen Geist, welche die M\u00f6glichkeit einer f\u00e4lschlichen Berufung auf den Geist Gottes \u00fcbers\u00e4he. In den Evangelien wird die Gemeinde des Christus vor falschen Christussen und falschen Propheten gewarnt, die Zeichen und Wunder tun werden, um, wenn m\u00f6glich, auch die Auserw\u00e4hlten irrezuf\u00fchren (Mk 13,21 f; Mt 24,23 f). Diese Warnung ist nur sinnvoll, wenn es \u00c4hnlichkeiten zwischen den Wirkungen Christi und denen der Pseudo-Christusse, des Heiligen Geistes und der L\u00fcgengeister gibt. Diese Linie setzt sich im \u00dcbrigen Neuen Testament fort bis zur Offenbarung des Johannes, wo vom Wirken und Geschick des &#8222;falschen Propheten&#8220; die Rede ist (vgl. 16, 13; 19, 20; 20, 10 im Zusammenhang).<\/p>\n<p style=\"text-align: left\">\n<ol style=\"text-align: left\">\n<li><strong> Die Notwendigkeit der Geisterunterscheidung<\/strong><\/li>\n<\/ol>\n<p style=\"text-align: left\">\n<p style=\"text-align: left\"><strong>&nbsp;<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: left\">\n<ol style=\"text-align: left\">\n<li><em> Die personalen M\u00e4chte des B\u00f6sen<\/em><\/li>\n<\/ol>\n<p style=\"text-align: left\">\n<p style=\"text-align: left\"><em>&nbsp;<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: left\">\n<p style=\"text-align: left\">Dem modernen protestantischen Denken bereitet es kaum Schwierigkeiten anzuerkennen, dass es einerseits gesch\u00f6pfliche, die Alltagserfahrung \u00fcbersteigende <em>menschliche Begabungen<\/em> und F\u00e4higkeiten gibt, andererseits vom Menschen ausgehende Wirkungen, in denen sich der <em>Heilige Geist<\/em> manifestiert. Dar\u00fcber hinaus redet die Bibel von einer Realit\u00e4t des Satanischen, rechnet also mit dem Teufel und seinen D\u00e4monen.<\/p>\n<p style=\"text-align: left\">\n<p style=\"text-align: left\">Diese personalen M\u00e4chte des B\u00f6sen&nbsp; m\u00fcssen wir ernst nehmen. Dabei leiten uns zwei Gesichtspunkte: zuerst und vor allem die an dieser Stelle eindeutige Sicht des Neuen Testamentes; dann die auff\u00e4llige Erfahrung, dass die tiefsten Christuszeugen zugleich am eindringlichsten mit den personalen M\u00e4chten des B\u00f6sen gerechnet haben. Jesus hat von einem Reich des Satans und der D\u00e4monen gesprochen, in das er k\u00e4mpfend und \u00fcberwindend eingedrungen ist. M\u00e4chte des B\u00f6sen und des Verderbens werden im Neuen Testament unterschiedlich benannt: Diabolos (Teufel), Satanas, Beelzebul, der Feind, der Versucher, der Verkl\u00e4ger, der B\u00f6se, der gro\u00dfe Drache, die unreinen Geister usw. Zweifellos sind in der Verk\u00fcndigung Jesu und der urchristlichen Gemeinde j\u00fcdische Vorstellungen von b\u00f6sen M\u00e4chten vorausgesetzt, jedoch nicht unver\u00e4ndert \u00fcbernommen. Ihre Herrschaft wird umfassender und radikaler verstanden als im Judentum. Von den b\u00f6sen Geistern wird jetzt als Gliedern eines in sich geschlossenen, durch \u00dcber- und Unterordnung zusammengehaltenen satanischen Herrschaftsgef\u00fcges gesprochen, dessen Gewalt nicht nur einzelne Menschen oder V\u00f6lker, sondern die ganze Welt unterworfen ist. Satan ist &#8222;der F\u00fcrst dieser Welt&#8220; Joh 12,31; 14,30; 16,11), &#8222;der Gott dieses \u00c4ons&#8220; (2 Kor 4,4). Erst in der Begegnung mit Jesus Christus sind S\u00fcnde, Tod und Teufel in ihrer die ganze Menschheit beherrschenden gottfeindlichen Macht vollends aufgedeckt worden. Allerdings wurden die M\u00e4chte der Dunkelheit im Ostersieg des Gekreuzigten \u00fcberwunden (Kol 2,15; Eph 1,21 f; Hebr 2,14); die Gl\u00e4ubigen haben Anteil an Christi Sieg (Eph 2,6; 1 J oh 2,13 f).<\/p>\n<p style=\"text-align: left\">\n<p style=\"text-align: left\">Unter den evangelischen Christuszeugen, welche die Realit\u00e4t des Satanischen besonders betont haben, seien exemplarisch zwei genannt, n\u00e4mlich Martin Luther und Johann Christoph Blumhardt. F\u00fcr den Reformator gilt: &#8222;Dass Luther auch eine Lehre vom Teufel bietet, geschieht unter der Autorit\u00e4t der Heiligen Schrift und kn\u00fcpft zugleich an die kirchliche Tradition an. Aber dass und wie er vom Teufel redet, geht \u00fcber blo\u00dfen Biblizismus und Traditionalismus weit hinaus. Er f\u00fchrt nicht einfach ein St\u00fcck theologischer und auch volkst\u00fcmlicher \u00dcberlieferung weiter, sondern bezeugt die Wirklichkeit und Furchtbarkeit der Macht des Teufels aus eigener Erfahrung mit pers\u00f6nlichster \u00dcberzeugung in gr\u00f6\u00dftem Ernst. Es ist nicht m\u00f6glich, seine Theologie an diesem Punkt nur als mittelalterliches Erbe verstehen zu wollen, soviel er im Einzelnen auch durch den traditionellen Teufels- und D\u00e4monenglauben bestimmt ist. Er hat den Teufel viel ernster genommen als das Mittelalter &#8230; Das h\u00e4ngt ohne Frage daran, dass Luther das Wesen der Herrschaft Gottes und Christi mit neuer Klarheit erkannt hat und dadurch auch einen neuen scharfen Blick f\u00fcr die Gegenmacht und die Schwere und Tiefe des umfassenden Kampfes zwischen Gott und der Macht des Widerstandes gewonnen hat. Luther kehrt auch hier zu der Sicht Jesu und des Urchristentums zur\u00fcck. Sein Reden vom Teufel geh\u00f6rt aufs engste und untrennbar mit dem Zentrum seiner Theologie zusammen. &#8222;<a href=\"#_ftn1\" name=\"_ftnref1\"><sup><sup>[1]<\/sup><\/sup><\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: left\">\n<p style=\"text-align: left\">Blumhardts ber\u00fchmter Kampf um die Befreiung und Heilung seines Gemeindegliedes Gottliebin Dittus hat ihn zu folgenden Erkenntnissen gef\u00fchrt: &#8222;Ich ber\u00fchre das alles nur, um zu beweisen, wie wertvoll mir die Dauer des Kampfes war. Denn wahrlich, mir ist ein Licht aufgegangen in die Tiefe, darum auch in die H\u00f6he. Denn wer die Tiefen des Satans nicht versteht, hat nicht den rechten Blick in die H\u00f6hen des zur Rechten Gottes sitzenden Mittlers und Heilandes. \u00dcbrigens habe ich in obigem nur ein St\u00fcck angef\u00fchrt; aber ich w\u00e4re noch lange nicht fertig, wenn ich&#8217;s aussagen wollte, was mir alles, als unter dem Seufzen der Kreatur nach innen und au\u00dfen verborgen, klargeworden ist. Lob und Dank sei darum dem treuen Gott und Heiland, dass Er mich so lange hat zappeln lassen!&#8220;<a href=\"#_ftn2\" name=\"_ftnref2\"><sup><sup>[2]<\/sup><\/sup><\/a> Es geht bei dem Hinweis auf die Notwendigkeit, mit den personalen M\u00e4chten des Verderbens zu rechnen, nicht um eine Aussage des Weltbildes. Die d\u00e4monischen M\u00e4chte sind niemals Gegenstand der Wahrnehmung und \u00dcberpr\u00fcfung wie Gegenst\u00e4nde in der Welt. Jeder plakativen &#8222;Abbildung&#8220; des B\u00f6sen, jedem falschen Bescheidwissen ist zu misstrauen. Nur so viel soll deutlich werden, dass der Prozess der Unterscheidung der Geister ohne das faktische Rechnen mit dem personalen B\u00f6sen ganz unm\u00f6glich ist.<\/p>\n<p style=\"text-align: left\">\n<ol style=\"text-align: left\">\n<li><em> Das Ernstnehmen des nur Menschlichen<\/em><\/li>\n<\/ol>\n<p style=\"text-align: left\">\n<p style=\"text-align: left\"><em>&nbsp;<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: left\">\n<p style=\"text-align: left\">Das Neue Testament scheint neben dem Rechnen mit dem Gottesgeist und seinen Wirkungen einerseits, dem Ernstnehmen der satanischen Realit\u00e4t und seiner Manifestation andererseits eine dritte M\u00f6glichkeit nicht im Blick zu haben: die n\u00e4mlich, dass eine im Bereich von Kirche und Gemeinde wahrnehmbare menschliche \u00c4u\u00dferung nur menschlich ist. Diese Beobachtung muss ernstgenommen werden. Wenn es um die Geister geht, denkt das Neue Testament dualistisch (&#8222;entweder &#8211; oder&#8220;). Das h\u00e4ngt offenbar damit zusammen, dass in den Zusammenh\u00e4ngen, die es hier zu beachten gilt, Warnungen ausgesprochen werden, bei denen es um eine letzte Verf\u00fchrung, also um Heil oder Unheil, geht. Das liegt noch tiefer daran, dass allgemein, wie besonders Paulus und Johannes lehren, der Mensch nur als Glaubender oder als Nichtglaubender, im Licht oder in der Finsternis existieren kann. An dieser Stelle f\u00e4llt kein Blick auf die gesch\u00f6pflichen Begabungen des Menschen. Obwohl diese Betrachtung nicht zentral f\u00fcr das Neue Testament erscheint, kommt sie jedenfalls vor: so erkl\u00e4rt Jesus fast beil\u00e4ufig, dass seine H\u00f6rer b\u00f6se seien, ihren Kindern aber&nbsp; nichtsdestoweniger gute Gaben geben k\u00f6nnten (Mt 7,11; Lk 11,13). In diesem Zusammenhang f\u00e4llt auch die Unbek\u00fcmmertheit auf; mit der das Matth\u00e4us-Evangelium von den Magiern aus dem Osten erz\u00e4hlt (2,1-12). Deren Praktiken werden zwar nicht zur Nachahmung empfohlen; aber Matth\u00e4us setzt doch voraus, dass einerseits astrologisches Wissen sie zum neugeborenen Jesus geleitet hat (Vers 2), dass ihnen andererseits im Traum g\u00f6ttliche Weisung zuteilwird (Vers 12). Es handelt sich hier, dies darf nicht vergessen werden, um Heiden. \u00c4hnlich unbek\u00fcmmert wirkt Matth\u00e4us 12, 27: der Vers behauptet doch, dass es D\u00e4monenaustreibungen auch au\u00dferhalb der J\u00fcngergemeinde Christi, n\u00e4mlich bei den Pharis\u00e4ern gibt. Vielleicht darf auch daran erinnert werden, dass nach dem Johannes-Evangelium der Hohepriester Kaiphas prophetisch redet, wie der Evangelist ausdr\u00fccklich feststellt (11,51), ohne den Heiligen Geist zu haben. Denn auch f\u00fcr Kaiphas gilt ja die Aussage von Kap. 7,39: der Geist war noch nicht gegeben, weil Jesus noch nicht verherrlicht war. Dies alles hei\u00dft: die Gesch\u00f6pflichkeit auch des unerl\u00f6sten Menschen ist nicht soweit pervertiert, dass er nicht positiver Handlungen f\u00e4hig w\u00e4re, die im Rahmen des Vollzugs der Geisterunterscheidung nicht einfach als satanisch abgetan werden d\u00fcrfen.<\/p>\n<p style=\"text-align: left\">\n<ol style=\"text-align: left\">\n<li><strong> Der Vollzug der Geisterunterscheidung<\/strong><\/li>\n<li><em> Geistliche Kriterien<\/em><\/li>\n<\/ol>\n<p style=\"text-align: left\">\n<ol style=\"text-align: left\">\n<li>Die Frage nach dem Inhalt der Geist\u00e4u\u00dferung<\/li>\n<\/ol>\n<p style=\"text-align: left\">\n<p style=\"text-align: left\">Der erste Johannesbrief sch\u00e4rft ein: &#8222;Ihr Lieben, glaubt nicht einem jeden Geist, sondern pr\u00fcft die Geister, ob sie aus Gott sind; denn es sind viele falsche Propheten ausgegangen in die Welt. Daran sollt ihr den Geist Gottes erkennen: jeder Geist, der bekennt, dass Jesus Christus im Fleisch gekommen ist, ist aus Gott; und jeder Geist, der Jesus nicht bekennt, ist nicht aus Gott. Und das ist der Geist des Antichrists, von welchem ihr geh\u00f6rt habt, dass er kommen werde, und der jetzt schon in der Welt ist&#8220; (4, 1-3). Hier werden falsche und wahre Propheten, Geist Gottes und Geist des Antichrists am Kriterium der rechten Lehre gemessen. Wer die Fleischwerdung des Gottessohnes leugnet, spricht nicht aus Gottes Geist. Es ist deutlich, dass die Bestreitung der Inkarnation auf das Ganze des kirchlichen Lebens gesehen nur <em>eine<\/em> Form der Irrlehre darstellt. Die Kirche hat in ihrer Geschichte mit zahlreichen lehrm\u00e4\u00dfigen Verirrungen zu tun gehabt und hat es heute noch. Wichtig f\u00fcr unsere Frage ist der leitende Grundsatz: wo immer eine angebliche Geist\u00e4u\u00dferung der offenbarten Wahrheit des Evangelium widerspricht, ist sie als ung\u00f6ttlich zu entlarven. Der Geist befindet sich immer in \u00dcbereinstimmung mit der Urtradition der Kirche: &#8222;Der Beistand aber, der Heilige Geist, den der Vater in meinem Namen senden wird, der wird euch alles lehren und euch an alles erinnern, was ich euch gesagt habe&#8220; (Joh 14, 26). Von hier aus ist die reformatorische Lehre zu verstehen, dass der Geist sich an das Wort der Schrift bindet. Was gegen die Schrift ist, stammt auch nicht aus dem Geist.<\/p>\n<p style=\"text-align: left\">\n<ol start=\"2\" style=\"text-align: left\">\n<li>Die Frage nach der Person, die sich \u00e4u\u00dfert<\/li>\n<\/ol>\n<p style=\"text-align: left\">\n<p style=\"text-align: left\">Ein anderes Kriterium, das gegen\u00fcber angeblichen Geist\u00e4u\u00dferungen anzuwenden ist, findet sich Mt 7,15-23: &#8222;Seht euch vor vor den falschen Propheten, die in Schafskleidern zu euch kommen, inwendig aber rei\u00dfende W\u00f6lfe sind. An ihren Fr\u00fcchten sollt ihr sie erkennen. Kann man auch Trauben lesen von den Dornen oder Feigen von den Disteln? So bringt ein jeder gute Baum auch gute Fr\u00fcchte; ein fauler Baum aber bringt b\u00f6se Fr\u00fcchte. Ein guter Baum kann keine b\u00f6sen Fr\u00fcchte bringen, und ein fauler Baum kann keine guten Fr\u00fcchte bringen. Ein jeder Baum, der keine guten Fr\u00fcchte bringt, wird abgehauen und ins Feuer geworfen. Darum sollt ihr sie an ihren Fr\u00fcchten erkennen. Es werden nicht alle, die zu mir sagen: Herr, Herr! in das Himmelreich kommen, sondern die den Willen meines Vaters im Himmel tun. Viele werden an jenem Tage zu mir sagen: Herr, Herr, haben wir nicht in deinem Namen prophetisch geredet? Haben wir nicht in deinem Namen b\u00f6se Geister ausgetrieben? Haben wir nicht in deinem Namen viele Wunder getan? Dann werde ich ihnen bekennen: Ich habe euch nie gekannt; weicht von mir, ihr T\u00e4ter der Gesetzlosigkeit!&#8220;<\/p>\n<p style=\"text-align: left\">\n<p style=\"text-align: left\">Hier wird nicht nach dem Ausspruch, sondern nach dem Sprecher gefragt; nicht was gesagt wird, sondern wer da redet, steht zur Debatte. Die Untersuchung richtet sich auf den Glaubensgehorsam des angeblichen Geisttr\u00e4gers. Zweimal, in Vers 16 a und in Vers 20, ist von den Fr\u00fcchten als dem Erweis geistlicher Echtheit die Rede. Diese Aussage des Matth\u00e4us-Evangeliums bezieht sich auf &#8222;Charismatiker&#8220;, die zwar am Christus-Bekenntnis festhalten, also Jesus den Kyrios nennen (Vers 21 f), im \u00dcbrigen aber Gesetzes\u00fcbertreter sind. An dieser Stelle wird nicht etwa blo\u00df der schlechte Lebenswandel als etwas angesehen, das die Geist\u00e4u\u00dferung in Frage stellt, sondern offenbar vor jeder sogenannten Geist\u00e4u\u00dferung gewarnt, die einem ungehorsamen Leben entspringt. So wenig es in das &#8222;evangelische&#8220; Denken passen mag: wir sollen hier nicht zwischen Sache und Person trennen! Es gibt demnach auch personale Kriterien f\u00fcr Geist\u00e4u\u00dferungen. Das erste w\u00e4re: wo ein Mensch in offensichtlicher Weise (von heimlichen Anfechtungen und N\u00f6ten ist hier nicht die Rede) den Glaubensgehorsam verweigert, sind auch seine angeblichen Geist\u00e4u\u00dferungen zur\u00fcckzuweisen. Folgt man dieser F\u00e4hrte, so wird eine weitere Unterscheidung wichtig. Sie wird zwar im Neuen Testament meines Wissens nicht genannt, ist aber f\u00fcr die heutige Praxis wichtig. Als ein in der Person liegendes Hindernis f\u00fcr Geist\u00e4u\u00dferungen kann sich neben bewusstem Ungehorsam auch fehlende psychische Gesundheit herausstellen. Es ist in diesem Falle durchaus m\u00f6glich, dass urspr\u00fcngliche geistliche Impulse in einer solchen Person wirksam werden. Sie verbinden sich allerdings mit kranken psychischen Einfl\u00fcssen, so dass das Ergebnis verwirrend ist. Wo neurotische und psychotische Kr\u00e4fte in Menschen wirken, kann sich ein besonderes Bed\u00fcrfnis nach h\u00e4ufigen \u00c4u\u00dferungen vor der Gemeinde, besonders was den Bereich der Prophetie angeht, zeigen. Solche Beitr\u00e4ge m\u00fcssen liebevoll, aber bestimmt zur\u00fcckgewiesen werden.<\/p>\n<p style=\"text-align: left\">\n<ol start=\"3\" style=\"text-align: left\">\n<li>Die Frage nach der Wirkung der Geist\u00e4u\u00dferungen<\/li>\n<\/ol>\n<p style=\"text-align: left\">\n<p style=\"text-align: left\">Paulus hat im 14. Kapitel des 1. Korintherbriefes Anweisungen f\u00fcr den Gebrauch der Geist\u00e4u\u00dferungen im Gottesdienst gegeben. Der leitende Gesichtspunkt liegt dabei in der Frage, wie weit die Gemeinde durch solche Geist\u00e4u\u00dferungen aufgebaut werde (so ausdr\u00fccklich Vers 4 und Vers 12). Hier ist also vorausgesetzt, dass Geist\u00e4u\u00dferungen sowohl in lehrm\u00e4\u00dfiger Hinsicht als auch im Blick auf die Person dessen, der sich \u00e4u\u00dfert, in Ordnung, dass sie aber der Gemeinde dennoch abtr\u00e4glich sein k\u00f6nnen. Ein solcher Fall w\u00e4re etwa gegeben, wenn ein Sprachengebet ohne Auslegung in der Gemeindeversammlung vork\u00e4me (Vers 28). Diese Grundregel l\u00e4sst sich nun ebenfalls verallgemeinern, auch wenn dabei Gefahren zu beachten sind. Es k\u00f6nnte sein, dass Gemeindeglieder immer wieder einmal Predigten, freie Geist\u00e4u\u00dferungen, Ermahnungen, seelsorgerliches Zureden damit abwehren, dass sie behaupten, solche Dinge h\u00e4tten ihnen nicht geholfen, sie seien beunruhigt worden, man habe ihnen Angst bereitet, sie h\u00e4tten derartiges nicht verkraftet und anderen sei es genauso ergangen. Ich spreche, wie gesagt, hier von Abwehrreaktionen und nicht davon, dass in der Aussage selber etwas \u00c4ngstigendes gelegen habe, was bekanntlich ja auch der Fall sein kann. Hier w\u00e4re \u00fcbersehen, dass nicht mehrheitlich oder rein subjektiv entschieden wird, was dem Aufbau der Gemeinde dient; dass oft gerade geistliche Provokationen, gegen die wir uns zun\u00e4chst wehren, uns am meisten voranbringen, dass nur ein sich Einlassen auf Gott uns die Kraft eines aufbauenden Wortes erfahren l\u00e4sst. Trotzdem bleibt hier ein wichtiges Kriterium f\u00fcr die Echtheit von Geist\u00e4u\u00dferungen: es geht dem Heiligen Geist nicht um abstrakte Richtigkeiten, sondern um das, was dieser Gemeinde jetzt hilft. Von daher kann es ungeistlich sein, dieser oder jener \u00c4u\u00dferung Raum zu geben, auch wenn vom Inhaltlichen oder im Blick auf die sich \u00e4u\u00dfernde Person kein Anlass zur Kritik besteht. Beispiel: Wenn eine Gemeinde eine gewisse Zahl prophetischer Worte aufgenommen hat, kann sie u. U. auch dann nicht mehr h\u00f6ren, wenn ihr ein alles Bisherige an Tiefe \u00fcbertreffendes Wort gesagt wird.<\/p>\n<p style=\"text-align: left\">\n<ol start=\"4\" style=\"text-align: left\">\n<li>Die Frage nach dem (verborgenen) Ursprung der Geist\u00e4u\u00dferung<\/li>\n<\/ol>\n<p style=\"text-align: left\">\n<p style=\"text-align: left\">Lukas berichtet, Petrus habe ein gebefreudiges Ehepaar aus der Gemeinde &#8222;durchschaut&#8220;: dem Apostel sei die heimliche L\u00fcge hinter dieser angeblichen Geist\u00e4u\u00dferung aufgegangen, er habe den satanischen Ursprung dieser frommen Aktion erkannt, mit der Folge, dass dieses Ehepaar sterben musste (Apg 5,1-11). Von Paulus wird berichtet, dass er die &#8222;Hilfe&#8220; einer Magd nicht annahm, die ihm und seinen Mitarbeitern in Philippi viele Tage lang nachlief, an denen sie, die Heidin, ausrief: &#8222;Diese Menschen sind Diener des h\u00f6chsten Gottes; sie verk\u00fcnden euch den Weg des Heils.&#8220; Paulus erkannte n\u00e4mlich, dass hinter diesem frommen Bekenntnis ein b\u00f6ser Geist steckte, den er dann austrieb (Apg 16, 16-18). Diese Stellen f\u00fchren zu einer generellen Einsicht: nicht immer sind falsche Geist\u00e4u\u00dferungen auf Grund ihres lehrm\u00e4\u00dfigen Gehaltes oder im Blick auf die offensichtliche Verkehrtheit des Gabentr\u00e4gers erkennbar; oftmals ist eine geistliche Intuition notwendig, um zu erkennen, welcher Geist hier wirkt. Das Ergebnis dieser Art von Pr\u00fcfung muss nicht sein, dass satanischer Einfluss diagnostiziert wird; es kann sich auch um blo\u00dfe menschliche Richtigkeiten handeln, die als besonderes Reden des Geistes f\u00fcr diesen Augenblick ausgegeben werden. Eine solche Diagnose ergibt sich h\u00e4ufig im Blick auf sogenannte prophetische \u00c4u\u00dferungen: sie entpuppen sich als durchaus richtige, aber selbstgemachte, keinesfalls inspirierte Beitr\u00e4ge. Es ist wohl einleuchtend, dass der zuletzt besprochene Aspekt der Geisterunterscheidung in gewisser Weise der schwerste ist; denn hier gen\u00fcgt weder Schriftkenntnis noch theologischer Durchblick; weder der unbestechliche Blick in das Leben der Person noch die pastorale Weisheit, welche sp\u00fcrt, was der Gemeinde jetzt zum Aufbau dient: hier geht es um ein St\u00fcck unverf\u00fcgbarer pers\u00f6nlicher Offenbarung!<\/p>\n<p style=\"text-align: left\">\n<ol style=\"text-align: left\">\n<li><em> Der konkrete Vollzug der Geisterunterscheidung<\/em><\/li>\n<\/ol>\n<p style=\"text-align: left\">\n<p style=\"text-align: left\"><em>&nbsp;<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: left\">\n<p style=\"text-align: left\">Pr\u00fcft die Kirche die Geister, ob sie aus Gott sind (1 Joh 4,1), so ist die Feststellung des Pr\u00fcfergebnisses kein Selbstzweck.<\/p>\n<p style=\"text-align: left\">\n<p style=\"text-align: left\">Sie hat zu best\u00e4rken, was aus dem Heiligen Geist kommt, aber noch schwach ist: es soll wachsen.<\/p>\n<p style=\"text-align: left\">\n<p style=\"text-align: left\">Ist der nur menschliche Anteil gro\u00df, ja, handelt es sich um eine fromme, aber geistlose Imitation des g\u00f6ttlich Gewirkten, so hat sie zu einer neuen geistlichen Fundierung oder Vertiefung zu f\u00fchren: dazu ist Umkehr n\u00f6tig.<\/p>\n<p style=\"text-align: left\">\n<p style=\"text-align: left\">Hat sich herausgestellt, dass Menschen an b\u00f6se Geister gebunden sind, so brauchen sie Befreiung.<\/p>\n<p style=\"text-align: left\">\n<p style=\"text-align: left\">Daraus ergibt sich, dass viele Gaben in dem Dienst der Geisterunterscheidung zusammenwirken m\u00fcssen: die Gaben der Lehre, der Predigt, der Gemeindeleitung, der Seelsorge, der geistlichen Intuition bzw. der Herzensschau.<\/p>\n<p style=\"text-align: left\">\n<ol style=\"text-align: left\">\n<li><strong> Ausblick<\/strong><\/li>\n<\/ol>\n<p style=\"text-align: left\">\n<p style=\"text-align: left\">Es sollte deutlich werden, dass die Rede von der notwendigen Geisterunterscheidung innerhalb der Kirche einen zentralen Vorgang meint. Nur im Zusammenspiel geistlicher Gaben und Dienste kann das geschehen, worum es hier geht. Andernfalls kommt es zu Reglementierungen kirchlichen Lebens, bei denen die Gro\u00dfz\u00fcgigen die \u00c4ngstlichen, die Engherzigen die Freien, die Lehrbegabten die theologischen Laien, die Spontanen die Ordnungsliebenden usw. beherrschen. Dass wir Einblicke in dunkle menschliche und d\u00e4monische Abgr\u00fcnde gewinnen, wenn wir diese Aufgabe ernstnehmen, liegt auf der Hand. Kampf und Leiden sind unvermeidlich; ebenso gibt es aber Durchbr\u00fcche und Siege. Nur eines ist ganz unn\u00f6tig: die Angst, dem st\u00e4ndig drohenden B\u00f6sen und seiner Verf\u00fchrung erliegen zu m\u00fcssen. &#8222;Dazu ist der Sohn Gottes erschienen, dass er die Werke des Teufels zerst\u00f6re&#8220; (1 Joh 3,8).<\/p>\n<p style=\"text-align: left\">\n<p style=\"text-align: left\">Dieser Artikel erschien erstmals unter der \u00dcberschrift \u201cDie Geister unterscheiden. Systematische und pastorale Erw\u00e4gungen aus evangelischer Sicht\u201c in: Erneuerung in Kirche und Gesellschaft, Heft 21, 1984, S. 19-24. \u00dcberarbeitete und gek\u00fcrzte Fassung 2016<\/p>\n<p style=\"text-align: left\">\n<p style=\"text-align: left\"><a href=\"#_ftnref1\" name=\"_ftn1\">[1]<\/a> Altbaus, Paul: Die Theologie Martin Luthers, G\u00fctersloh 1962, S. 145<\/p>\n<p style=\"text-align: left\">\n<p style=\"text-align: left\"><a href=\"#_ftnref2\" name=\"_ftn2\">[2]<\/a> Blumhardt, Johann Christoph: Gesammelte Werke, Bd. I 1, hg. von Gerhard Sch\u00e4fer, G\u00f6ttingen 1979, S. 162<\/p>\n<p style=\"text-align: left\"><\/p>\n<p style=\"text-align: left\"><\/p>\n<p style=\"text-align: left\"><!--[if !mso]&gt;--><\/p>\n<p>v:* {behavior:url(#default#VML);}<br \/>\no:* {behavior:url(#default#VML);}<br \/>\nw:* {behavior:url(#default#VML);}<br \/>\n.shape {behavior:url(#default#VML);}<\/p>\n<p><!--[if gte mso 9]&gt;--><\/p>\n<p>  Normal<br \/>\n  0<\/p>\n<p>  21<\/p>\n<p>  false<br \/>\n  false<br \/>\n  false<\/p>\n<p>  DE<br \/>\n  X-NONE<br \/>\n  X-NONE<\/p>\n<p><!--[if gte mso 9]&gt;--><\/p>\n<p><!--[if gte mso 10]&gt;--><\/p>\n<p> \/* Style Definitions *\/<br \/>\n table.MsoNormalTable<br \/>\n\t{mso-style-name:&#8220;Normale Tabelle&#8220;;<br \/>\n\tmso-tstyle-rowband-size:0;<br \/>\n\tmso-tstyle-colband-size:0;<br \/>\n\tmso-style-noshow:yes;<br \/>\n\tmso-style-priority:99;<br \/>\n\tmso-style-parent:&#8220;&#8220;;<br \/>\n\tmso-padding-alt:0cm 5.4pt 0cm 5.4pt;<br \/>\n\tmso-para-margin:0cm;<br \/>\n\tmso-para-margin-bottom:.0001pt;<br \/>\n\tmso-pagination:none;<br \/>\n\tfont-size:11.0pt;<br \/>\n\tfont-family:&#8220;Calibri&#8220;,&#8220;sans-serif&#8220;;<br \/>\n\tmso-ascii-font-family:Calibri;<br \/>\n\tmso-ascii-theme-font:minor-latin;<br \/>\n\tmso-hansi-font-family:Calibri;<br \/>\n\tmso-hansi-theme-font:minor-latin;<br \/>\n\tmso-ansi-language:EN-US;<br \/>\n\tmso-fareast-language:EN-US;}<\/p>\n<p><!--[if gte mso 9]&gt;--><\/p>\n<p><!--[if gte mso 9]&gt;--><\/p>\n<div class=\"WordSection1\" style=\"text-align: left\">\n<p class=\"MsoNormal\" style=\"margin-top:.2pt\"><i><span>&nbsp;<\/span><\/i><\/p>\n<p class=\"MsoNormal\" style=\"margin: 0cm 15.9pt 0.0001pt 14.45pt;text-align: left\"><b><span>Wolfram Kopfermann<\/span><\/b><\/p>\n<p class=\"MsoNormal\" style=\"margin: 0cm 15.9pt 0.0001pt 14.45pt;text-align: left\"><b><span>Geistliches Leben und<br \/>\nGeschlechtlichkeit in neutestamentlicher Sicht<\/span><\/b><span><\/span><\/p>\n<p class=\"MsoNormal\" style=\"margin-top: 0.5pt;text-align: left\"><b><i><span>&nbsp;<\/span><\/i><\/b><\/p>\n<h1 style=\"margin-left: 24.3pt;text-indent: -14.75pt;text-align: left\"><span><span>1.<span>&nbsp;&nbsp; <\/span><\/span><\/span><span>Geisterneuerung und<span style=\"letter-spacing:.9pt\"> <\/span>Ethik<\/span><span style=\"font-weight:normal\"><\/span><\/h1>\n<h3 style=\"margin-top: 6.55pt;text-align: left\"><span>Geistliches<br \/>\nLeben als Gehorsam gegen\u00fcber Jesu<span style=\"letter-spacing:-2.25pt\"> <\/span>Wort<\/span><\/h3>\n<p class=\"MsoBodyText\" style=\"margin: 6.65pt 10.95pt 0.0001pt 8.1pt;text-indent: 1.05pt;line-height: 96%;text-align: left\"><span>Der Heilige Geist bindet uns an das<br \/>\nWort und den Willen Jesu. Er macht Jesu Wort und Willen f\u00fcr uns verbindlich!<br \/>\nDas ist das Ende unserer Autonomie, also eines selbstherrlichen Lebens, das<br \/>\nunter dem Motto steht: ,,Ich tue, was ich will&#8220; oder: \u201eHerr, andere<br \/>\nBereiche sollst du gerne durchdringen und formen,<span style=\"letter-spacing:.35pt\"> <\/span>aber<span style=\"letter-spacing:-.2pt\"> <\/span>lass<span style=\"letter-spacing:-.45pt\"> <\/span>mir<span style=\"letter-spacing:-1.05pt\"> <\/span>doch<span style=\"letter-spacing:-.55pt\"> <\/span>diesen<span style=\"letter-spacing:-.2pt\"><br \/>\n<\/span>&#8230;&#8220;.<span style=\"letter-spacing:-.75pt\"> <\/span>Zum<span style=\"letter-spacing:.1pt\"> <\/span>Beispiel:<span style=\"letter-spacing:-.7pt\"><br \/>\n<\/span>,,Lass<span style=\"letter-spacing:-.35pt\"> <\/span>mir<span style=\"letter-spacing:-.75pt\"> <\/span>den<span style=\"letter-spacing:-.1pt\"> <\/span>Bereich<span style=\"letter-spacing:-.5pt\"> <\/span>meiner<span style=\"letter-spacing:-.3pt\"> <\/span>Geschlechtlichkeit<span style=\"letter-spacing:-.55pt\"> <\/span>zu meiner<span style=\"letter-spacing:-2.45pt\"> <\/span>eigenen Verf\u00fcgung&#8220;.<\/span><\/p>\n<p class=\"MsoBodyText\" style=\"margin: 0.2pt 11.05pt 0.0001pt 7.35pt;text-indent: 15.1pt;line-height: 97%;text-align: left\"><span>Mit dieser Verbindlichkeit ist das <\/span><i><span style=\"font-size:10.5pt;line-height:97%\">Ende des Subjektivismus <\/span><\/i><span>proklamiert. Der Subjektivismus sagt z.B.: ,,Wenn<br \/>\nich das tue, von dem meine Gemeinde sagt, es sei falsch, aber ich f\u00fchle mich<br \/>\ngut dabei und ich sp\u00fcre nicht, dass da etwas zwischen Jesus und mir steht, dann<br \/>\nkann das doch nicht verkehrt sein!\u201c Der Subjektivismus ist eine der gr\u00f6\u00dften<br \/>\nBedrohungen der heutigen Christenheit, eine Konsequenz des Humanismus. Die<br \/>\nWurzel des Humanismus ist der autonome Mensch. Aber das Christentum lehrt eben<br \/>\nnicht: keineswegs lehrt: Im Mittelpunkt steht der Mensch, sondern: Im<br \/>\nMittelpunkt steht Gott! Da kann man sich nur entscheiden, ob man das eine oder<br \/>\ndas andere will. Wenn der Geist mich an den Willen Jesu bindet, dann frage ich<br \/>\nn\u00e4mlich nicht mehr mein Gewissen als letzte Instanz, sondern <span style=\"letter-spacing:-.35pt\">ich <\/span>frage <\/span><i><span style=\"font-size:10.5pt;line-height:97%\">Jesus:<span style=\"letter-spacing:.55pt\"> <\/span><\/span><\/i><span>,,Was sagst du dazu?&#8220;<\/span><\/p>\n<p class=\"MsoNormal\" style=\"margin-top: 0.35pt;text-align: left\"><span>&nbsp;<\/span><\/p>\n<p class=\"MsoBodyText\" style=\"margin: 0cm 7.2pt 0.0001pt 5.6pt;text-indent: 16.2pt;line-height: 97%;text-align: left\"><span>Ich m\u00f6chte diesen Grundsatz kurz an<br \/>\ndrei Schriftgruppen des Neuen Testamentes aufzeigen: In den Abschiedsreden des<br \/>\nJohannes-Evangeliums sagt Jesus Christus, er werde den Geist senden, den<br \/>\nParakleten, und dieser Geist werde nun nicht etwas Neues bringen, etwas<br \/>\nanderes, sondern er werde die J\u00fcnger <\/span><i><span style=\"font-size:10.5pt;line-height:97%\">erinnern <\/span><\/i><span>an alles, was Jesus<br \/>\ngesagt hat, ihnen dieses Wort aufschlie\u00dfen und lebendig machen, aber sie eben<br \/>\ndaran auch binden (vgl. Joh 14,25f; 16,12-14). Am Ende des Matth\u00e4us-Evangeliums<br \/>\nsteht der Missionsbefehl, der mit den Worten Christi beginnt: ,,Mir ist alle<br \/>\nGewalt gegeben im Himmel und auf der Erde; darum geht hin, macht zu meinen<br \/>\nJ\u00fcngern alle V\u00f6lker!&#8220; (Mt 28,18ff). Das ist der Oberbefehl: ,,Macht zu<br \/>\nmeinen J\u00fcngern alle V\u00f6lker!&#8220; Damit dies geschehen kann, werden dann in<br \/>\ndiesem Text drei Anweisungen gegeben. Erstens: Ihr m\u00fcsst hingehen. Zweitens:<br \/>\nIhr sollt sie taufen in den Namen des Vaters, des Sohnes und des Heiligen<br \/>\nGeistes. Drittens: Ihr sollt sie anleiten, alles zu <\/span><i><span style=\"font-size:10.5pt;line-height:97%\">halten, <\/span><\/i><span>was ich, Jesus, euch <\/span><i><span style=\"font-size:10.5pt;line-height:97%\">befohlen <\/span><\/i><span>habe. Auch hier ist<br \/>\nklar: Der Geist, <span style=\"letter-spacing:-.4pt\">in <\/span>den hinein die<br \/>\nTaufe geschieht, leitet dazu an, das ernst zu nehmen, was Jesus gesagt hat,<br \/>\nsich unter sein Wort zu stellen. Weisen wir schlie\u00dflich noch auf Paulus hin: Er<br \/>\nhat ein Christentum gelehrt, das zutiefst bestimmt war vom Wirken des Heiligen<br \/>\nGeistes. Paulus sagt aber eben <span style=\"letter-spacing:-.15pt\">nicht <\/span>nur:<br \/>\n\u201eLasst euch vom Geist <span style=\"letter-spacing:-.15pt\">leiten, <\/span>dann<br \/>\nwerdet ihr nicht das Begehren des Fleisches erf\u00fcllen&#8220; (Gal 5,16), sondern<br \/>\ndieser selbe Paulus gibt der Gemeinde auch eine F\u00fclle von <\/span><i><span style=\"font-size:10.5pt;line-height:97%\">Einzelgeboten <\/span><\/i><span>und beruft sich, wo er kann, auf ein \u00fcberliefertes<br \/>\nWort Jesu, des Herrn. F\u00fcr Paulus besteht kein Widerspruch darin, sich vom<br \/>\nHeiligen Geiste <span style=\"letter-spacing:-.2pt\">leiten <\/span>zu lassen und<br \/>\ndie Gebote Gottes ernst zu nehmen. So. sagt er zum Beispiel R\u00f6m 8,4, Christus<br \/>\nsei gekommen, damit die Forderung des <\/span><i><span style=\"font-size:10.5pt;line-height:97%\">Gesetzes <\/span><\/i><span>erf\u00fcllt werde bei uns, die wir nach dem Geist leben. Nach Paulus sagt uns<br \/>\nder Heilige Geist also nicht: ,,das sind alte Gebote, ihr k\u00f6nnt sie<br \/>\nvergessen!&#8220;, sondern; ,,Was <span style=\"letter-spacing:-.5pt\">in <\/span>diesen<br \/>\nalten Geboten gemeint war als bleibender Gotteswille,<span style=\"letter-spacing:.25pt\"> <\/span>das<span style=\"letter-spacing:-.1pt\"> <\/span>gilt,<span style=\"letter-spacing:-.2pt\"> <\/span>das<span style=\"letter-spacing:-.4pt\"> <\/span>sollt<span style=\"letter-spacing:-.05pt\"> <\/span>ihr<span style=\"letter-spacing:-.8pt\"> <\/span>tun,<span style=\"letter-spacing:.05pt\"> <\/span>und<span style=\"letter-spacing:-.85pt\"> <\/span>es<span style=\"letter-spacing:-.2pt\"> <\/span>ist<span style=\"letter-spacing:-.45pt\"> <\/span>bedrohlich<span style=\"letter-spacing:-.35pt\"> <\/span>f\u00fcr<span style=\"letter-spacing:-.1pt\"> <\/span>euer<span style=\"letter-spacing:-.1pt\"> <\/span>Christsein,<span style=\"letter-spacing:.15pt\"> <\/span>dies<span style=\"letter-spacing:-.75pt\"> <\/span>zu<span style=\"letter-spacing:-.4pt\"> <\/span>ignorieren&#8220;.<\/span><\/p>\n<p class=\"MsoNormal\" style=\"text-align: left\"><span>&nbsp;<\/span><\/p>\n<p class=\"MsoBodyText\" style=\"margin: 0cm 13.45pt 0.0001pt 5.6pt;text-indent: 14.4pt;line-height: 97%;text-align: left\"><span>Ein bekannter Exeget (H. D. Wendland)<br \/>\nsagt: ,,Bei Paulus gibt es keinen Gegensatz zwischen Gebot und Geist. Der Geist<br \/>\nist eins mit dem Willen Gottes und macht diesen offenbar &#8230; Geist ohne Gebot<br \/>\nmusste geradezu zur moralischen Anarchie f\u00fchren.&#8220; Wir wissen ja, dass<br \/>\nschon Paulus gegen die Einstellung vorgehen musste, die unter Berufung auf den<br \/>\nHeiligen Geist behauptete: ,,Alles ist mir erlaubt!&#8220; <\/span><\/p>\n<p class=\"MsoBodyText\" style=\"margin: 0cm 13.45pt 0.0001pt 5.6pt;text-indent: 14.4pt;line-height: 97%;text-align: left\"><span>&nbsp;<\/span><\/p>\n<p class=\"MsoBodyText\" style=\"margin: 2.6pt 0cm 0.0001pt 10.35pt;text-align: left\"><span>Mit all dem ist nicht gesagt,<span style=\"letter-spacing:-.15pt\"> <\/span>dass <span style=\"letter-spacing:.15pt\">wir<br \/>\n<\/span>seufzen m\u00fcssten unter dem Druck strenger und uns eigentlich<br \/>\n\u00fcberfordernder<span style=\"letter-spacing:.05pt\"> <\/span>Gebote.<span style=\"letter-spacing:-.35pt\"> <\/span>Vielmehr<span style=\"letter-spacing:.2pt\"><br \/>\n<\/span>k\u00f6nnen<span style=\"letter-spacing:-.85pt\"> <\/span><span style=\"letter-spacing:.15pt\">wir<\/span><span style=\"letter-spacing:-.3pt\"> <\/span>in<span style=\"letter-spacing:-.4pt\"> <\/span>der<span style=\"letter-spacing:-.15pt\"> <\/span>Kraft<span style=\"letter-spacing:-.25pt\"> <\/span>des Heiligen<span style=\"letter-spacing:-.25pt\"> <\/span>Geistes<span style=\"letter-spacing:-.35pt\"> <\/span>wirklich<span style=\"letter-spacing:.6pt\"> <\/span>das<span style=\"letter-spacing:-.6pt\"> <\/span>tun,<span style=\"letter-spacing:-.3pt\"> <\/span>was<span style=\"letter-spacing:.05pt\"> <\/span>Gottvon uns<span style=\"letter-spacing:-1.95pt\"> <\/span>will!<\/span><\/p>\n<\/div>\n<div class=\"WordSection2\" style=\"text-align: left\">\n<p class=\"MsoNormal\" style=\"margin-top:.1pt\"><span>&nbsp;<\/span><\/p>\n<h1 style=\"margin-left:25.8pt;text-indent:-15.1pt\"><span><span>2.<span>&nbsp;&nbsp; <\/span><\/span><\/span><span>Grundaussagen Jesu zur menschlichen<span style=\"letter-spacing:2.6pt\"> <\/span>Geschlechtlichkeit<\/span><span style=\"font-weight:normal\"><\/span><\/h1>\n<h2 style=\"margin-top:6.4pt;margin-right:.05pt;margin-bottom:0cm;margin-left:11.05pt;margin-bottom:.0001pt;line-height:15.4pt\"><span>Gottes Ja zur menschlichen Zweigeschlechtlichkeit<\/span><span style=\"font-style:normal\"><\/span><\/h2>\n<p class=\"MsoBodyText\" style=\"margin-top:.05pt;margin-right:5.4pt;margin-bottom:0cm;margin-left:8.55pt;margin-bottom:.0001pt;text-indent:15.1pt;line-height:97%\"><span>Nach Mt 19,4 antwortet Jesus den<br \/>\nPharis\u00e4ern: ,,Habt <span style=\"letter-spacing:-.25pt\">ihr <\/span>nicht<br \/>\ngelesen, dass der Sch\u00f6pfer die Menschen am Anfang als Mann und als Frau<br \/>\ngeschaffen hat?&#8220; Dies ist eine grundlegende Aussage. \u00dcberspitzt gesagt<br \/>\nbedeutet sie: <\/span><i><span style=\"font-size:10.5pt;line-height:97%\">Den <\/span><\/i><span>Menschen gibt es nicht!<br \/>\nEs gibt nur den Menschen in der m\u00e4nnlichen und den Menschen <span style=\"letter-spacing:-.4pt\">in <\/span>der weiblichen Auspr\u00e4gung. Man trifft<br \/>\nimmer wieder<span>&nbsp; <\/span>Menschen, die nicht Ja<br \/>\ngesagt haben zu ihrer Geschlechtlichkeit. Sie k\u00f6nnen nicht Ja dazu sagen, dass<br \/>\nsie Mann sind, sie k\u00f6nnen nicht Ja dazu sagen, dass sie Frau, dass sie M\u00e4dchen<br \/>\nsind. Seelsorger und Therapeuten haben oft zu tun <span style=\"letter-spacing:-.35pt\">mit <\/span>Menschen, die <span style=\"letter-spacing:-.25pt\">ihr <\/span>Geschlecht<br \/>\nnoch nicht angenommen haben. Dabei spielt die fr\u00fchkindliche Pr\u00e4gung eine gro\u00dfe<br \/>\nRolle. Manche M\u00fctter lassen ihrer kleinen Tochter gegen\u00fcber <span style=\"letter-spacing:-.15pt\">immer <\/span>wieder vorwurfsvoll durchblicken:<br \/>\nEigentlich solltest du ja ein Junge sein, aber nun k\u00f6nnen <span style=\"letter-spacing:.15pt\">wir <\/span>es auch nicht \u00e4ndern, dass du nur ein<br \/>\nM\u00e4dchen bist! Mancher Vater sagt: Nun habe ich keinen Sohn in meiner Familie!<br \/>\nDies muss bei dem M\u00e4dchen eine Wunde schlagen, die vielleicht <span style=\"letter-spacing:-.25pt\">nie <\/span>wieder heilt. In seinem tiefsten<br \/>\nInnersten setzt sich das Gef\u00fchl fest: Ich d\u00fcrfte gar nicht da sein, ich m\u00fcsste<br \/>\neigentlich ein Junge<span style=\"letter-spacing:-1.95pt\"> <\/span>sein!<\/span><\/p>\n<p class=\"MsoBodyText\" style=\"margin-top:.2pt;margin-right:6.2pt;margin-bottom:0cm;margin-left:7.8pt;margin-bottom:.0001pt;text-indent:14.4pt;line-height:97%\"><span>Halten wir also fest: Wir sind M\u00e4nner<br \/>\nund Frauen durch Gottes Sch\u00f6pfungwillen, und wir sind dies vom Kopf bis zu den<br \/>\nZehen. <span style=\"letter-spacing:-.15pt\">Eine <\/span>Frau ist wirklich etwas <\/span><i><span style=\"font-size:10.5pt;line-height:97%\">total <\/span><\/i><span>anderes als ein Mann, in der Ehe, vor der Ehe,<br \/>\nnach der Ehe. Und ein Mann ist etwas total anderes als eine Frau, in der Ehe,<br \/>\nvor der Ehe, nach der Ehe. Diese Besonderheit, dass wir Mann und Frau sind,<br \/>\nbestimmt alle unsere Lebensbereiche. Diese Besonderheit ist <span style=\"letter-spacing:-.15pt\">nicht <\/span>nur eine Frage der K\u00f6rpergestalt, sondern<br \/>\nist eine Pr\u00e4gung unseres ganzen Personseins. Wir sind m\u00e4nnlich und weiblich <span style=\"letter-spacing:-.15pt\">nicht <\/span>nur in unserem Leib, sondern auch <span style=\"letter-spacing:-.4pt\">in <\/span>der Eigenart unseres seelischen<br \/>\nErlebens, auch <span style=\"letter-spacing:-.4pt\">in <\/span>der Eigenart<br \/>\nunserer geistigen<span style=\"letter-spacing:-1.0pt\"> <\/span>Welt.<\/span><\/p>\n<p class=\"MsoBodyText\" style=\"margin-top:.2pt;margin-right:6.75pt;margin-bottom:0cm;margin-left:6.35pt;margin-bottom:.0001pt;text-indent:15.45pt;line-height:97%\"><span style=\"letter-spacing:-.45pt\">Ich <\/span><span>meine jetzt hier nicht die alten Klischees f\u00fcr die<br \/>\nFrau: Kinder, K\u00fcche, Kirche. Auch nicht das alte Klischee vom Mann, der \u201ehinaus<br \/>\nmuss <span style=\"letter-spacing:-.25pt\">ins <\/span>feindliche Leben&#8220;. Es<br \/>\ngibt eine <span style=\"letter-spacing:-.15pt\">leidvolle <\/span>Geschichte der<br \/>\nFrauenemanzipation, und man muss schon sehr dumm und lieblos sein, wenn man<br \/>\ndar\u00fcber Witze macht. Wir M\u00e4nner haben <span style=\"letter-spacing:-.15pt\">die<br \/>\nFrauen wissentlich-unwissentlich \u00fcber Jahrtausende verletzt \u2013 das verliert sich<br \/>\nnicht von selbst.<\/span> Dennoch m\u00fcssen wir festhalten an einer durchgehenden<br \/>\nBestimmtheit durch unser Mann- und Frausein. Jesus sagt ein volles Ja zu dieser<br \/>\nunserer geschlechtlichen Bestimmtheit. Wichtig ist an dieser Stelle, dass wir<br \/>\nunterscheiden zwischen Geschlechtlichkeit und <\/span><i><span style=\"font-size:10.5pt;line-height:97%\">Sexualit\u00e4t. <\/span><\/i><span>Diese stellt den <\/span><i><span style=\"font-size:10.5pt;line-height:97%\">k\u00f6rperlichen Anteil <\/span><\/i><span>unserer<br \/>\nGeschlechtlichkeit dar, deren k\u00f6rperliche Dimension. W\u00e4hrend <span style=\"letter-spacing:.15pt\">wir <\/span>unsere Geschlechtlichkeit nie<br \/>\nabstreifen k\u00f6nnen und sie st\u00e4ndig zum Ausdruck bringen, besteht durchaus keine<br \/>\nNotwendigkeit und erst recht kein Zwang, unsere Sexualit\u00e4t auszuleben. <span style=\"letter-spacing:-.2pt\">Dies<\/span><span style=\"letter-spacing:2.65pt\"> <\/span>wird<br \/>\ndeutlich bei Jesus selbst und auch bei vielen \u201eHeiligen\u201c in der Geschichte des<br \/>\nGlaubens, die ehelos und ohne praktizierte Sexualit\u00e4t lebten. Wir k\u00f6nnen mit<br \/>\nunserer Sexualit\u00e4t in jener Freiheit umgehen, die dem Menschen eigent\u00fcmlich ist.<br \/>\nJesus sagt Ja zur Zweigeschlechtlichkeit, also zur Geschlechtlichkeit \u00fcberhaupt.<br \/>\nAber er redet nicht von einem Zwang, dem man nicht entrinnen k\u00f6nne, von einem<br \/>\n\u201eSexualtrieb&#8220;, den man entweder nur ausleben oder totschlagen kann (mit<br \/>\nden verheerenden psychologischen Folgen, die solch ein \u201eTotschlagen\u201c hat), ohne<br \/>\neine dritte M\u00f6glichkeit zu besitzen. Von dieser dritten M\u00f6glichkeit spricht ja<br \/>\nJesus deutlich bei Mt 19.12: Es gibt einige, die um des Himmelreichs willen<br \/>\nehelos<span style=\"letter-spacing:-1.8pt\"> <\/span><span style=\"letter-spacing:-.2pt\">leben.<\/span><\/span><\/p>\n<p class=\"MsoNormal\" style=\"margin-top:.4pt\"><span>&nbsp;<\/span><\/p>\n<h2><span>Ehe als umfassende Lebensgemeinschaft<\/span><span style=\"font-style:normal\"><\/span><\/h2>\n<p class=\"MsoNormal\" style=\"margin-top:.35pt\"><i><span>&nbsp;<\/span><\/i><\/p>\n<p class=\"MsoNormal\" style=\"margin-top:0cm;margin-right:7.8pt;margin-bottom:0cm;margin-left:5.65pt;margin-bottom:.0001pt;text-indent:.7pt;line-height:12.2pt\"><span>Ich m\u00f6chte die zentralen Aussagen Jesu \u00fcber die Ehe im<br \/>\nfolgenden Satz zusammenfassen: <\/span><i><span>Jesus deutet die Ehe als eine totale, lebenslange<br \/>\nGemeinschaft eines Mannes und einer Frau. <\/span><\/i><span><\/span><\/p>\n<p class=\"MsoBodyText\" style=\"margin-top:.05pt;margin-right:8.2pt;margin-bottom:0cm;margin-left:5.3pt;margin-bottom:.0001pt;text-indent:13.65pt;line-height:97%\"><span>Jesus war keineswegs der erste, der<br \/>\n\u00fcber die Ehe gesprochen hat. Schon das Alte Testament und auch die j\u00fcdischen<br \/>\nLehrer zurzeit Jesu haben gelehrt, was und wie Ehe sein soll. Jesus aber gibt<br \/>\nnur seine &#8211; und damit Gottes! &#8211; Deutung des Wesens der Ehe: Sie ist eine <\/span><i><span style=\"font-size:10.5pt;line-height:97%\">totale <\/span><\/i><span>Lebensgemeinschaft! Das <\/span><i><span style=\"font-size:10.5pt;line-height:97%\">ganze <\/span><\/i><span>Menschsein eines Mannes ist engagiert in der Ehe,<br \/>\ndas <\/span><i><span style=\"font-size:10.5pt;line-height:97%\">ganze<span>&nbsp; <\/span><\/span><\/i><span>Menschsein einer Frau ist <\/span><\/p>\n<\/div>\n<p style=\"text-align: left\">\n<p><span><br \/>\n<\/span><\/p>\n<div class=\"WordSection3\" style=\"text-align: left\">\n<p class=\"MsoBodyText\" style=\"margin-top:3.15pt;margin-right:5.4pt;margin-bottom:0cm;margin-left:12.25pt;margin-bottom:.0001pt;text-indent:1.8pt;line-height:97%\"><span>engagiert <span style=\"letter-spacing:-.4pt\">in <\/span>der Ehe. <span style=\"letter-spacing:-.2pt\">Dies<br \/>\n<\/span>ist mit dem biblischen Satz gemeint: Die zwei werden <\/span><i><span style=\"font-size:10.5pt;line-height:97%\">ein Fleisch <\/span><\/i><span>sein (Mt <span>19,5). <\/span><span>Das <\/span><span>Wort<br \/>\n\u201eFleisch&#8220; <\/span><span style=\"letter-spacing:-.05pt\">meint<\/span><span> <\/span><span>in <\/span><span>der <\/span><span>Sprache<br \/>\ndes Alten Testamentes nicht <\/span><span>etwa den <\/span><span>Leib <\/span><span>im <\/span>Unterschied<br \/>\nzur \u201eSeele&#8220;, sondern an vielen Stellen den <\/span><i><span style=\"font-size:10.5pt;line-height:97%\">ganzen <\/span><\/i><span>Menschen, insofern er von Gott abh\u00e4ngig ist und wieder zu Gott zur\u00fcckkehrt.<br \/>\nDer Ausdruck <\/span><i><span style=\"font-size:10.5pt;line-height:97%\">\u201eein <\/span><\/i><span>Fleisch&#8220; meint deshalb<br \/>\nnicht <span style=\"letter-spacing:-.15pt\">lediglich <\/span>die menschliche<br \/>\nSexualit\u00e4t, <span style=\"letter-spacing:-.15pt\">nicht <\/span>nur den Vorgang<br \/>\nder Zeugung, auch nicht nur, dass Mann und Frau <span style=\"letter-spacing:-.4pt\">in <\/span>ihrem Kind weiterleben. Vielmehr meint der<br \/>\nAusdruck: <\/span><i><span style=\"font-size:10.5pt;line-height:97%\">Aus<br \/>\nzwei Personen wird eine Person! <\/span><\/i><span style=\"letter-spacing:-.2pt\">Dies <\/span><span>bedeutet:<br \/>\nDie totale Lebensgemeinschaft in der Ehe ist mehr als die Summe und<br \/>\nZusammenz\u00e4hlung zweier Leben. In diesem Falle<span style=\"letter-spacing:-2.35pt\"><br \/>\n<span>&nbsp;<\/span><\/span>gilt wirklich: eins und eins ist<br \/>\n(wird) eins!<\/span><\/p>\n<p class=\"MsoBodyText\" style=\"margin-top:.2pt;margin-right:6.6pt;margin-bottom:0cm;margin-left:12.6pt;margin-bottom:.0001pt;text-indent:14.0pt;line-height:97%\"><span>Wenn Jesus von dem \u201eeinen Fleisch&#8220;<br \/>\nspricht, zu dem Mann und Frau werden, dann meint er damit <span style=\"letter-spacing:-.15pt\">nicht<\/span> nur<span style=\"letter-spacing:-.4pt\"><br \/>\n<\/span>die<span style=\"letter-spacing:-.2pt\"> <\/span>Einswerdung<span style=\"letter-spacing:.65pt\"> <\/span>im<span style=\"letter-spacing:-.55pt\"> <\/span>sexuellen<span style=\"letter-spacing:-.5pt\"> <\/span>Akt.<span style=\"letter-spacing:.55pt\"> <\/span>Er<span style=\"letter-spacing:-.6pt\"> <\/span>meint<span style=\"letter-spacing:-.65pt\"> <\/span>vielmehr,<span style=\"letter-spacing:-.15pt\"> <\/span>dass<span style=\"letter-spacing:-.35pt\"> <\/span>die<span style=\"letter-spacing:.05pt\"> <\/span>beiden<span style=\"letter-spacing:-.45pt\"><br \/>\n<\/span>auch<span style=\"letter-spacing:-.4pt\"> <\/span>eins<span style=\"letter-spacing:-.55pt\"> <\/span>werden<span style=\"letter-spacing:.05pt\"><br \/>\n<\/span>d\u00fcrfen und<span style=\"letter-spacing:-.8pt\"> <\/span>sollen<span style=\"letter-spacing:.25pt\"> <\/span>in<span style=\"letter-spacing:-.7pt\"> <\/span>ihrer<span style=\"letter-spacing:-.6pt\"> <\/span>Zuwendung,<span style=\"letter-spacing:.45pt\"> <\/span>in<span style=\"letter-spacing:-.45pt\"> <\/span>ihrem<span style=\"letter-spacing:.05pt\"> <\/span>Interesse<span style=\"letter-spacing:-.55pt\"><br \/>\n<\/span>f\u00fcreinander<span style=\"letter-spacing:.25pt\"> <\/span>in<span style=\"letter-spacing:-.7pt\"> <\/span>der<span style=\"letter-spacing:-.15pt\"> <\/span>Liebe,<span style=\"letter-spacing:-.2pt\"> <\/span>die<span style=\"letter-spacing:-.55pt\"> <\/span>sie<span style=\"letter-spacing:-.35pt\"> <\/span>sich<span style=\"letter-spacing:-.55pt\"> <\/span>schenken.<\/span><\/p>\n<p class=\"MsoBodyText\" style=\"margin-top:.6pt;margin-right:6.55pt;margin-bottom:0cm;margin-left:11.55pt;margin-bottom:.0001pt;text-indent:15.1pt;line-height:93%\"><span style=\"letter-spacing:-.25pt\">Die <\/span><span>Ehe ist <span style=\"letter-spacing:-.15pt\">nicht <\/span>nur<br \/>\neine totale, sondern auch eine <\/span><i><span style=\"font-size:10.5pt;line-height:93%\">lebenslange <\/span><\/i><span>Gemeinschaft.<br \/>\nJesus anerkennt nur <\/span><i><span style=\"font-size:10.5pt;line-height:93%\">einen <\/span><\/i><span>Trennungsfaktor,<br \/>\nn\u00e4mlich den Tod. Wenn ein Ehegatte stirbt, dann ist die Ehe durch den Tod<br \/>\naufgel\u00f6st. \u201eWas Gott verbunden hat, das darf der Mensch nicht trennen&#8220; (Mt<span style=\"letter-spacing:-.75pt\"> <\/span>19,6).<\/span><\/p>\n<p class=\"MsoBodyText\" style=\"margin-top:1.45pt;margin-right:6.45pt;margin-bottom:0cm;margin-left:10.8pt;margin-bottom:.0001pt;text-indent:14.75pt;line-height:96%\"><span>Schlie\u00dflich betont Jesus, dass die Ehe<br \/>\ndie Gemeinschaft zwischen <\/span><i><span style=\"font-size:10.5pt;line-height:96%\">einem <\/span><\/i><span>Mann und <\/span><i><span style=\"font-size:10.5pt;line-height:96%\">einer <\/span><\/i><span>Frau ist. Er betont somit die <\/span><i><span style=\"font-size:10.5pt;line-height:96%\">Einehe. <\/span><\/i><span>Im Alten Testament finden wir an dieser Stelle<br \/>\neine gewisse Offenheit. <span style=\"letter-spacing:-.25pt\">Die <\/span>Mehrehe<br \/>\nwurde <span style=\"letter-spacing:-.15pt\">nicht <\/span>abgelehnt. Jesus aber<br \/>\nerkl\u00e4rt: Gottes urspr\u00fcnglicher und bleibender Wille ist die Einehe (Mt 19,8).<br \/>\nDamit hat Jesus uns eine Tiefe des Verst\u00e4ndnisses f\u00fcr die Ehe er\u00f6ffnet, die <span style=\"letter-spacing:-.15pt\">nicht <\/span>\u00fcberboten werden kann. <span style=\"letter-spacing:-.15pt\">Eine <\/span>Frau wird sich <span style=\"letter-spacing:-.4pt\">am tiefsten<\/span> geachtet und angenommen f\u00fchlen,<br \/>\nwenn sie in Gemeinschaft lebt mit <\/span><i><span style=\"font-size:10.5pt;line-height:96%\">einem <\/span><\/i><span>Mann. Sie ist eben doch<br \/>\nin bestimmter Weise herabgew\u00fcrdigt, wenn sie diese Zuwendung teilen muss mit<br \/>\ndrei, f\u00fcnf,<span style=\"letter-spacing:-2.1pt\"> <\/span>zehn, hundert anderen<br \/>\nFrauen.<\/span><\/p>\n<p class=\"MsoNormal\" style=\"margin-top:.1pt\"><span>&nbsp;<\/span><\/p>\n<h2 style=\"margin-left:10.45pt\"><span>Jesu Gebot<br \/>\nals Schutz der<span style=\"letter-spacing:2.0pt\"> <\/span>Ehe<\/span><span style=\"font-style:normal\"><\/span><\/h2>\n<p class=\"MsoNormal\" style=\"margin-top:.1pt\"><i><span>&nbsp;<\/span><\/i><\/p>\n<p class=\"MsoBodyText\" style=\"margin-top:0cm;margin-right:8.5pt;margin-bottom:0cm;margin-left:10.1pt;margin-bottom:.0001pt;line-height:95%\"><span>Jesus sch\u00fctzt uns und stabilisiert die Ehe, indem<br \/>\ner die Ehescheidung und den Ehebruch schon in seinen feinsten Anf\u00e4ngen<br \/>\nverurteilt. Jesus erkl\u00e4rt: ,,Ich sage euch: wer seine Frau entl\u00e4sst und eine<br \/>\nandere heiratet, begeht Ehebruch!&#8220; (Mt<span style=\"letter-spacing:-1.05pt\"><br \/>\n<\/span>19,9).<\/span><\/p>\n<p class=\"MsoBodyText\" style=\"margin-top:.85pt;margin-right:8.85pt;margin-bottom:0cm;margin-left:8.65pt;margin-bottom:.0001pt;text-indent:15.45pt;line-height:95%\"><span>Bei Matth\u00e4us findet sich ein Zusatz:<br \/>\n,,Es sei denn wegen Hurerei&#8220; (19,9; sprachlich etwas anders 5,32). Es ist<br \/>\numstritten, ob Matth\u00e4us diesen Zusatz <span style=\"letter-spacing:-.4pt\">im <\/span>Sinne<br \/>\nJesu gemacht oder ob Jesus selbst so gesprochen hat. <span style=\"letter-spacing:-.2pt\">Dies <\/span>ist eine Spezialfrage der Exegeten. F\u00fcr uns ist wichtig:<br \/>\nDurch Hurerei ist die Ehe bereits getrennt. Insofern liegt die scheinbare<br \/>\nAufweichung in dem Zusatz jedenfalls auf der Linie der Auffassung Jesu: Er<br \/>\nuntersagt die Ehescheidung, und er untersagt auch den Ehebruch (Mk 10,10-12; Lk<span style=\"letter-spacing:-1.0pt\"> <\/span>16,18).<\/span><\/p>\n<p class=\"MsoBodyText\" style=\"margin-top:1.05pt;margin-right:9.75pt;margin-bottom:0cm;margin-left:7.95pt;margin-bottom:.0001pt;text-indent:15.1pt;line-height:96%\"><span>F\u00fcr Jesus beginnt der Ehebruch mit dem<br \/>\nbegehrlichen <\/span><i><span style=\"font-size:10.5pt;line-height:96%\">Blick <\/span><\/i><span>(Mt 5,28). Nun h\u00f6ren<br \/>\nwir ja <span style=\"letter-spacing:-.35pt\">mit <\/span>Recht aus diesen Worten<br \/>\neine gewisse H\u00e4rte heraus. Darf ich einmal die andere Seite betonen: Jesus<br \/>\nsch\u00fctzt und stabilisiert die Ehe, indem er so spricht; hinter seiner H\u00e4rte verbirgt<br \/>\nsich eine tiefe Hilfe. Damals, zur <span style=\"letter-spacing:-.15pt\">Zeit <\/span>Jesu,<br \/>\ngab es zwei Rabbinatsschulen, die Schule des Rabbi Schammai und die des Rabbi<br \/>\nHillel, die unterschiedlich \u00fcber Ehescheidungsgr\u00fcnde lehrten. Rabbi Schammai<br \/>\nvertrat eine strengere Auffassung. Er <span style=\"letter-spacing:-.2pt\">lehrte<br \/>\n<\/span>seine Sch\u00fcler, dass eine Ehescheidung nur dann akzeptiert werden k\u00f6nne,<br \/>\nwenn ein erwiesener Ehebruch vorliege. Damit hat er einer Stabilit\u00e4t der Ehe<br \/>\ndas Wort geredet. Es ging damals um die Auslegung eines alttestamentlichen<br \/>\nWortes: Wenn eine Frau das Wohlgefallen ihres Mannes nicht erlangt, weil er<br \/>\netwas Widerw\u00e4rtiges an ihr entdeckt, schreibe er ihr einen Scheidebrief (5 Mose<br \/>\n24,<span style=\"letter-spacing:-2.7pt\"> <\/span><span style=\"letter-spacing:-.45pt\">1). <\/span><span style=\"letter-spacing:-.15pt\">Dieses <\/span>\u201eWiderw\u00e4rtige&#8220;<br \/>\nwar f\u00fcr Schammai erwiesener Ehebruch.<\/span><\/p>\n<p class=\"MsoBodyText\" style=\"margin-top:.4pt;margin-right:11.0pt;margin-bottom:0cm;margin-left:6.85pt;margin-bottom:.0001pt;text-indent:14.75pt;line-height:95%\"><span>Die andere Schule, die des Rabbi<br \/>\nHillel, war wesentlich laxer. Sie fasste diese Bestimmung ganz <span style=\"letter-spacing:-.4pt\">im <\/span>Sinne der m\u00e4nnlichen Selbstherrlichkeit<br \/>\nauf und sah das \u201eWiderw\u00e4rtige&#8220; z. B. schon darin, dass die Frau eine<br \/>\nschlechte Suppe gekocht hatte. Damit war die Bahn frei f\u00fcr eine gro\u00dfe<br \/>\n\u201eLiberalit\u00e4t&#8220; in der Eheauffassung, und es war den M\u00e4nnern, deren Rechte <span style=\"letter-spacing:-.2pt\">hier <\/span>wieder einmal triumphierten, einfach<br \/>\ngemacht, <span style=\"letter-spacing:-.2pt\">ihre <\/span>Frau<span style=\"letter-spacing:-1.65pt\"> <\/span>loszuwerden.<\/span><\/p>\n<p class=\"MsoBodyText\" style=\"margin-top:1.15pt;margin-right:11.65pt;margin-bottom:0cm;margin-left:6.5pt;margin-bottom:.0001pt;text-indent:14.75pt;line-height:95%\"><span>In einer solchen Situation besteht<br \/>\nnat\u00fcrlich eine starke Unsicherheit f\u00fcr alle Ehefrauen, indirekt auch f\u00fcr den<br \/>\nMann: <span style=\"letter-spacing:-.25pt\">Die <\/span>Frau wird entw\u00fcrdigt, wenn<br \/>\nder Mann sie <span style=\"letter-spacing:-.25pt\">leicht <\/span>wegschicken kann<br \/>\nund nur noch darauf achten muss, dass er formalrechtlich korrekt verf\u00e4hrt, dass<br \/>\nalso ein Scheidebrief ausgestellt<span style=\"letter-spacing:-1.2pt\"> <\/span>wird.<br \/>\nJesus<span style=\"letter-spacing:-.65pt\"> <\/span>sagt<span style=\"letter-spacing:-.5pt\"> <\/span>dagegen:<span style=\"letter-spacing:-.15pt\"> <\/span>,,Ihr<span style=\"letter-spacing:-.95pt\"> <\/span>seid<span style=\"letter-spacing:-1.25pt\"><br \/>\n<\/span>zusammengef\u00fcgt<span style=\"letter-spacing:.05pt\"> <\/span>f\u00fcr<span style=\"letter-spacing:-.45pt\"> <\/span>ein<span style=\"letter-spacing:-.6pt\"> <\/span>ganzes<span style=\"letter-spacing:-.1pt\"> <\/span>Leben&#8220;.<\/span><\/p>\n<p class=\"MsoBodyText\" style=\"margin-top:.6pt;margin-right:11.85pt;margin-bottom:0cm;margin-left:5.4pt;margin-bottom:.0001pt;text-indent:15.1pt;line-height:97%\"><span>Das gilt auch heute. Wenn ein Christ<br \/>\nverstanden hat, was Jesus hier meint, und aufh\u00f6rt, bei dem ersten Streit zu<br \/>\nsagen, leichtfertig oder trotzig: ,,Dann <span style=\"letter-spacing:-.25pt\">lass<br \/>\n<\/span><span style=\"letter-spacing:-.35pt\">ich <\/span><span style=\"letter-spacing:-.15pt\">mich <\/span>eben scheiden&#8220;, &#8211; wenn er <span style=\"letter-spacing:-.35pt\">einmal <\/span>versteht, dass Jesus ihm diese Hintert\u00fcr <span style=\"letter-spacing:-.15pt\">nicht <\/span>offen l\u00e4sst, dann ist er gezwungen,<br \/>\nsich seiner Frau zuzuwenden, sich z. B. zu fragen, woher ein Missverst\u00e4ndnis<br \/>\nr\u00fchrt, und um den Bestand seiner Ehe zu k\u00e4mpfen. <span style=\"letter-spacing:-.2pt\">Hier <\/span>liegt ein Grund f\u00fcr <span style=\"letter-spacing:-.2pt\">mich <\/span>als<br \/>\nSeelsorger, dass auch ich grunds\u00e4tzlich um jede Ehe<span style=\"letter-spacing:-.4pt\"> <\/span>k\u00e4mpfe.<\/span><\/p>\n<\/div>\n<p style=\"text-align: left\">\n<p><span><br \/>\n<\/span><\/p>\n<div class=\"WordSection4\" style=\"text-align: left\">\n<p class=\"MsoBodyText\" style=\"margin-top:2.8pt;margin-right:27.5pt;margin-bottom:0cm;margin-left:14.55pt;margin-bottom:.0001pt;text-indent:1.05pt;line-height:96%\"><span style=\"margin-left:792px;margin-top:795px;width:2px;height:329px\"><img decoding=\"async\" src=\"UsersSabAppDataLocalTempmsohtmlclip11clip_image001.gif\" width=\"2\" height=\"329\"><\/span><span>Kann sein, dass ich den Kampf verliere. Kann sein, dass ich am Ende einer<br \/>\nScheidung zustimmen muss, weil sie dann das kleinere Unheil ist, bevor die<br \/>\nEhepartner mit Stuhlbeinen aufeinander<span style=\"letter-spacing:-1.4pt\"> <\/span>losgehen.<br \/>\nAber ich k\u00e4mpfe um Ehen, weil ich <span style=\"letter-spacing:.1pt\">wei\u00df: <\/span>Jesus<br \/>\nhat gesagt, die Ehe soll <span style=\"letter-spacing:-.15pt\">nicht <\/span>geschieden<br \/>\nwerden. Das bedeutet: Dies ist dein Platz, <span style=\"letter-spacing:-.2pt\">hier<br \/>\n<\/span>bew\u00e4hre dich! Halte die Spannung aus! Pack den Konfliktherd an, sprich<br \/>\nmit deinem Partner dar\u00fcber. Sucht nach gemeinsamen<span style=\"letter-spacing:-1.7pt\"> <\/span>L\u00f6sungen!<\/span><\/p>\n<p class=\"MsoBodyText\" style=\"margin-top:.55pt;margin-right:28.1pt;margin-bottom:0cm;margin-left:12.75pt;margin-bottom:.0001pt;text-indent:16.55pt;line-height:97%\"><span>Und das andere: Wenn Jesus sagt:<br \/>\n,,Schon der begehrliche <span style=\"letter-spacing:-.15pt\">Blick, <\/span>schon<br \/>\ndas Einbrechen <span style=\"letter-spacing:-.4pt\">in <\/span>eine fremde Ehe <span style=\"letter-spacing:-.35pt\">mit <\/span>den Augen macht dich schuldig&#8220;,<br \/>\nweist er Menschen zur\u00fcck auf <span style=\"letter-spacing:-.2pt\">ihre <\/span><\/span><i><span style=\"font-size:10.5pt;line-height:97%\">eigene <\/span><\/i><span>Ehe, und er sch\u00fctzt die der anderen. Zur<br \/>\nVerdeutlichung m\u00f6chte ich sagen, dass Jesus nicht gelehrt hat: ,,Wenn du jemals<br \/>\neine sch\u00f6ne Frau siehst und von ihrem Anblick begeistert bist, musst du ein<br \/>\nschlechtes Gewissen haben.&#8220; Vielmehr ist das Wort f\u00fcr \u201eBegehren&#8220;, das<br \/>\n<span style=\"letter-spacing:-.2pt\">hier <\/span>gebraucht wird, gemeint im Sinne<br \/>\nder Gebotsreihe 2 Mose 20,17. Es bedeutet: ,,etwas durch unrechte<br \/>\nMachenschaften in den eigenen Besitz bringen&#8220;. <span style=\"letter-spacing:-.2pt\">Hier <\/span>ist also ein Begehren, ein begehrlicher Blick gemeint, der<br \/>\ndarauf abzielt. die Frau eines anderen an sich zu ziehen, eine Form des Flirts,<br \/>\nder ausdr\u00fcckt: ,,Komm doch zu mir!&#8220;, nicht die Freude an der Sch\u00f6nheit der<br \/>\nFrau. Und nat\u00fcrlich ist hier auch nicht verboten worden, dass ein junger Mann<br \/>\nein unverheiratetes M\u00e4dchen sieht und sich vornimmt: Die will <span style=\"letter-spacing:-.35pt\">ich <\/span>zur Frau haben! Vielmehr ist <span style=\"letter-spacing:-.2pt\">hier <\/span>z. B. gemeint, dass derselbe junge<br \/>\nMann eine verheiratete Frau \u201eansieht&#8220; in der Absicht, sie aus ihrer Ehe<span style=\"letter-spacing:-1.6pt\"> <\/span><\/span><i><span style=\"font-size:10.5pt;line-height:97%\">herauszul\u00f6sen.<\/span><\/i><span style=\"font-size:10.5pt;line-height:97%\"><\/span><\/p>\n<p class=\"MsoBodyText\" style=\"margin-top:.05pt;margin-right:29.45pt;margin-bottom:0cm;margin-left:12.35pt;margin-bottom:.0001pt;text-indent:14.75pt;line-height:95%\"><span style=\"letter-spacing:-.2pt\">Damit <\/span><span>wird noch einmal der <\/span><i><span style=\"font-size:10.5pt;line-height:95%\">Grundsatz <\/span><\/i><span>deutlich: Du sollst nicht einbrechen <span style=\"letter-spacing:-.4pt\">in <\/span>fremde<br \/>\nEhen; du sollst die Ehe der anderen sch\u00fctzen und deine Ehe achten! Wir <span style=\"letter-spacing:-.2pt\">halten <\/span>fest: Jesus stabilisiert die Ehe,<br \/>\nindem<span>&nbsp; <\/span>er zwei Menschen ganz aneinander<br \/>\nverweist, damit sie die M\u00f6glichkeit gewinnen, ihre ganze Liebesenergie einem<br \/>\nPartner zu schenken und ihn damit zu begl\u00fccken, um umgekehrt an Unstimmigkeiten<br \/>\noder Problemen zu wachsen und zu<span style=\"letter-spacing:-2.05pt\"> <\/span>reifen.<\/span><\/p>\n<p class=\"MsoNormal\" style=\"margin-top:.25pt\"><span>&nbsp;<\/span><\/p>\n<h2 style=\"margin-left:11.65pt\"><span>Die eigentliche<br \/>\nGefahrenquelle: das menschliche<span style=\"letter-spacing:2.35pt\"> <\/span>Herz<\/span><span style=\"font-style:normal\"><\/span><\/h2>\n<p class=\"MsoNormal\" style=\"margin-top:.1pt\"><i><span>&nbsp;<\/span><\/i><\/p>\n<p class=\"MsoBodyText\" style=\"margin-top:0cm;margin-right:31.35pt;margin-bottom:0cm;margin-left:10.6pt;margin-bottom:.0001pt;text-indent:.35pt;line-height:95%\"><span>Jesus deckt als eigentliche<br \/>\nGefahrenquelle f\u00fcr das Miteinander von Mann und Frau das unerl\u00f6ste <span>&nbsp;<\/span>menschliche Herz auf. Er sagt Mt 19,8: ,,Moses<br \/>\nhat euch die Scheidung (nicht etwa: geboten, sondern) zugestanden. um eurer<br \/>\nHerzensh\u00e4rtigkeit willen&#8220;. So steht es auch Mk 10,5. Damit ist uns eine<br \/>\nwirklich tiefe Deutung ehelicher Probleme<span style=\"letter-spacing:-1.8pt\"> <\/span>gegeben.<\/span><\/p>\n<p class=\"MsoBodyText\" style=\"margin-top:1.0pt;margin-right:31.2pt;margin-bottom:0cm;margin-left:9.85pt;margin-bottom:.0001pt;text-indent:14.75pt;line-height:97%\"><span>Jesus stimmt also nicht zu, wenn gesagt<br \/>\nwird: ,,Hier haben wir es zu tun <span style=\"letter-spacing:-.35pt\">mit <\/span>der<br \/>\nUnvertr\u00e4glichkeit der Charaktere;&#8220; oder: ,,Dieser Partner war mir eben <span style=\"letter-spacing:-.15pt\">nicht <\/span>von Gott zugedacht.&#8220; Ich h\u00f6rte<br \/>\neinmal einen \u00e4lteren Mann, der schon zum zweiten Mal verheiratet war, sagen:<br \/>\n,,Mit meiner ersten Frau hat mich der Teufel zusammengef\u00fcgt; mit meiner zweiten<br \/>\nFrau hat mich Gott zusammengef\u00fchrt.&#8220; So hatte er das Problem seiner<br \/>\nzweiten Ehe ganz elegant gel\u00f6st. Jesus sagt nicht entschuldigend: die Verh\u00e4ltnisse<br \/>\nsind schuld, wenn Ehen auseinandergehen oder wenn sie geschieden werden m\u00fcssen;<br \/>\nsondern er sagt: \u201eEuer hartes, unerl\u00f6stes Herz, eure gottlose Wesensmitte ist<br \/>\ndaran schuld.&#8220; Der St\u00f6rfaktor, die eigentliche Gefahrenquelle f\u00fcr die Ehe<br \/>\n&#8211; <span style=\"letter-spacing:-.35pt\">ich <\/span>w\u00fcrde hinzuf\u00fcgen, auch f\u00fcr das<br \/>\nsonstige Leben mit der Geschlechtlichkeit und speziell mit der Sexualit\u00e4t &#8211; ist<br \/>\nunser unerl\u00f6stes Herz. Darum geht es f\u00fcr das Neue Testament um <\/span><i><span style=\"font-size:10.5pt;line-height:97%\">geistliche Erneuerung <\/span><\/i><span>und <span style=\"letter-spacing:-.15pt\">nicht <\/span>um<br \/>\neine \u201emenschenfreundlichere&#8220; Moral der Ehe und der Sexualit\u00e4t.<\/span><\/p>\n<p class=\"MsoBodyText\" style=\"margin-top:1.45pt;margin-right:33.55pt;margin-bottom:0cm;margin-left:8.75pt;margin-bottom:.0001pt;text-indent:14.0pt;line-height:96%\"><span>Jesus verdeutlicht <span style=\"letter-spacing:-.4pt\">in <\/span>diesem Wort Mt 19,8\/Mk 10,5 noch <span style=\"letter-spacing:-.15pt\">nicht, <\/span><\/span><i><span style=\"font-size:10.5pt;line-height:96%\">wie <\/span><\/i><span>es<br \/>\nzur Erneuerung des Herzens kommt; aber er weist die Richtung. Umgekehrt: Wo der<br \/>\nHeilige Geist sein erneuerndes Werk nicht tun kann, haben <span style=\"letter-spacing:.15pt\">wir<\/span><span style=\"letter-spacing:-2.15pt\"> <\/span><span style=\"letter-spacing:-.15pt\">immer <\/span>wieder mit Ehebruch und Ehescheidung<br \/>\nzu rechnen!<\/span><\/p>\n<p class=\"MsoNormal\" style=\"margin-top:.3pt\"><span>&nbsp;<\/span><\/p>\n<h2 style=\"margin-left:8.4pt\"><span>Ehelosigkeit<span>&nbsp; <\/span>als Freiheit f\u00fcr<span style=\"letter-spacing:2.75pt\"> <\/span>Gott<\/span><span style=\"font-style:normal\"><\/span><\/h2>\n<p class=\"MsoNormal\" style=\"margin-top:.35pt\"><i><span>&nbsp;<\/span><\/i><\/p>\n<p class=\"MsoBodyText\" style=\"margin-top:0cm;margin-right:33.05pt;margin-bottom:0cm;margin-left:7.35pt;margin-bottom:.0001pt;text-indent:.35pt;line-height:93%\"><span>Jesus lehrt uns, die Ehe als eine<br \/>\nLebensordnung des Sch\u00f6pfers, er lehrt uns allerdings nicht, sie als ein<br \/>\nabsolutes Ideal zu verstehen. So sehr Jesus im Verheiratetsein Gottes<br \/>\nSch\u00f6pferwillen am Werk sieht, so wenig gibt es f\u00fcr <span style=\"letter-spacing:-.25pt\">ihn <\/span>eine <\/span><i><span style=\"font-size:10.5pt;line-height:93%\">Forderung, <\/span><\/i><span>die eheliches<br \/>\nLeben von jedem<span style=\"letter-spacing:1.0pt\"> <\/span>verlangte.<\/span><\/p>\n<p class=\"MsoBodyText\" style=\"margin-top:1.0pt;margin-right:34.7pt;margin-bottom:0cm;margin-left:5.55pt;margin-bottom:.0001pt;text-indent:15.8pt;line-height:97%\"><span>Jesus spricht auch von der Gnade der<br \/>\nEhelosigkeit. Mt 19,12 steht zu diesem Thema ein etwas r\u00e4tselhaftes Wort:<br \/>\n,,Manche sind von Geburt an zu ehelichem Umgang unf\u00e4hig, andere sind von<br \/>\nMenschen dazu unf\u00e4hig gemacht worden (Jesus denkt an die Kastration), und<br \/>\nwieder andere haben sich selbst dazu unf\u00e4hig gemacht um des Himmelreiches<br \/>\nwillen. Wer es fassen<span>&nbsp; <\/span>kann, der fasse<br \/>\nes.&#8220;<span>&nbsp; <\/span><span style=\"letter-spacing:-.2pt\">Hier <\/span>haben wir es <span style=\"letter-spacing:-.35pt\">mit <\/span>einer<br \/>\nder zahlreichen Stellen zu tun, an denen Jesus <span style=\"letter-spacing:-.4pt\">in <\/span>einer unerh\u00f6rt drastischen Sprache von einem geistlichen<br \/>\nSachverhalt redet. Er spricht \u00fcber eine Art geistliche Kastration. Er lehrt<br \/>\nalso nicht, dass ein Christ Hand an sich legen, sich selber <span style=\"letter-spacing:.1pt\">verst\u00fcmmeln <\/span>soll, sondern er meint, dass<br \/>\njemand freiwillig, <\/span><i><span style=\"font-size:10.5pt;line-height:97%\">weil er so gef\u00fchrt wird, <\/span><\/i><span>die<br \/>\nGnade der Ehelosigkeit auf sich nimmt, um ganz frei zu sein f\u00fcr die Belange des<span style=\"letter-spacing:-1.9pt\"> <\/span>Himmelreiches.<\/span><\/p>\n<p class=\"MsoNormal\" style=\"margin-top:.35pt\"><span>&nbsp;<\/span><\/p>\n<h2 style=\"margin-left:12.8pt\"><span>Das<br \/>\nbleibende<span>&nbsp; <\/span>Neue in Jesu<span style=\"letter-spacing:1.65pt\"> <\/span>Auffassung<\/span><span style=\"font-style:normal\"><\/span><\/h2>\n<p class=\"MsoNormal\" style=\"margin-top:.25pt\"><i><span>&nbsp;<\/span><\/i><\/p>\n<p class=\"MsoBodyText\" style=\"margin-top:0cm;margin-right:30.3pt;margin-bottom:0cm;margin-left:10.3pt;margin-bottom:.0001pt;text-indent:1.8pt;line-height:96%\"><span>Wenn wir von dem Punkt aus, den wir<br \/>\njetzt erreicht haben, noch einmal einen R\u00fcckblick halten, so wird deutlich: Bei<br \/>\nJesus ist etwas Bahnbrechendes geschehen. Das muss man aus dem Abstand von<br \/>\nzweitausend Jahren so sagen, und zwar umso mehr, <span style=\"letter-spacing:-.15pt\">als <\/span>man unsere derzeitige Situation im Blick hat. <\/span><i><span style=\"font-size:10.5pt;line-height:96%\">Jesus spricht hier als<br \/>\nWillensoffenbarer Gottes. <\/span><\/i><span>Er<br \/>\nredet also nicht wie ein Weisheitslehrer. Er sagt <span style=\"letter-spacing:-.15pt\">nicht:<\/span><span style=\"letter-spacing:-.2pt\"> <\/span>,,Macht<span style=\"letter-spacing:-.25pt\"> <\/span>das<span style=\"letter-spacing:-.35pt\"> <\/span>so,<span style=\"letter-spacing:-.45pt\"> <\/span>wie<span style=\"letter-spacing:-.3pt\"> <\/span>ich<span style=\"letter-spacing:-.65pt\"> <\/span>euch<span style=\"letter-spacing:.05pt\"> <\/span>rate:<span style=\"letter-spacing:-.25pt\"> <\/span>das<span style=\"letter-spacing:.25pt\"> <\/span>bew\u00e4hrt<span style=\"letter-spacing:-.05pt\"> <\/span>sich&#8220;;<span style=\"letter-spacing:.05pt\"> <\/span>er<span style=\"letter-spacing:-.55pt\"> <\/span>geht<span style=\"letter-spacing:.1pt\"> <\/span>nicht<span style=\"letter-spacing:-.05pt\"> <\/span>aus<span style=\"letter-spacing:-.35pt\"> <\/span>von<span style=\"letter-spacing:-.05pt\"> <\/span>einem<span style=\"letter-spacing:-.75pt\"> <\/span>Vergleich,<span style=\"letter-spacing:.95pt\"> <\/span>indem er<span style=\"letter-spacing:-.95pt\"> <\/span>zun\u00e4chst<span style=\"letter-spacing:-.15pt\"> <\/span>verschiedene<span style=\"letter-spacing:.2pt\"> <\/span>Formen<span style=\"letter-spacing:-.5pt\"> <\/span>nebeneinander<span style=\"letter-spacing:-.1pt\"> <\/span>stellt,<span style=\"letter-spacing:-.1pt\"><br \/>\n<\/span>in<span style=\"letter-spacing:-.85pt\"> <\/span>denen<span style=\"letter-spacing:-.5pt\"> <\/span>geschlechtliches<span style=\"letter-spacing:.4pt\"> <\/span>Leben<span style=\"letter-spacing:-.55pt\"> <\/span>sich<span style=\"letter-spacing:-1.95pt\"> <\/span>abspielen oder Ehe sich gestalten kann und<br \/>\ndann erkl\u00e4rt: dies ist die beste Form. Er argumentiert nicht pragmatisch von<br \/>\nder <\/span><i><span style=\"font-size:10.5pt;line-height:96%\">N\u00fctzlichkeit, <\/span><\/i><span>sondern von dem unbedingten, urspr\u00fcnglichen, also<br \/>\nbleibenden <\/span><i><span style=\"font-size:10.5pt;line-height:96%\">Willen<br \/>\ndes Sch\u00f6pfers <\/span><\/i><span>her. Ich <span style=\"letter-spacing:-.2pt\">halte <\/span>dies f\u00fcr sehr wichtig. Das hei\u00dft: von<br \/>\nallen m\u00f6glichen Formen, in denen M\u00e4nner und Frauen als Geschlechtswesen<br \/>\nzusammenleben k\u00f6nnen (die Geschichte bezeugt uns <span style=\"letter-spacing:-.2pt\">hier <\/span>eine gro\u00dfe Variationsbreite von Gestaltungen), findet nur<br \/>\neine Jesu &#8211; das hei\u00dft Gottes <span>&#8211; <\/span>Zustimmung,<br \/>\nn\u00e4mlich jene Form der Ehe, die <span style=\"letter-spacing:-.35pt\">ich <\/span>versucht<br \/>\nhabe zu beschreiben. Jesus hat ein klar umrissenes Eheverst\u00e4ndnis f\u00fcr seine<br \/>\nGemeinde <\/span><i><span style=\"font-size:10.5pt;line-height:96%\">verbindlich<br \/>\n<\/span><\/i><span>gemacht. K\u00f6nnen wir das<br \/>\nakzeptieren, <span style=\"letter-spacing:-.35pt\">mit <\/span>den Folgerungen,<br \/>\ndie sich daraus<span style=\"letter-spacing:-1.0pt\"> <\/span>ergeben?<\/span><\/p>\n<p class=\"MsoBodyText\" style=\"margin-top:.95pt;margin-right:31.1pt;margin-bottom:0cm;margin-left:8.15pt;margin-bottom:.0001pt;text-indent:15.45pt;line-height:97%\"><span style=\"margin-left:792px;margin-top:32px;width:2px;height:723px\"><img decoding=\"async\" src=\"UsersSabAppDataLocalTempmsohtmlclip11clip_image002.gif\" width=\"2\" height=\"723\"><\/span><span>Aus heutiger Sicht f\u00e4llt auf, dass es Jesus nicht allein auf die rechte<br \/>\nHaltung ankommt. Er sagt also nicht: ,,Ich habe euch doch erkl\u00e4rt, dass die<br \/>\nLiebe das oberste Gebot ist. Solange du, Mann, eine Frau wirklich liebst, bleib<br \/>\nmit <span style=\"letter-spacing:-.35pt\">ihr <\/span>zusammen. Wenn du dies nicht<br \/>\nmehr willst oder kannst, ist die Grundlage f\u00fcr das Miteinander entzogen, dann <span style=\"letter-spacing:-.25pt\">l\u00f6se <\/span>die Beziehung auf&#8220;. Jesus geht<br \/>\nalso <span style=\"letter-spacing:-.15pt\">nicht <\/span>von der Gesinnung, auch<br \/>\nnicht vom Affekt, sondern, so seltsam sich das heute anh\u00f6rt, von einer <\/span><i><span style=\"font-size:10.5pt;line-height:97%\">Institution <\/span><\/i><span>aus, von der Ehe n\u00e4mlich, die Mann und Frau <\/span><i><span style=\"font-size:10.5pt;line-height:97%\">\u00fcbergreift, <\/span><\/i><span>in der sie sich wiederfinden, <span style=\"letter-spacing:-.4pt\">in <\/span>der sie Halt und Geborgenheit bekommen<br \/>\nauch gegen\u00fcber ihren eigenen Impulsen, die sie heraus dr\u00e4ngen m\u00f6chten. Jesus <span style=\"letter-spacing:-.2pt\">lehrt <\/span>Ehe verstehen als eine <\/span><i><span style=\"font-size:10.5pt;line-height:97%\">Sch\u00f6pfungsordnung, <\/span><\/i><span style=\"letter-spacing:-.15pt\">nicht <\/span><span>nur als einen pers\u00f6nlichen Entschluss, mit dem ich<br \/>\nmich zu einem Menschen bekennen und mich dann, wenn das nicht mehr m\u00f6glich ist,<br \/>\nvon <span style=\"letter-spacing:-.25pt\">ihm <\/span>l\u00f6sen k\u00f6nnte. Auch Motive<br \/>\nwie \u201ePartnerschaft&#8220; oder \u201eErnstnehmen des anderen&#8220; sind <span style=\"letter-spacing:-.2pt\">hier <\/span>im Ansatz nicht<span style=\"letter-spacing:-1.3pt\"> <\/span>betont.<\/span><\/p>\n<p class=\"MsoBodyText\" style=\"margin-top:0cm;margin-right:32.6pt;margin-bottom:0cm;margin-left:7.75pt;margin-bottom:.0001pt;text-indent:15.1pt;line-height:97%\"><span>Jesus meint nat\u00fcrlich nicht, dass man,<br \/>\nwenn man verheiratet sei, innerhalb der Ehe tun k\u00f6nne, was man wolle. Dagegen<br \/>\nspricht eindeutig das Liebesgebot. Dieses Haus der Ehe, wenn <span style=\"letter-spacing:-.35pt\">ich <\/span>einmal ein Bild gebrauchen darf, muss<br \/>\ngew\u00e4rmt werden, es braucht Wohnlichkeit, Bilder, Blumen. Aber was machen wir,<br \/>\nwenn wir Tapeten und St\u00fchle und<span style=\"letter-spacing:-.2pt\"> <\/span>Blumen<br \/>\nund Bilder haben, aber kein Haus? Die Ehe als Sch\u00f6pfungsordnung, so wie Jesus<br \/>\nsie <span style=\"letter-spacing:-.2pt\">lehrt,<\/span><span style=\"letter-spacing:2.65pt\"> <\/span>ist ein Ort des Schutzes gegen menschliche S\u00fcndhaftigkeit,<br \/>\ngegen den Wunsch nach Abwechslung und vieles andere. Selbst der Ausdruck: ,,was<br \/>\nGott zusammengef\u00fcgt hat, das soll der Mensch nicht trennen&#8220;, ist nicht im<br \/>\nmodernen Sinn gemeint. Heute wird dieser Satz oft so verstanden: \u201eDiese Ehe ist<br \/>\neinmal im Himmel beschlossen worden. Ich habe endlich den Partner entdeckt, den<br \/>\nGott <span style=\"letter-spacing:-.2pt\">mir <\/span>schon immer zugedacht hatte.<br \/>\nUnd der ist nun der Richtige.&#8220; Jesus hat das so nicht gemeint. Er hat<br \/>\nsagen wollen: ,,Wenn du in einer g\u00fcltigen Ehe <span style=\"letter-spacing:-.2pt\">lebst,<br \/>\n<\/span>dann darfst du und sollst du gewiss sein, dass du durch Gott <span style=\"letter-spacing:-.35pt\">mit <\/span>dem Partner zusammengef\u00fcgt bist<br \/>\naufgrund der Tatsache, dass ihr verheiratet<span style=\"letter-spacing:.4pt\"> <\/span>seid.&#8220;<\/span><\/p>\n<p class=\"MsoBodyText\" style=\"margin-top:.05pt;margin-right:33.7pt;margin-bottom:0cm;margin-left:6.35pt;margin-bottom:.0001pt;text-indent:15.45pt;line-height:97%\"><span>Noch einmal: es geht hier <\/span><i><span style=\"font-size:10.5pt;line-height:97%\">auch <\/span><\/i><span>um Gesinnung, um Zuwendung, um diese personalen<br \/>\nAkte, aber die Ma\u00dfst\u00e4be werden <\/span><i><span style=\"font-size:10.5pt;line-height:97%\">zun\u00e4chst <\/span><\/i><span>gesetzt von einer <\/span><i><span style=\"font-size:10.5pt;line-height:97%\">Sch\u00f6pfungsordnung <\/span><\/i><span>her! Diese Sicht Jesu ist f\u00fcr das ganze Neue<br \/>\nTestament bestimmend geworden. Ich f\u00fcge hinzu: auch f\u00fcr die sp\u00e4tere<br \/>\nChristenheit! Man kann ziemlich genau sagen, bis zu welchem Zeitpunkt: Etwa um<br \/>\ndas Jahr 1960 ist &#8211; zumindest in Deutschland &#8211; ein Einbruch passiert, nach<br \/>\nmeiner Deutung am st\u00e4rksten angesto\u00dfen durch ein neues Sexualverhalten, das mit<br \/>\nder Verf\u00fcgbarkeit der \u201ePille&#8220; zusammenhing. Man hat in der Kirche zunehmend<br \/>\nnicht mehr den Mut gehabt, die biblische Sicht theologisch zu vertreten, auch<br \/>\nin der Seelsorge nicht. Nur sollten wir nicht behaupten, Jesus habe sich unklar<br \/>\nausgedr\u00fcckt.<\/span><\/p>\n<p class=\"MsoNormal\" style=\"margin-top:.4pt\"><span>&nbsp;<\/span><\/p>\n<h1 style=\"text-indent:-15.8pt\"><span><span>3.<span>&nbsp;&nbsp;&nbsp;<br \/>\n<\/span><\/span><\/span><span>Die<br \/>\npaulinische Sexualethik als Kommentar zu Jesu Aussagen<\/span><span style=\"font-weight:normal\"><\/span><\/h1>\n<p class=\"MsoNormal\" style=\"margin-top:.35pt\"><b><span>&nbsp;<\/span><\/b><\/p>\n<p class=\"MsoBodyText\" style=\"margin-top:0cm;margin-right:35.65pt;margin-bottom:0cm;margin-left:5.6pt;margin-bottom:.0001pt;text-indent:.35pt;line-height:97%\"><span style=\"letter-spacing:-.45pt\">Ich <\/span><span>m\u00f6chte nun anhand der paulinischen Aussagen zeigen<br \/>\n&#8211; der Apostel hat sich am breitesten im Neuen Testament <span style=\"letter-spacing:-.35pt\">mit <\/span>Fragen des geschlechtlichen Miteinanders befasst -, wie<br \/>\nPaulus <span style=\"letter-spacing:-.2pt\">hier <\/span>zum Interpreten Jesu<br \/>\ngeworden ist, zum Kommentator seines Herrn nach dessen Auferstehung. Dabei <\/span><span><\/span><\/p>\n<\/div>\n<p style=\"text-align: left\">\n<p><span><br \/>\n<\/span><\/p>\n<div class=\"WordSection5\" style=\"text-align: left\">\n<p class=\"MsoBodyText\" style=\"margin-top:2.7pt;margin-right:29.1pt;margin-bottom:0cm;margin-left:10.8pt;margin-bottom:.0001pt;line-height:12.2pt\"><span>wiederholt Paulus Aussagen, die<br \/>\nJesus schon gemacht hatte. Er wiederholt sie zum Teil unter ausdr\u00fccklicher<br \/>\nBerufung auf Jesus. Ich nenne vier<span style=\"letter-spacing:-1.15pt\"> <\/span>Punkte.<\/span><\/p>\n<p class=\"MsoNormal\" style=\"margin-top:.25pt\"><span>&nbsp;<\/span><\/p>\n<h2 style=\"margin-left:10.8pt\"><span>Paulus<span>&nbsp; <\/span>wiederholt<span>&nbsp;<br \/>\n<\/span>Jesu<span style=\"letter-spacing:-2.15pt\"> <\/span>Aussagen<\/span><span style=\"font-style:normal\"><\/span><\/h2>\n<p class=\"MsoNormal\"><i><span>&nbsp;<\/span><\/i><\/p>\n<p class=\"MsoBodyText\" style=\"margin-top:0cm;margin-right:29.95pt;margin-bottom:0cm;margin-left:9.75pt;margin-bottom:.0001pt;text-indent:1.05pt;line-height:97%\"><span>Erste Beobachtung: Die Ehe ist f\u00fcr<br \/>\nPaulus wie f\u00fcr Jesus eine <\/span><i><span style=\"font-size:10.5pt;line-height:97%\">totale, <\/span><\/i><span>die Sexualit\u00e4t<br \/>\neinschlie\u00dfende Lebensgemeinschaft.<span style=\"letter-spacing:1.1pt\"> <\/span>Der<span style=\"letter-spacing:-1.4pt\"> <\/span>Apostel<span style=\"letter-spacing:.2pt\"><br \/>\n<\/span>schreibt<span style=\"letter-spacing:.75pt\"> <\/span><span style=\"letter-spacing:-.15pt\">1Kor<\/span><span style=\"letter-spacing:-.65pt\"> <\/span>7,3-5:<span style=\"letter-spacing:-.6pt\"> <\/span>,,Der<span style=\"letter-spacing:-.35pt\"> <\/span>Mann<span style=\"letter-spacing:-.7pt\"> <\/span>soll<span style=\"letter-spacing:-.45pt\"> <\/span>seine<br \/>\nFrau<span style=\"letter-spacing:-.5pt\"> <\/span>nicht<span style=\"letter-spacing:-.9pt\"> <\/span>vernachl\u00e4ssigen, und die Frau soll sich ihrem Mann nicht<br \/>\nversagen. <span style=\"letter-spacing:-.25pt\">Die <\/span>Frau verf\u00fcgt nicht<br \/>\n\u00fcber ihren K\u00f6rper, sondern der Mann. Ebenso verf\u00fcgt der Mann nicht \u00fcber seinen<br \/>\nK\u00f6rper, sondern die Frau. Keiner soll sich dem anderen entziehen &#8211; h\u00f6chstens<br \/>\nwenn ihr euch einig werdet, eine Zeit<span style=\"letter-spacing:-.25pt\">lang <\/span>auf<br \/>\nden ehelichen Verkehr zu verzichten, um ungest\u00f6rt beten zu k\u00f6nnen. Aber danach<br \/>\nsollt ihr wieder zusammenkommen; sonst verf\u00fchrt euch der Satan, weil der Trieb<br \/>\nin euch m\u00e4chtig<span style=\"letter-spacing:-1.1pt\"> <\/span>ist.&#8220;<\/span><\/p>\n<p class=\"MsoBodyText\" style=\"margin-top:.2pt;margin-right:30.3pt;margin-bottom:0cm;margin-left:8.65pt;margin-bottom:.0001pt;text-indent:15.8pt;line-height:97%\"><span>Paulus hat <span style=\"letter-spacing:-.2pt\">hier <\/span>ein ungebrochenes Ja zur sexuellen Seite der ehelichen<br \/>\nLebensgemeinschaft ausgesprochen; er macht es geradezu zu einem Gebot, dass<br \/>\nsich der Mann seiner Frau und die Frau sich <span style=\"letter-spacing:-.15pt\">ihrem<br \/>\n<\/span>Mann nicht entziehen; dahinter steht offenbar der neutestamentliche<br \/>\nGrundsatz: Ihr sollt <span style=\"letter-spacing:-.15pt\">nicht <\/span>an euch<br \/>\nselbst denken, sondern an die anderen (1Kor 10,24). Hier ist, ohne dass es <span style=\"letter-spacing:-.4pt\">in <\/span>Worten Ausdruck findet, eine von Liebe,<br \/>\nvon gegenseitiger Zuwendung bestimmte sexuelle Ehegemeinschaft gemeint. Und was<br \/>\nganz erstaunlich ist f\u00fcr Paulus, der sonst ja die Frauen ermahnt, sich ihren<br \/>\nM\u00e4nnern unterzuordnen: f\u00fcr den sexuellen Bereich <span style=\"letter-spacing:-.2pt\">lehrt <\/span>er keine Unterordnung, sondern an dieser Stelle k\u00f6nnen<br \/>\nsowohl<span style=\"letter-spacing:.05pt\"> <\/span>der<span style=\"letter-spacing:-.1pt\"> <\/span>Mann<span style=\"letter-spacing:-.5pt\"> <\/span>als<span style=\"letter-spacing:-.3pt\"> <\/span>auch<span style=\"letter-spacing:-.45pt\"> <\/span>die<br \/>\nFrau<span style=\"letter-spacing:-.7pt\"> <\/span>Initiative<span style=\"letter-spacing:-.45pt\"> <\/span>und<span style=\"letter-spacing:-.15pt\"> <\/span>F\u00fchrung<span style=\"letter-spacing:-.3pt\"> <\/span>ergreifen <span style=\"letter-spacing:-.4pt\">in<\/span><span style=\"letter-spacing:-1.3pt\"> <\/span>wechselseitiger<span style=\"letter-spacing:.2pt\"> <\/span>Unterordnung.<\/span><\/p>\n<p class=\"MsoBodyText\" style=\"margin-top:0cm;margin-right:30.85pt;margin-bottom:0cm;margin-left:7.95pt;margin-bottom:.0001pt;text-indent:15.1pt;line-height:96%\"><span style=\"margin-left:791px;margin-top:28px;width:3px;height:692px\"><img decoding=\"async\" src=\"UsersSabAppDataLocalTempmsohtmlclip11clip_image003.gif\" width=\"3\" height=\"692\"><\/span><span>Zweite Beobachtung: Diese eheliche<br \/>\nLebensgemeinschaft ist <\/span><i><span style=\"font-size:10.5pt;line-height:96%\">unaufl\u00f6slich. <\/span><\/i><span>Das sagt Paulus<br \/>\n<span style=\"letter-spacing:-.4pt\">in <\/span>den Versen 10 und 11: ,,F\u00fcr die<br \/>\nVerheirateten habe ich eine verbindliche Vorschrift. Sie stammt nicht von mir,<br \/>\nsondern von Christus, dem Herrn: <span style=\"letter-spacing:-.15pt\">Eine <\/span>Frau<br \/>\ndarf sich <span style=\"letter-spacing:-.15pt\">nicht <\/span>von <span style=\"letter-spacing:-.15pt\">ihrem <\/span>Mann trennen. Tut sie es doch, so<br \/>\nsoll sie unverheiratet bleiben oder sich wieder mit <span style=\"letter-spacing:-.15pt\">ihrem <\/span>Mann auss\u00f6hnen. Ebenso wenig darf ein Mann seine Frau<br \/>\nfortschicken.&#8220; Nun folgt <span style=\"letter-spacing:-.4pt\">in <\/span>den<br \/>\nVersen 12-16 noch ein Zusatz, der den Sonderfall anspricht, dass der<br \/>\nungl\u00e4ubige, der heidnische Teil auf einer Ehescheidung besteht. F\u00fcr diesen Fall<br \/>\nsoll der Christ nicht seine Ehe einfordern. Das hei\u00dft, der Grundsatz der<br \/>\nUnaufl\u00f6slichkeit ist hier voll durchgehalten, und Paulus beruft sich dabei ausdr\u00fccklich<br \/>\nnicht auf eine theologische Meinung, auch nicht auf den Heiligen Geist, der ihm<br \/>\ndas eingegeben habe, sondern auf Jesus Christus, den Herrn, das hei\u00dft offenbar,<br \/>\nauf Worte des irdischen Jesus. Er zieht dabei eine vorgegebene <span style=\"letter-spacing:-.15pt\">Linie <\/span>aus. Jesus hatte ja f\u00fcr Juden<br \/>\ngesprochen und die M\u00f6glichkeit noch gar nicht erwogen, dass auch <span style=\"letter-spacing:-.25pt\">die <\/span>Frau die Scheidung beantragen<span style=\"letter-spacing:.2pt\"> <\/span>kann.<span style=\"letter-spacing:.15pt\"> <\/span>Paulus<span style=\"letter-spacing:-.6pt\"> <\/span>schreibt<span style=\"letter-spacing:.45pt\"><br \/>\n<\/span>hier<span style=\"letter-spacing:-.65pt\"> <\/span>an<span style=\"letter-spacing:-.4pt\"> <\/span>Griechen<span style=\"letter-spacing:-.05pt\"><br \/>\n<\/span>und<span style=\"letter-spacing:-.8pt\"> <\/span>muss<span style=\"letter-spacing:-.7pt\"> <\/span>so<span style=\"letter-spacing:-.3pt\"> <\/span>auch<span style=\"letter-spacing:-.45pt\"> <\/span>diese<span style=\"letter-spacing:-.25pt\"><br \/>\n<\/span>M\u00f6glichkeit bedenken,<span style=\"letter-spacing:.15pt\"> <\/span>aber er<br \/>\nlehnt sie ab <span style=\"letter-spacing:-.35pt\">mit <\/span>der Autorit\u00e4t<br \/>\nseines<span style=\"letter-spacing:.05pt\"> <\/span>Herrn.<\/span><\/p>\n<p class=\"MsoBodyText\" style=\"margin-top:.55pt;margin-right:31.85pt;margin-bottom:0cm;margin-left:7.6pt;margin-bottom:.0001pt;text-indent:14.75pt;line-height:12.2pt\"><span style=\"letter-spacing:-.35pt\">Dritte <\/span><span>Beobachtung:<br \/>\nEhebruch ist bei Paulus wie bei Jesus <\/span><i><span style=\"font-size:10.5pt\">gegen Gottes Willen. <\/span><\/i><span>Ich<br \/>\nnenne nur die Stellen R\u00f6m 2,22; 13,9; 1Kor<span style=\"letter-spacing:-1.55pt\"><br \/>\n<\/span>6,9.<\/span><\/p>\n<p class=\"MsoBodyText\" style=\"margin-top:.15pt;margin-right:31.9pt;margin-bottom:0cm;margin-left:6.5pt;margin-bottom:.0001pt;text-indent:14.4pt;line-height:96%\"><span>Vierte Beobachtung: Ehelosigkeit um des<br \/>\nReiches Gottes willen ist f\u00fcr Paulus wie f\u00fcr Jesus eine Gnadengabe (1Kor 7,7),<br \/>\nd. h. sie hat einen hohen Wert. Er w\u00fcrde sich w\u00fcnschen, dass viele <span style=\"letter-spacing:-.15pt\">nicht <\/span>heirateten. Aber er begr\u00fcndet das <span style=\"letter-spacing:-.15pt\">nicht <\/span>etwa mit einer geistlichen<br \/>\nMinderwertigkeit des Sexuellen, sondern er sagt &#8211; v\u00f6llig mit Recht -, dass ein<br \/>\nverheirateter Mann <span style=\"letter-spacing:-.4pt\">in <\/span>ganz besonderer<br \/>\nWeise, auch zeitlich und kr\u00e4ftem\u00e4\u00dfig, engagiert ist f\u00fcr seine Frau, f\u00fcr seine<br \/>\nFamilie, und dass ein Unverheirateter <span style=\"letter-spacing:-.4pt\">in <\/span>einer<br \/>\nandersartigen Freiheit f\u00fcr seinen Herrn lebt. Er selbst hat ein eheloses Leben<br \/>\ngef\u00fchrt wie sein Herr Jesus Christus, und viele haben es nach ihm getan. Ich<br \/>\nmeine, gerade als evangelischer Christ sagen zu m\u00fcssen, dass wir Protestanten<br \/>\nh\u00e4ufig kritische, manchmal leider auch ironische Bemerkungen \u00fcber ehelos <span style=\"letter-spacing:-.15pt\">lebende <\/span>Menschen von uns gegeben, aber die<br \/>\ntiefe Dynamik, die <span style=\"letter-spacing:-.2pt\">hier <\/span>freigesetzt<br \/>\nist f\u00fcr Gott, vielfach gar nicht gew\u00fcrdigt haben. Das war nicht<span style=\"letter-spacing:-1.9pt\"> <\/span>gut.<\/span><\/p>\n<p class=\"MsoNormal\" style=\"margin-top:.45pt\"><span>&nbsp;<\/span><\/p>\n<h2 style=\"margin-left:6.85pt\"><span>Paulus<br \/>\ninterpretiert Jesu<span style=\"letter-spacing:1.0pt\"> <\/span>Aussagen<\/span><span style=\"font-style:normal\"><\/span><\/h2>\n<p class=\"MsoNormal\"><i><span>&nbsp;<\/span><\/i><\/p>\n<p class=\"MsoBodyText\" style=\"margin-top:0cm;margin-right:33.5pt;margin-bottom:0cm;margin-left:5.75pt;margin-bottom:.0001pt;text-indent:.7pt;line-height:97%\"><span>Paulus geht nun noch weiter. Er schlie\u00dft sich<br \/>\nnicht nur an Jesus an, sondern er f\u00fchrt das, was Jesus grundgelegt hat, auch an<br \/>\nbestimmten Punkten weiter, das hei\u00dft, er zieht Linien aus. Paulus bezeichnet <\/span><i><span style=\"font-size:10.5pt;line-height:97%\">alle nicht-ehelichen<br \/>\nSexualbeziehungen als \u201eUnzucht&#8220; <\/span><\/i><span>(porneia). \u00dcberall da, wo <span style=\"letter-spacing:-.15pt\">wir <\/span>dieses<br \/>\nWort finden bei Paulus, <span style=\"letter-spacing:-.15pt\">liegt <\/span>der<br \/>\nMa\u00dfstab in der Nichtehelichkeit eines sexuellen Verhaltens. Das l\u00e4sst sich<br \/>\nanhand der<span style=\"letter-spacing:-.8pt\"> <\/span>Texte<span style=\"letter-spacing:-.5pt\"> <\/span>ganz<span style=\"letter-spacing:-.4pt\"> <\/span>eindeutig<span style=\"letter-spacing:-.8pt\"> <\/span>erweisen.<span style=\"letter-spacing:.65pt\"><br \/>\n<\/span>Paulus<span style=\"letter-spacing:-.2pt\"> <\/span>k\u00f6nnte<span style=\"letter-spacing:-.55pt\"> <\/span>also<span style=\"letter-spacing:-.4pt\"> <\/span>nicht<span style=\"letter-spacing:-.4pt\"> <\/span>innereheliche<span style=\"letter-spacing:.15pt\"> <\/span>Lieblosigkeiten<span style=\"letter-spacing:-.1pt\"> <\/span>auf<span style=\"letter-spacing:-.45pt\"> <\/span>sexuellem Gebiet als \u201eUnzucht&#8220;<br \/>\nbezeichnen, sondern er gebraucht dieses Wort ganz pr\u00e4zise und meint damit<br \/>\nnicht-eheliche Sexualbeziehungen. Wenn er sagt (1Kor <span style=\"letter-spacing:.1pt\">6,18): <\/span>,,Flieht die Unzucht&#8220;, so lehnt er <span style=\"letter-spacing:-.15pt\">nicht <\/span>nur den Verkehr mit der Dirne ab,<br \/>\nalso den bezahlten Verkehr, sondern er stellt jeweils der Unzucht die Einehe<br \/>\ngegen\u00fcber.<span>&nbsp; <\/span><\/span><i><span style=\"font-size:10.5pt;line-height:97%\">Im christlichen<span>&nbsp;<br \/>\n<\/span>Sinne geh\u00f6rt der Geschlechtsakt<span>&nbsp; <\/span>allein<span>&nbsp; <\/span>und ausschlie\u00dflich<span>&nbsp; <\/span>in die<span style=\"letter-spacing:1.55pt\"> <\/span>Ehe<\/span><\/i><span style=\"font-size:10.5pt;line-height:97%\"><\/span><\/p>\n<p class=\"MsoNormal\"><i><span>&nbsp;<\/span><\/i><\/p>\n<p class=\"MsoNormal\" style=\"margin-top:.3pt\"><i><span>&nbsp;<\/span><\/i><\/p>\n<p class=\"MsoBodyText\" style=\"margin-right:33.5pt\"><span>6<\/span><span><\/span><\/p>\n<\/div>\n<p style=\"text-align: left\">\n<p><span><br \/>\n<\/span><\/p>\n<div class=\"WordSection6\" style=\"text-align: left\">\n<p class=\"MsoBodyText\" style=\"margin-top:3.0pt;margin-right:28.2pt;margin-bottom:0cm;margin-left:13.6pt;margin-bottom:.0001pt;text-indent:.35pt;line-height:11.9pt\"><span>(1Kor<br \/>\n7,1; 1Thess 4,3b und 4a). Ich bin mir bewusst, dass dies f\u00fcr manche die<br \/>\nschwierigste Stelle des ganzen Referates<span style=\"letter-spacing:-1.5pt\"> <\/span>ist.<\/span><\/p>\n<p class=\"MsoBodyText\" style=\"margin-top:.45pt;margin-right:28.15pt;margin-bottom:0cm;margin-left:13.25pt;margin-bottom:.0001pt;text-indent:14.4pt;line-height:97%\"><span>Es ist <span style=\"letter-spacing:-.15pt\">nicht <\/span>sachgem\u00e4\u00df, dass <span style=\"letter-spacing:.15pt\">wir <\/span>uns<br \/>\nan der H\u00e4rte dieses Wortes \u201eUnzucht&#8220; sto\u00dfen und dann erkl\u00e4ren: \u201eKann man<br \/>\ndenn die <span style=\"letter-spacing:-.15pt\">innige <\/span>Liebe zwischen zwei<br \/>\nAchtzehnj\u00e4hrigen, die f\u00fcr diese beiden auch den Geschlechtsverkehr einschlie\u00dft,<br \/>\nals &#8218;Unzucht&#8216; bezeichnen? Was f\u00fcr ein schmutziges Wort f\u00fcr eine. so sch\u00f6ne und<br \/>\nnat\u00fcrliche Sache!&#8220; Hier geht es um <\/span><i><span style=\"font-size:10.5pt;line-height:97%\">Ma\u00dfst\u00e4be! <\/span><\/i><span>\u201eUnzucht&#8220; bezeichnet das von Gott nicht Gewollte. <span style=\"letter-spacing:-.15pt\">Damit <\/span>ist v\u00f6llig klar, dass auch voreheliche<br \/>\nsexuelle Kontakte nicht gottgewollt sind. Paulus <span style=\"letter-spacing:-.25pt\">h\u00e4lt <\/span>seinen Grundsatz ganz folgerichtig durch. Er wendet <span style=\"letter-spacing:-.25pt\">ihn <\/span>an a. gegen\u00fcber den Unverheirateten<br \/>\nund Witwen und b. gegen\u00fcber den Verlobten. <\/span><\/p>\n<p class=\"MsoBodyText\" style=\"margin-top:.45pt;margin-right:28.15pt;margin-bottom:0cm;margin-left:13.25pt;margin-bottom:.0001pt;text-indent:14.4pt;line-height:97%\"><span>a. Daf\u00fcr wollen wir zun\u00e4chst <span style=\"letter-spacing:-.15pt\">1Kor <\/span>7,8-9 heranziehen: ,,Den Unverheirateten<br \/>\nund Witwen sage ich: Es ist am besten, wenn sie meinem Vorbild folgen und<br \/>\nallein bleiben. Aber wenn <span style=\"letter-spacing:-.15pt\">ihnen <\/span>das<br \/>\nzu schwer f\u00e4llt, sollen sie heiraten. Das ist besser, als wenn sie von<br \/>\nunbefriedigtem Verlangen verzehrt werden.&#8220; Paulus sagt also nicht: dann<br \/>\nsollen sie sich, wenigstens kurzfristig, ein Verh\u00e4ltnis gestatten, sie sollen<br \/>\naufgrund ihrer Sehnsucht nach Erf\u00fcllung ruhig einmal eine sexuelle Beziehung<br \/>\neingehen, auch wenn sie wissen, dass sie nicht auf Dauer sein kann. Vielmehr<br \/>\nkennt er auch <span style=\"letter-spacing:-.2pt\">hier <\/span>nur die<br \/>\nAlternative: Heiraten, dann sexuelle Gemeinschaft; oder: unverheiratet bleiben,<br \/>\ndann keine sexuelle Gemeinschaft.<\/span><\/p>\n<p class=\"MsoBodyText\" style=\"margin-top:.45pt;margin-right:28.15pt;margin-bottom:0cm;margin-left:13.25pt;margin-bottom:.0001pt;text-indent:14.4pt;line-height:97%\"><span>b. Dieser Grundsatz wird nun aber auch<br \/>\nangewendet gegen\u00fcber Verlobten (1Kor 7,36-38). ,,Wenn nun einer meint, er<br \/>\nbegehe ein Unrecht an seiner Braut, wenn er sie nicht heiratet, und wenn sein<br \/>\nVerlangen nach <span style=\"letter-spacing:-.25pt\">ihr <\/span>zu stark ist,<br \/>\ndann sollen sie ruhig heiraten. Es ist keine S\u00fcnde. Wer aber innerlich so fest<br \/>\nist, dass er nicht vom Verlangen bedr\u00e4ngt wird und sich ganz in der Gewalt hat,<br \/>\nder soll sich nicht von dem Entschluss abbringen lassen, seine Braut nicht zu<br \/>\nber\u00fchren (also mit <span style=\"letter-spacing:-.25pt\">ihr <\/span>Geschlechtsverkehr<br \/>\nzu haben). Wer seine Braut heiratet, handelt gut, aber wer nicht heiratet,<br \/>\nhandelt noch besser.&#8220; Zu diesem Vers muss ich einige Erkl\u00e4rungen geben.<br \/>\nZun\u00e4chst einmal zur Situation in Korinth: Diese Gemeinde lebte in einer starken<br \/>\nNah-Erwartung des Endes. Sie rechnete damit, dass Jesus Christus bald<br \/>\nwiederkommen werde. Es gab <span style=\"letter-spacing:-.4pt\">in <\/span>dieser<br \/>\nGemeinde asketische Tendenzen. Verlobte fragten sich: ,,Ist es \u00fcberhaupt<br \/>\nrichtig, dass wir noch heiraten? Vielleicht kommt der Herr inzwischen wieder!&#8220;<br \/>\nHier lag also eine Anfrage vor. Und Paulus antwortet: ,,Nein, heiraten ist<br \/>\ndurchaus Gottes Wille. Wenn ihr allerdings nicht heiraten wollt und nicht dazu<br \/>\ngedr\u00e4ngt werdet, wenn ihr frei seid f\u00fcr Gott, halte ich das f\u00fcr den besseren<span style=\"letter-spacing:-1.45pt\"> <\/span>Weg.&#8220;<\/span><\/p>\n<p class=\"MsoBodyText\" style=\"margin-top:0cm;margin-right:29.7pt;margin-bottom:0cm;margin-left:13.25pt;margin-bottom:.0001pt;text-indent:11.15pt;line-height:12.3pt\"><span>Ich<br \/>\nhabe nun einfach behauptet, es gehe hier um die Beziehungen von Verlobten<br \/>\nuntereinander.<span style=\"letter-spacing:2.8pt\"> <\/span><span style=\"letter-spacing:-.25pt\">Die <\/span><\/span><span style=\"margin-left:791px;margin-top:32px;width:3px;height:549px\"><img decoding=\"async\" src=\"UsersSabAppDataLocalTempmsohtmlclip11clip_image004.gif\" width=\"3\" height=\"549\"><\/span><span>\u201eGute Nachricht&#8220;, der die meisten<br \/>\nneutestamentlichen Zitate des Referates entnommen sind, \u00fcbersetzt diese Stelle <span style=\"letter-spacing:-.4pt\">in <\/span>diesem Sinne. Sie ist lange Zeit anders<br \/>\ngedeutet worden; manche haben gemeint, hier handele es sich um eine Anweisung<br \/>\nan einen Vater, der eine verlobte Tochter hat und nun die Zustimmung geben<br \/>\nsolle, dass sie heiratet; andere wieder haben gemeint, <span style=\"letter-spacing:-.2pt\">hier <\/span>gehe es um \u201egeistliche Ehen&#8220;. Am h\u00e4ufigsten wird heute<br \/>\ndie Auffassung vertreten, dass hi<span style=\"letter-spacing:-.2pt\">er <\/span>von<br \/>\n<\/span><i><span style=\"font-size:10.5pt\">Verlobten <\/span><\/i><span>die Rede ist.(In diesem Sinne \u00fcbersetzt neben der<br \/>\nGuten Nachricht auch die Einheits\u00fcbersetzung.) F\u00fcr diesen Fall empfiehlt<span style=\"letter-spacing:.4pt\"> <\/span>der<span style=\"letter-spacing:-.75pt\"> <\/span>Apostel<span style=\"letter-spacing:.45pt\"> <\/span>einen<span style=\"letter-spacing:-.45pt\"> <\/span>letzten<span style=\"letter-spacing:-.25pt\"> <\/span>Schritt,<span style=\"letter-spacing:.1pt\"><br \/>\n<\/span>n\u00e4mlich<span style=\"letter-spacing:-.55pt\"> <\/span>in<span style=\"letter-spacing:-.65pt\"> <\/span>die<span style=\"letter-spacing:-.25pt\"> <\/span>Ehe<span style=\"letter-spacing:-.4pt\"> <\/span>hinein,<span style=\"letter-spacing:-.5pt\"><br \/>\n<\/span>wenn der verlobte Mann keine Macht mehr hat \u00fcber sein Verlangen. Paulus<br \/>\nerkl\u00e4rt also nicht: \u201eIhr seid doch verlobt, nat\u00fcrlich k\u00f6nnt <span style=\"letter-spacing:-.25pt\">ihr <\/span>&#8218;im Notfall&#8216; auch sexuell miteinander<br \/>\nverkehren&#8220;, sondern er sagt: ,,Wenn<span style=\"letter-spacing:-1.8pt\"> <\/span>eure<br \/>\nsexuelle Dynamik euch zu stark wird, dann tut mit Freude und getrost den<br \/>\nSchritt in die Ehe hinein.&#8220; Auch von daher ist ganz deutlich, dass<br \/>\nGeschlechtsverkehr unter Verlobten von der Bibel her <span style=\"letter-spacing:-.15pt\">nicht <\/span>legitimiert, sondern zur\u00fcckgewiesen<span style=\"letter-spacing:-2.15pt\"> <\/span>wird.<\/span><span><\/span><\/p>\n<p class=\"MsoBodyText\" style=\"margin-top:.55pt;margin-right:31.7pt;margin-bottom:0cm;margin-left:9.65pt;margin-bottom:.0001pt;text-indent:14.75pt;line-height:12.2pt\"><span>Ich<br \/>\nmeine, dass, wenn <span style=\"letter-spacing:.15pt\">wir <\/span>die Grunds\u00e4tze<br \/>\nverstanden haben, von denen her im Neuen Testament gedacht und argumentiert,<br \/>\ngelehrt und ermahnt wird, wir dann auch bestimmte Konsequenzen ohne M\u00fche<span style=\"letter-spacing:-1.15pt\"> <\/span>selber<span style=\"letter-spacing:-1.2pt\"><br \/>\n<\/span>ziehen<span style=\"letter-spacing:-.75pt\"> <\/span>k\u00f6nnen.<\/span><\/p>\n<p class=\"MsoNormal\" style=\"margin-top:.05pt\"><span>&nbsp;<\/span><\/p>\n<h1 style=\"margin-left:25.15pt\"><span><span>4.<span>&nbsp;&nbsp;&nbsp;<br \/>\n<\/span><\/span><\/span><span>Seelsorgerliches<br \/>\nSchlusswort<\/span><span style=\"font-weight:normal\"><\/span><\/h1>\n<p class=\"MsoNormal\" style=\"margin-top:.1pt\"><b><span>&nbsp;<\/span><\/b><\/p>\n<p class=\"MsoBodyText\" style=\"margin-top:0cm;margin-right:31.25pt;margin-bottom:0cm;margin-left:8.6pt;margin-bottom:.0001pt;text-indent:1.05pt;line-height:96%\"><span>Bei diesem brisanten und oft leidvollen<br \/>\nThema scheinen mir abschlie\u00dfend folgende Gesichtspunkte wichtig zu sein. <\/span><\/p>\n<p class=\"MsoBodyText\" style=\"margin-top:0cm;margin-right:31.25pt;margin-bottom:0cm;margin-left:8.6pt;margin-bottom:.0001pt;text-indent:1.05pt;line-height:96%\"><span><span>&nbsp;&nbsp;&nbsp;<br \/>\n<\/span>Erstens: wenn wir auch auf dem geschlechtlichen Sektor unseres Lebens<br \/>\naus der Kraft des Heiligen Geistes leben wollen, ist es zuerst wichtig, unsere<br \/>\nAutonomie \u00fcber dieses Gebiet preiszugeben und Gott zu bekennen: \u201eHerr, ich will,<br \/>\nwas <\/span><i><span style=\"font-size:10.5pt;line-height:96%\">du <\/span><\/i><span>willst. Ich m\u00f6chte nicht mehr auf meinen W\u00fcnschen<br \/>\nbestehen in der Hoffnung, dass du sie best\u00e4tigst. Ich bin auch an dieser Stelle<br \/>\nbereit, Schritte des Gehorsams zu tun.&#8220;<span style=\"letter-spacing:-1.8pt\"><br \/>\n<\/span>&#8211;<\/span><\/p>\n<p class=\"MsoBodyText\" style=\"margin-top:.2pt;margin-right:31.95pt;margin-bottom:0cm;margin-left:8.2pt;margin-bottom:.0001pt;text-indent:14.4pt;line-height:97%\"><span>Zweitens: Wir erleben dabei, dass Jesu<br \/>\nWeisungen unbedingt, kompromisslos, ja hart sind, und dass ihr Ernstnehmen uns<br \/>\nauch einmal wehtun kann. Dies soll offen ausgesprochen werden; es w\u00e4re<br \/>\nunrealistisch, derartige Erfahrungen zu verschweigen. Wir haben es <span style=\"letter-spacing:-.35pt\">mit <\/span>einem hohen Ma\u00dfstab zu tun. Jesus legt<br \/>\nGottes Willen dar, er zeigt <span style=\"letter-spacing:-.25pt\">ihn <\/span>in<br \/>\nheller Deutlichkeit. Niemand kann sagen, er wisse <span style=\"letter-spacing:-.15pt\">nicht, <\/span>was gemeint<span style=\"letter-spacing:-1.2pt\"> <\/span>sei.<\/span><\/p>\n<p class=\"MsoBodyText\" style=\"margin: 2.35pt 13pt 0.0001pt 12.7pt;text-align: left\"><span><span>&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; <\/span>Drittens: <span style=\"letter-spacing:-.2pt\">Dies <\/span>bedeutet auch, dass wir schuldig werden. Wer hier schuldlos<br \/>\nzu sein glaubt, m\u00f6ge<span style=\"letter-spacing:1.2pt\"> <\/span>den <\/span><span>ersten<span style=\"letter-spacing:.25pt\"> <\/span>Stein<span style=\"letter-spacing:-.95pt\"> <\/span>werfen;<span style=\"letter-spacing:.6pt\"><br \/>\n<\/span>er<span style=\"letter-spacing:-.6pt\"> <\/span><span style=\"letter-spacing:.1pt\">wird<\/span><span style=\"letter-spacing:-.95pt\"> <\/span>auf<span style=\"letter-spacing:-.05pt\"> <\/span>ihn<span style=\"letter-spacing:-1.05pt\"> <\/span>zur\u00fcckfallen.<br \/>\nEs geht also nicht an, zu behaupten: ,,Hier ist ein klares, deutliches Ideal,<br \/>\ndas jeder erf\u00fcllen kann; warum habt <span style=\"letter-spacing:-.25pt\">ihr <\/span>es<br \/>\nnicht l\u00e4ngst erreicht? Wer es nicht auf Anhieb schafft, den schlie\u00dfen wir<br \/>\naus.&#8220; <span style=\"letter-spacing:-.15pt\">Ein <\/span>solches Denken st\u00e4nde<br \/>\nin un\u00fcberbietbarem Gegensatz zu Jesus und zum Neuen Testament, wo von der<br \/>\nvergebenden Gnade Gottes her gelebt<span style=\"letter-spacing:-1.65pt\"> <\/span><span style=\"letter-spacing:.1pt\">wird.<\/span><\/span><\/p>\n<\/div>\n<p style=\"text-align: left\">\n<p class=\"MsoBodyText\" style=\"margin: 1pt 27.45pt 0.0001pt 10.2pt;text-indent: 15.45pt;line-height: 97%;text-align: left\"><span>Andererseits ist mir folgendes wichtig:<br \/>\nWenn wir die Ma\u00dfst\u00e4be, wie es heute oft geschieht, so heruntersetzen, dass<br \/>\njeder das tun kann, was er immer schon wollte, wird es sinnlos, von Schuld zu<br \/>\nsprechen. Als schuldig k\u00f6nnen sich Menschen nur dort erfahren. wo ein <\/span><i><span style=\"font-size:10.5pt;line-height:97%\">Ma\u00dfstab <\/span><\/i><span>vorhanden ist, der deutlich gesagt und auch<br \/>\nanerkannt wurde. Wenn wir unsere Sexualit\u00e4t beliebig ausgestalten k\u00f6nnen, in<br \/>\nder sicheren Erwartung, dass Gott schon \u201eJa&#8220; dazu sagt, dann sind wir<br \/>\nschon gerecht, dann brauchen wir nicht mehr durch Gnade gerecht gesprochen zu<br \/>\nwerden. <\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: left\">\n<p class=\"MsoBodyText\" style=\"margin: 0.2pt 28.95pt 0.0001pt 8.35pt;text-indent: 15.1pt;line-height: 97%;text-align: left\"><span style=\"margin-left:790px;margin-top:16px;width:4px;height:606px\"><img decoding=\"async\" src=\"UsersSabAppDataLocalTempmsohtmlclip11clip_image005.gif\" width=\"4\" height=\"606\"><\/span><span>Viertens: Daraus ergibt sich weiter, dass bei<br \/>\ndiesem Thema immer auch Seelsorge angeboten werden muss. Denn selbst wenn die<br \/>\nGrunderkenntnis klar war, muss sie doch in das einzelne Leben transponiert, auf<br \/>\ndie spezielle Situation bezogen werden, und das Ganze muss in einer Atmosph\u00e4re<br \/>\ndes Angenommenseins, der Liebe, des Verstehens geschehen. Gerade bei jungen<br \/>\nLeuten ist der ber\u00fchmte Zeigefinger absolut unangebracht. In der Seelsorge kann<br \/>\nman auch Leid, das <span style=\"letter-spacing:-.2pt\">hier <\/span>erfahren<br \/>\nwurde, abladen: Es kann Heilung geschehen, i<span style=\"letter-spacing:-.15pt\">nnere<br \/>\n<\/span>Heilung, und die ist sehr n\u00f6tig! Vor allem kann Schuld bekannt und<br \/>\nVergebung <span style=\"letter-spacing:-.4pt\">im <\/span>Namen des gekreuzigten<br \/>\nChristus zugesprochen werden.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: left\">\n<p class=\"MsoBodyText\" style=\"margin: 1.95pt 30.45pt 0.0001pt 8pt;text-indent: 14.75pt;line-height: 96%;text-align: left\"><span>F\u00fcnftens: Wir strecken uns neu aus nach<br \/>\nder Kraft des Heiligen Geistes, wenn wir das Besprochene ernst nehmen, und sie<br \/>\nwird uns dann auch gegeben, manchmal <span style=\"letter-spacing:-.5pt\">in <\/span>einem<br \/>\nGlaubensleben mit R\u00fcckschl\u00e4gen. Es gibt Leute, die wiederholt, auch als<br \/>\nChristen, an dieser Stelle schuldig, auch grob schuldig werden. Aber <span style=\"letter-spacing:.15pt\">wir <\/span>erfahren, dass uns Kraft zuflie\u00dft,<br \/>\nsoweit wir uns dem Heiligen <span style=\"letter-spacing:-.15pt\">Geist <\/span>\u00f6ffnen,<br \/>\nmit<span style=\"letter-spacing:-.25pt\"> <\/span>unserer<span style=\"letter-spacing:-.05pt\"> <\/span>Geschlechtlichkeit<span style=\"letter-spacing:-.4pt\"> <\/span>so<span style=\"letter-spacing:-.6pt\"> <\/span>fertig<span style=\"letter-spacing:-.65pt\"><br \/>\n<\/span>zu<span style=\"letter-spacing:-.85pt\"> <\/span>werden,<span style=\"letter-spacing:.3pt\"> <\/span>dass<span style=\"letter-spacing:-.45pt\"> <\/span>wir<span style=\"letter-spacing:-.2pt\"> <\/span>sie<span style=\"letter-spacing:-.2pt\"> <\/span>beherrschen.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: left\">\n<p class=\"MsoBodyText\" style=\"margin: 0.7pt 31.35pt 0.0001pt 6.95pt;text-indent: 14.75pt;line-height: 96%;text-align: left\"><span>Schlie\u00dflich: Wer hier Gehorsam lernt,<br \/>\nmacht die Erfahrung gro\u00dfer Freiheit. Es ist einfach <span style=\"letter-spacing:-.15pt\">nicht <\/span>wahr, dass, wer mit dem Wort und aus dem Geist Jesu lebt,<br \/>\nverklemmt, ein Verzichtleistler, ein Leisetreter <span>&nbsp;<\/span><span style=\"letter-spacing:-2.2pt\"><span>&nbsp;<\/span><\/span>w\u00fcrde. Vielmehr f\u00fchrt ein solches Leben<br \/>\nzu einer Stabilisierung der k\u00f6rperlichen Gesundheit, der nervlichen<br \/>\nBelastbarkeit, der seelischen lntaktheit, und es vermittelt das Empfinden, Herr<br \/>\nzu sein im eigenen Haus. Jesus ist ein Mann von gr\u00f6\u00dfter Freiheit gewesen. Der<br \/>\nApostel Paulus, der offenbar ehelos gelebt hat, strahlt Vitalit\u00e4t aus, und<br \/>\njunge Paare, die etwa vor der Ehe Jesu Anweisungen wirklich auf sich beziehen,<br \/>\nerleben ihre Gemeinschaft tiefer als im umgekehrten<span style=\"letter-spacing:-1.8pt\"> <\/span>Fall.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: left\">\n<p class=\"MsoBodyText\" style=\"margin: 1.35pt 32.55pt 0.0001pt 6.6pt;text-indent: 13.3pt;line-height: 93%;text-align: left\"><span>Auch hier geht es <span style=\"letter-spacing:-.15pt\">letzten <\/span>Endes um die Frage des Vertrauens:<br \/>\n\u201eHerr Jesus Christus, kann ich dir das abnehmen, dass du mein Leben <span style=\"letter-spacing:-.15pt\">nicht <\/span>verarmen l\u00e4sst, wenn ich dir<br \/>\ngehorche, sondern dass ich mehr Freude, mehr Kraft, tiefere Erf\u00fcllung erfahre,<br \/>\nund kann <span style=\"letter-spacing:-.35pt\">ich <\/span>dir das glauben, dass<br \/>\nsich dann sogar andere Menschen<span style=\"letter-spacing:-.55pt\"> <\/span>an<span style=\"letter-spacing:-.6pt\"> <\/span>mir<span style=\"letter-spacing:-.8pt\"> <\/span>orientieren<span style=\"letter-spacing:-.9pt\"> <\/span>werden?&#8220;<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: left\">\n<p class=\"MsoBodyText\" style=\"margin-right: 34.8pt;text-align: left\"><span>&nbsp;<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: left\">\n<p class=\"MsoBodyText\" style=\"margin-right: 34.8pt;text-align: left\"><span><span style=\"width:2px;height:68px\"><img decoding=\"async\" src=\"UsersSabAppDataLocalTempmsohtmlclip11clip_image006.gif\" width=\"2\" height=\"68\"><\/span><\/span><span>Wolfram Kopfermann<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: left\">\n<p class=\"MsoBodyText\" style=\"margin-right: 34.8pt;text-align: left\"><span>Vortrag zuletzt<br \/>\n\u00fcberarbeitet Oktober 2010<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: left\">\n<p>[\/et_pb_text][\/et_pb_column][\/et_pb_row][\/et_pb_section][et_pb_section transparent_background=&#8220;off&#8220; 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