{"id":625,"date":"2016-06-15T10:34:35","date_gmt":"2016-06-15T08:34:35","guid":{"rendered":"https:\/\/www.anskar.de\/?post_type=project&#038;p=625"},"modified":"2017-02-07T10:42:05","modified_gmt":"2017-02-07T09:42:05","slug":"zum-glauben-einladen","status":"publish","type":"project","link":"https:\/\/www.anskar.de\/marburg\/project\/zum-glauben-einladen\/","title":{"rendered":"Zum Glauben einladen"},"content":{"rendered":"<p>[et_pb_section admin_label=&#8220;Sektion&#8220; fullwidth=&#8220;on&#8220; specialty=&#8220;off&#8220; transparent_background=&#8220;off&#8220; allow_player_pause=&#8220;off&#8220; inner_shadow=&#8220;off&#8220; parallax=&#8220;on&#8220; parallax_method=&#8220;off&#8220; padding_mobile=&#8220;off&#8220; make_fullwidth=&#8220;off&#8220; use_custom_width=&#8220;off&#8220; width_unit=&#8220;on&#8220; make_equal=&#8220;off&#8220; use_custom_gutter=&#8220;off&#8220;][et_pb_fullwidth_slider admin_label=&#8220;Vollbreiter Slider&#8220; show_arrows=&#8220;on&#8220; show_pagination=&#8220;on&#8220; auto=&#8220;off&#8220; auto_ignore_hover=&#8220;off&#8220; parallax=&#8220;on&#8220; parallax_method=&#8220;off&#8220; remove_inner_shadow=&#8220;off&#8220; background_position=&#8220;default&#8220; background_size=&#8220;default&#8220; hide_content_on_mobile=&#8220;off&#8220; hide_cta_on_mobile=&#8220;off&#8220; show_image_video_mobile=&#8220;off&#8220; custom_button=&#8220;off&#8220; button_letter_spacing=&#8220;0&#8243; button_use_icon=&#8220;default&#8220; button_icon_placement=&#8220;right&#8220; button_on_hover=&#8220;on&#8220; button_letter_spacing_hover=&#8220;0&#8243; header_font_size=&#8220;58&#8243; header_font_size_last_edited=&#8220;on|&#8220;] [et_pb_slide heading=&#8220;Medien | Zum Glauben einladen&#8220; background_image=&#8220;https:\/\/www.anskar.de\/wp-content\/uploads\/2016\/06\/Zum-Glauben-einladen_03.jpg&#8220; background_position=&#8220;bottom_center&#8220; background_size=&#8220;cover&#8220; background_color=&#8220;#ffffff&#8220; use_bg_overlay=&#8220;off&#8220; use_text_overlay=&#8220;off&#8220; alignment=&#8220;center&#8220; background_layout=&#8220;dark&#8220; allow_player_pause=&#8220;off&#8220; text_border_radius=&#8220;3&#8243; header_font_select=&#8220;default&#8220; header_font=&#8220;||||&#8220; body_font_select=&#8220;default&#8220; body_font=&#8220;||||&#8220; custom_button=&#8220;off&#8220; button_font_select=&#8220;default&#8220; button_font=&#8220;||||&#8220; button_use_icon=&#8220;default&#8220; button_icon_placement=&#8220;right&#8220; button_on_hover=&#8220;on&#8220; header_font_size=&#8220;57&#8243; header_font_size_tablet=&#8220;42&#8243; header_font_size_phone=&#8220;43&#8243; header_font_size_last_edited=&#8220;on|desktop&#8220;] [\/et_pb_slide] [\/et_pb_fullwidth_slider][\/et_pb_section][et_pb_section admin_label=&#8220;Sektion&#8220; fullwidth=&#8220;off&#8220; specialty=&#8220;off&#8220;][et_pb_row admin_label=&#8220;Zeile&#8220;][et_pb_column type=&#8220;4_4&#8243;][et_pb_text admin_label=&#8220;Text&#8220; background_layout=&#8220;light&#8220; text_orientation=&#8220;center&#8220; use_border_color=&#8220;off&#8220; border_color=&#8220;#ffffff&#8220; border_style=&#8220;solid&#8220;]<\/p>\n<p style=\"text-align: left\"><strong>Wolfram Kopfermann<\/strong><\/p>\n<h2 style=\"text-align: left\">Zeugnis geben \u2013 von Glaubenserfahrungen erz\u00e4hlen<\/h2>\n<p style=\"text-align: left\"><strong>\u00a0<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: left\">Ich m\u00f6chte Gedanken zu einem sehr praktischen Thema weitergeben, n\u00e4mlich zur Frage unseres Zeugnisses vor andern. \u00dcberall, wo Menschen der Wirklichkeit Gottes neu begegnen, wird ihr \u00f6ffentliches\u00a0 Bekenntnis freigesetzt. Sie reden von dem, was sie erlebt haben, ohne von au\u00dfen dazu gedr\u00e4ngt zu sein. Nicht die Zeugnispflicht bestimmt ihr Sprechen, sondern die \u00fcberflie\u00dfende Freude. Dies gilt f\u00fcr alle Epochen der Geschichte, besonders im evangelischen Raum hat das \u201eZeugnis geben\u201c eine lange Tradition. Es wird vielfach als Ausdruck einer speziellen Fr\u00f6mmigkeitsrichtung angesehen, n\u00e4mlich der pietistischen. Viele m\u00f6chten das Bekenntnis vor anderen begrenzen auf das &#8222;Zeugnis der Tat&#8220; und empfinden es als unn\u00f6tig, blo\u00df subjektiv, peinlich, ja mitunter als hochm\u00fctig, in der Ichform \u00fcber den Glauben zu reden. Vielleicht k\u00f6nnen die folgenden \u00dcberlegungen zur Versachlichung des Gespr\u00e4chs, zur Ermutigung der Eingesch\u00fcchterten und zur zeitn\u00e4heren Gestaltung des Glaubenszeugnisses beitragen.<\/p>\n<ol style=\"text-align: left\">\n<li><strong> Warum Zeugnis geben?<\/strong><\/li>\n<\/ol>\n<ol style=\"text-align: left\">\n<li>Wir bezeugen unseren Glauben, weil dies v\u00f6llig nat\u00fcrlich ist.<\/li>\n<\/ol>\n<p style=\"text-align: left\">Wer sich \u00fcber etwas freut, spricht stets dar\u00fcber. Das gilt unabh\u00e4ngig vom Gegenstand der Freude: ob es sich nun um ein geliebtes Hobby, eine begl\u00fcckende Begegnung, einen \u00fcberraschenden pers\u00f6nlichen Erfolg oder ein leidenschaftlich vertretenes Anliegen handelt. &#8222;Wovon das Herz voll ist, davon geht der Mund \u00fcber&#8220; (Matth 12,34). Was Jesus hier aussprach, geh\u00f6rt einfach zum Menschsein.<\/p>\n<ol style=\"text-align: left\" start=\"2\">\n<li>Gott erwartet, dass wir unseren Glauben bezeugen.<\/li>\n<\/ol>\n<ol style=\"text-align: left\" start=\"7\">\n<li>a) In den Psalmen begegnen wir der Urform biblischen Zeugnisses. &#8222;Urspr\u00fcngliche Form des Dankes ist das mit dem Danklied verbundene Dankopfer, wahrscheinlich als Opfermahl in Gemeinschaft mit anderen am Heiligtum dargebracht &#8230;, nicht Privatangelegenheit des einzelnen. \u2026 Der Dank besteht neben der Darbringung des Opfers in der\u00a0 Nacherz\u00e4hlung dessen, was Gott an dem einzelnen oder dem Volk getan hat (Ps 9,2; 26,7.12; 75,2; 79,13; 105,1; 107,21 f; 109, 30;\u00a0 111,1; 118, 21 u. \u00f6. \u2026)\u201c. (Werner H. Schmidt in W. H. Schmidt\/G. Delling: W\u00f6rterbuch zur Bibel, 1971, S.77, vgl. zum Ganzen die wichtige Arbeit von Claus Westermann: Lob und Klage in den Psalmen, 1977). Der &#8222;berichtende Lobpsalm&#8220; beinhaltet also ein pers\u00f6nliches Erz\u00e4hlen dessen, was Gott f\u00fcr Menschen getan hat. \u00c4hnliches finden wir im Neuen Testament, wobei Joh 1,41; 1,45; 4,28-30; Apg 3,9 wenige willk\u00fcrlich herausgegriffene Beispiele sind.<\/li>\n<\/ol>\n<ol style=\"text-align: left\" start=\"38\">\n<li>b) An anderen Stellen wird das Bekenntnis zu Christus geboten, vgl. Matth 10,32-33; Mark 8,38. Bekennen ist immer ein \u00f6ffentlicher Akt. Sein Inhalt ist zwar nicht gleichzusetzen mit dem pers\u00f6nlichen Erfahrungszeugnis, kann sich andererseits aber auch nicht auf die Rezitation dogmatischer S\u00e4tze beschr\u00e4nken; auf diese Weise hat er immer eine N\u00e4he zum Erfahrungszeugnis des Glaubens. In 1. Petrus 2, 9-10 wird die Absicht Gottes bei der Erl\u00f6sung und Erw\u00e4hlung seiner Kinder so umschrieben: &#8220; \u2026 damit ihr die Gro\u00dftaten dessen verk\u00fcndigt, der euch aus der Finsternis zu seinem wunderbaren Licht berufen hat.&#8220; Wie soll dieser Auftrag, der hier an alle Christen ohne Ausnahme gerichtet ist, wahrgenommen werden, ohne von der eigenen Lebensgeschichte zu sprechen?<\/li>\n<\/ol>\n<ol style=\"text-align: left\" start=\"3\">\n<li>Gott wird durch unser Zeugnis &#8222;gro\u00df gemacht&#8220;.<\/li>\n<\/ol>\n<p style=\"text-align: left\">Es gibt viele M\u00f6glichkeiten, andere Menschen oder auch unsere Probleme &#8222;gro\u00df zu machen&#8220; &#8211; wenn wir Zeugnis geben, wird Gott in seiner Liebe und G\u00fcte verherrlicht. In Abwandlung von Luk 15,7 k\u00f6nnten wir sagen: Es ist Freude im Himmel \u00fcber jeden Christen, der den Herrn mit seinem Mund bezeugt.<\/p>\n<ol style=\"text-align: left\" start=\"4\">\n<li>Wer Erfahrungen des Glaubens weitersagt, ermutigt andere Menschen.<\/li>\n<\/ol>\n<p style=\"text-align: left\">Und zwar Suchende und bereits Glaubende. Den Suchenden wird auf diese Weise verdeutlicht, dass Gott nicht nur abstrakte Theorie, sondern handelnde, erfahrbare Wirklichkeit ist. Die Glaubenden werden provoziert, mehr als bisher mit Gottes Eingreifen zu rechnen.<\/p>\n<ol style=\"text-align: left\" start=\"5\">\n<li>Auf diese Weise wird auch der eigene Glaube gefestigt.<\/li>\n<\/ol>\n<p style=\"text-align: left\">Wer seine Zugeh\u00f6rigkeit zu Jesus Christus in pers\u00f6nlicher Weise vor anderen bekannt hat, hat sich dadurch festgelegt. Er wird in der Folgezeit scharf und nicht immer wohlwollend beobachtet. Die anderen wissen, mit wem sie es zu tun haben, kritisieren ihn, wenn sie unchristliche Reaktionen zu erkennen glauben, und helfen ihm dadurch zu wachsender Glaubw\u00fcrdigkeit.<\/p>\n<ol style=\"text-align: left\" start=\"6\">\n<li>In Gespr\u00e4chen mit Au\u00dfenstehenden f\u00fchrt das pers\u00f6nliche Zeugnisgeben in der Regel zu einer Klimaver\u00e4nderung.<\/li>\n<\/ol>\n<p style=\"text-align: left\">Fromme und unfromme Menschen sind oft ge\u00fcbt darin, \u00fcber Gott zu diskutieren; dabei \u00e4ndert sich in der Regel kaum etwas. Wo aber jemand seine Erfahrungen mit Gott einbringt, wendet sich h\u00e4ufig das Gespr\u00e4ch. Wir sollen Gott weder beweisen noch verteidigen; wo wir ihn bezeugen, werden Menschen immer wieder in sein Kraftfeld hineingezogen.<\/p>\n<ol style=\"text-align: left\">\n<li><strong> Wie Zeugnis geben<\/strong><\/li>\n<\/ol>\n<p style=\"text-align: left\"><strong>\u00a0<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: left\">Die folgenden f\u00fcnf &#8222;P&#8217;s&#8220; k\u00f6nnen n\u00fctzlich sein, um das Zeugnis hilfreich zu gestalten.<\/p>\n<ol style=\"text-align: left\">\n<li>Sprich pers\u00f6nlich!<\/li>\n<\/ol>\n<p style=\"text-align: left\">Sage nicht &#8222;man&#8220; oder &#8222;wir&#8220;, sondern &#8222;ich&#8220;, und lass deinem Zeugnis jene unverwechselbare Eigenart, die es gerade als dein Zeugnis ausweist. Wir haben Zeugnisse geh\u00f6rt, die so abgeschliffen waren, dass etwa 100 unterschiedliche Menschen sie als Umschreibung ihrer eigenen Erfahrungen h\u00e4tten anerkennen k\u00f6nnen. Das Zeugnis sollte der Eigenart des Zeugen entsprechen.<\/p>\n<ol style=\"text-align: left\" start=\"2\">\n<li>Sprich positiv!<\/li>\n<\/ol>\n<p style=\"text-align: left\">Mitunter m\u00fcssen negative S\u00e4tze einflie\u00dfen, weil ohne sie das Zeugnis nicht verst\u00e4ndlich wird. Aber der Gesamteindruck des Beitrages sollte positiv sein.<\/p>\n<ol style=\"text-align: left\" start=\"3\">\n<li>Sprich praktisch!<\/li>\n<\/ol>\n<p style=\"text-align: left\">Es geht nicht darum, Lesefr\u00fcchte, Erkenntnisse oder allgemeine M\u00f6glichkeiten weiterzusagen. Das Zeugnis entspringt der Erfahrung und es dient neuer Erfahrung.<\/p>\n<ol style=\"text-align: left\" start=\"4\">\n<li>Sprich produktiv!<\/li>\n<\/ol>\n<p style=\"text-align: left\">Das Zeugnis soll andere Menschen weiterbringen und ermutigen. Frage: Was haben andere davon, dass ich ihnen dies mitteile?<\/p>\n<ol style=\"text-align: left\" start=\"5\">\n<li>Sprich primitiv (d.h. elementar)!<\/li>\n<\/ol>\n<p style=\"text-align: left\">F\u00fchre deine Zuh\u00f6rer nicht durch verschlungene Pfade; erz\u00e4hle eine Erfahrung so anschaulich wie n\u00f6tig, so kurz wie m\u00f6glich.<\/p>\n<p style=\"text-align: left\"><strong>III. M\u00f6gliche Hindernisse<\/strong><\/p>\n<ol style=\"text-align: left\">\n<li>Eine lange Pr\u00e4gung hat uns &#8222;beigebracht&#8220;: \u00fcber Religion spricht man nicht. Das Ergebnis ist die v\u00f6llige Privatisierung des Glaubens. Aber der christliche Glaube war und ist niemals Privatsache. Wir haben uns zwischen dem alten Dogma von der Privatheit des eigenen Glaubens und Jesus Christus zu entscheiden.<\/li>\n<\/ol>\n<ol style=\"text-align: left\" start=\"2\">\n<li>Manche Menschen sind psychisch zu stark gehemmt, um mit ihrem Zeugnis herauszukommen. Mit einem blo\u00dfen Willensentschluss ist solche &#8222;Sch\u00fcchternheit&#8220; nicht zu \u00fcberwinden. In diesem Fall sind geistliche Schritte n\u00f6tig, um das zu \u00fcberwinden, woraus die Sprachlosigkeit des Glaubens resultiert. Es gibt keinen Menschen, durch den Jesus Christus nicht bezeugt werden will (R\u00f6 10,9-10).<\/li>\n<\/ol>\n<ol style=\"text-align: left\" start=\"3\">\n<li>In Apg 1,8 wird den J\u00fcngern gesagt: &#8222;Ihr werdet Kraft empfangen, wenn der Heilige Geist auf euch kommt, und werdet meine Zeugen sein.&#8220; Wer sein Leben dem Heiligen Geist noch nicht ge\u00f6ffnet hat, muss es als unm\u00f6glich oder unzumutbar empfinden, Christi Zeuge zu sein. Umgekehrt: Wer mit dem Heiligen Geist erf\u00fcllt ist, aus dem flie\u00dft es heraus.<\/li>\n<\/ol>\n<ol style=\"text-align: left\" start=\"4\">\n<li>Ein anderes Hindernis f\u00fcr das pers\u00f6nliche Zeugnis kann darin bestehen, dass Menschen keine neuen Gotteserfahrungen erwarten. Sie leben gleichsam nicht mit dem gegenw\u00e4rtigen Gott, sondern in der Erinnerung an den Christus von fr\u00fcher. Ihre Erz\u00e4hlungen von leicht angestaubten Glaubenserlebnissen wirken erm\u00fcdend, auch f\u00fcr sie selbst.<\/li>\n<\/ol>\n<ol style=\"text-align: left\" start=\"5\">\n<li>Ein wesentliches Hindernis liegt in dem bewussten Ungehorsam, d. h. willentlich festgehaltenen S\u00fcnden. Wer an gottwidrigem Verhalten festh\u00e4lt, wird kein Zeuge sein k\u00f6nnen. Wenn er die S\u00fcnde losl\u00e4sst, kann er als befreiter Mensch wieder Zeuge sein.<\/li>\n<\/ol>\n<ol style=\"text-align: left\">\n<li><strong> M\u00f6gliche Schwachpunkte<\/strong><\/li>\n<\/ol>\n<p style=\"text-align: left\">Auch wenn das Glaubenszeugnis einem inneren Impuls entspringt, ist seine Gestalt von uns zu verantworten. Es kann ein Zeichen von Vertrauen sein, wenn jemand, wie ich es neulich h\u00f6rte, seinen pers\u00f6nlichen Beitrag so einleitet: &#8222;Ich habe mich auf dieses Zeugnis nicht vorbereitet, damit der Heilige Geist durch mich sprechen kann.&#8220; In der Regel haben solche Zeugnisse allerdings eher etwas Ungeordnetes, geraten zu breit, wirken unkonzentriert, kurz: es zeigt sich einmal mehr, dass die sorgf\u00e4ltige pers\u00f6nliche Vorbereitung wichtig ist und nicht im Gegensatz zum Vertrauen auf Eingebungen des Geistes steht. Im Folgenden soll auf einige Fehlformen des Zeugnisses hingewiesen werden.<\/p>\n<ol style=\"text-align: left\">\n<li>Zeugnis als Beichtstuhl. Manche Leute m\u00f6chten auf dem Wege \u00fcber das, was sie ihr Zeugnis nennen, bei anderen Interesse f\u00fcr ihre Probleme wecken. Solche Beitr\u00e4ge ermutigen andere Menschen nicht und sind nicht glaubensweckend, auch wenn sie &#8222;ehrlich&#8220; wirken. Probleme k\u00f6nnen in einer Gebetsgruppe, je nachdem auch unter vier Augen vorgebracht werden. Zeugnisgeben hei\u00dft, von den Siegen Gottes in unserem Leben berichten. (Die gegenteilige Gefahr, dass durch Lebenszeugnisse der Eindruck von eigener Perfektion geweckt wird, besteht grunds\u00e4tzlich durchaus.)<\/li>\n<\/ol>\n<ol style=\"text-align: left\" start=\"2\">\n<li>\u00dcbertreibungen. Es d\u00fcrfte in der Regel nicht zutreffen, wenn jemand behauptet: &#8222;Jesus Christus hat mein Leben v\u00f6llig ver\u00e4ndert.&#8220; Die Lebens\u00fcbergabe an ihn bringt in jedem Fall Ver\u00e4nderungen, aber niemals eine totale Verwandlung des pers\u00f6nlichen Lebens mit sich. \u00dcbertreibungen lassen Au\u00dfenstehende stets an unserer Aufrichtigkeit zweifeln. Sie entspringen dem \u00dcberschwang oder dem Wunschdenken. Richtig ist es, pr\u00e4zis anzugeben, auf welchen Gebieten unseres Lebens wir welche Ver\u00e4nderungen wahrgenommen haben. Hier gilt der alte Satz: &#8222;Geh keinen Millimeter \u00fcber deine Erfahrung hinaus.&#8220;<\/li>\n<\/ol>\n<ol style=\"text-align: left\" start=\"3\">\n<li>Der moralische Schwanz. Viele Christen begn\u00fcgen sich nicht damit, \u00fcber ihre Glaubenserfahrung zu berichten; sie schwingen sich zu Mini-Evangelisten auf, etwa so: &#8222;Darum lade ich euch alle ein, auch zu Jesus zu kommen.&#8220; Sie erlauben dem Zuh\u00f6rer nicht, seine eigenen Folgerungen zu ziehen, und vermengen dadurch Zeugnis und Predigt. Eine Predigt kann zwar durchaus zeugnishafte Z\u00fcge tragen, aber ein Zeugnis mit Predigtanhang wirkt peinlich. Ein alter Rat: &#8222;Die drei letzten S\u00e4tze ersatzlos streichen!&#8220;<\/li>\n<\/ol>\n<ol style=\"text-align: left\" start=\"3\">\n<li>Zeugnis als Intimbericht. Manche Menschen haben die Tendenz, anderen beim Zeugnisgeben ihre intimen Empfindungen und Erfahrungen mitzuteilen, was von den Zuh\u00f6renden als peinlich, h\u00e4ufig auch als belustigend empfunden wird. Die Grenze zwischen dem Pers\u00f6nlichen, ohne das ein Zeugnis blass wirkt, und dem Intimen, das nicht in die \u00d6ffentlichkeit geh\u00f6rt, ist theoretisch schwer zu ziehen. Darum ist das Feedback zu Zeugnissen so wichtig.<\/li>\n<\/ol>\n<ol style=\"text-align: left\" start=\"4\">\n<li>Der Roman. Manche Menschen m\u00f6chten in einem \u00f6ffentlichen Zeugnis die F\u00fclle ihres Lebens unterbringen. Sie setzen breit an und erm\u00fcden die Konzentration ihrer H\u00f6rer. Das Zeugnis sollte eher einer Anekdote gleichen als einem Roman.<\/li>\n<\/ol>\n<ol style=\"text-align: left\" start=\"5\">\n<li>Das Labyrinth. Bei dieser Form des Zeugnisses verliert der Zuh\u00f6rer total den \u00dcberblick, weil der rote Faden, der nach drau\u00dfen f\u00fchrt, nicht mehr sichtbar ist. Der Zeugnisgebende hatte vergessen, sich vorher klar zu machen, welches die eine Haupterfahrung ist, die er vermitteln wollte.<\/li>\n<\/ol>\n<ol style=\"text-align: left\" start=\"6\">\n<li>Die Sprache Kanaans. Manche Menschen reden beim Zeugnisgeben ein Insider-Kauderwelsch, das man eigentlich ins Deutsche \u00fcbersetzen m\u00fcsste. Sie st\u00f6ren damit die Kommunikation mit den Au\u00dfenstehenden oder Menschen anderer geistlicher Gruppierungen, die diesen frommen Dialekt nicht beherrschen. Es geht beim Zeugnisgeben darum, die Sache des Glaubens in der Sprache der Zeitgenossen auszudr\u00fccken. Das Zeugnis sollte nicht schon auf Grund seiner Unverst\u00e4ndlichkeit Missfallen erregen.<\/li>\n<\/ol>\n<ol style=\"text-align: left\" start=\"7\">\n<li>Nicht jede Glaubenserfahrung eignet sich f\u00fcr das \u00f6ffentliche Zeugnis. Au\u00dfenstehende oder Neulinge haben keinen Zugang zu manchen tieferen Erfahrungen, die f\u00fcr Menschen begl\u00fcckend sein m\u00f6gen, welche jahrzehntelang mit Jesus Christus leben. Auch aus anderen Gr\u00fcnden ist nicht alles f\u00fcr die \u00d6ffentlichkeit bestimmt, was Gott seinen Kindern an Begl\u00fcckendem zuteilwerden l\u00e4sst. Paulus etwa hat eine Erfahrung 14 Jahre lang f\u00fcr sich behalten (2. Kor. 12,2).<\/li>\n<\/ol>\n<ol style=\"text-align: left\">\n<li><strong> Ermutigung<\/strong><\/li>\n<\/ol>\n<p style=\"text-align: left\">Trotz all dieser \u00dcberlegungen geht es nat\u00fcrlich nicht um das chemisch reine, total korrekte Zeugnis. Ein \u00e4lterer katholischer Mitchrist sagte mir vor einiger Zeit im Blick auf die Weitergabe des Zeugnisses: &#8222;Wer verliebt ist, kann ruhig einmal dummes Zeug reden.&#8220; Einverstanden! Aber glaubt man ihm seine Liebe nicht noch mehr, wenn er kein &#8222;dummes Zeug&#8220; redet?<\/p>\n<p style=\"text-align: left\">Dieser Artikel erschien erstmals unter der \u00dcberschrift \u201eZur\u00a0 Frage unseres Zeugnisses\u201c in: Rundbrief-Sonderdruck der Charismatischen Gemeinde-Erneuerung in der evangelischen Kirche, Juni 1981, S. 1-7. \u00dcberarbeitete Fassung 2015.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>[\/et_pb_text][\/et_pb_column][\/et_pb_row][\/et_pb_section][et_pb_section admin_label=&#8220;Sektion&#8220; fullwidth=&#8220;off&#8220; specialty=&#8220;off&#8220;][et_pb_row admin_label=&#8220;Zeile&#8220;][et_pb_column type=&#8220;4_4&#8243;][et_pb_text admin_label=&#8220;Text&#8220; background_layout=&#8220;light&#8220; text_orientation=&#8220;left&#8220; use_border_color=&#8220;off&#8220; border_color=&#8220;#ffffff&#8220; border_style=&#8220;solid&#8220;]<\/p>\n<h2>Aktuelles<\/h2>\n<p>[\/et_pb_text][et_pb_blog admin_label=&#8220;Blog&#8220; fullwidth=&#8220;off&#8220; include_categories=&#8220;1,23,16,30&#8243; 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