Medien | Geistliches Leben und geistlicher Kampf

Beten und Fasten

Wolfram Kopfermann

Kirche braucht immer Erneuerung. Nur durch Erneuerung wird Resignation wirksam begegnet, ebenso aktivistischem Leerlauf, grassierenden Irrlehren, missionarischer Kraftlosigkeit und Mitgliederrückgang. Wir glauben, dass Gott Erneuerung schenken kann und will. Erneuerung ist allein sein Werk.

Es ist gut, dies zu erkennen. Denn niemals werden Menschen das Werk des Heiligen Geistes übernehmen können. Wir sind, was diese Sache angeht, ohnmächtig.

Bedeutet Ohnmacht aber Passivität? Haben wir „abzuwarten“, wann, wo und wie Gott das Ersehnte schenkt? Hat Gott uns die Rolle von Zuschauern zugedacht, wenn er erneuernd handelt?

Offenbar vertritt die Bibel eine andere Sicht. Gott liebt es, sein Volk einzubeziehen, wenn er wirkt. Er braucht, wie manche es ausdrücken, Werkzeuge. Nur wird ein Werkzeug allerdings ohne seine Zustimmung benutzt. Kein einziger Christ ist aber je von Gott gegen seinen Willen eingesetzt worden. Gott hält Ausschau nach Mitarbeitern! Geht es um Erneuerung, so besteht unsere Mitarbeit vor allem im Gebet. Dies wurde häufig betont. Wie sieht jedoch die Praxis aus? „Zum Mitarbeiten gehört das Gebet.“ Gewiss, aber Gebet als Mitarbeit, also Arbeit? Gebet als Hingabe aller Kräfte? Gebet als erster, wichtigster, auch zeitlich beanspruchender Einsatz der ganzen Person? Wo geschieht das?

„Interzessorisches“ Beten

Beten hat viele Seiten: Dank, Schuldbekenntnis, Fürbitte, Lobpreis, Anbetung. Es ist gut, wenn Menschen überhaupt (wieder) beten lernen, weil Beten konkreter Umgang mit Gott ist. In unserem Zusammenhang geht es allerdings um das interzessorische (das für andere – vor Gott – eintretende Gebet). Hier ist ein Gebetsdienst gemeint.

1) Biblische Grundlegung

Das interzessorische Gebet wird von Menschen der Bibel praktiziert. Ein berühmtes Beispiel bietet Abraham mit seinem Einsatz für Sodom und Gomorra (1. Mose 18). Eindrücklich ist es, wie Mose vor Gott für sein gefährdetes Volk eintritt (2. Mose 32,32; 4. Mose 14,13­19; Ps. 106,23). Den Höhepunkt und das Urbild interzessorischen Betens entdecken wir in Jesus Christus. Das „Dazwischentreten“ bestimmt sein öffentliches Wirken und gipfelt in seinem Kreuzesleiden. Nach Lukas tritt Jesus vom Kreuz her für die Schuldigen ein: Vater, vergib ihnen, denn sie wissen nicht, was sie tun (23,34). Johannes überliefert Jesu Hohepriesterliches Gebet (Kap. 17) für seine Jüngergemeinde, in dem sich das Eintreten des Herrn für den Zwölferkreis mit dem Einsatz für die Kirche aller Zeiten verbindet. Paulus spricht davon, dass der erhöhte Jesus uns zur Rechten Gottes vertritt (Röm. 8,34), und der Verfasser des Hebräerbriefes formuliert den gewichtigen Satz, die ganze himmlische Existenz des erhöhten Jesus Christus sei ein Eintreten für die Gemeinde (Hebr. 7,25).

Darin liegen Tiefe und Schönheit unseres interzessorischen Gebetes: Wir gewinnen Anteil an dem Tun, ja an der Existenzweise des erhöhten Herrn; wir werden einbezogen in sein priesterliches Amt! Wir lieben, leiden, kämpfen mit Jesus um seine Kirche. Wir geben unser Leben im Gebet hin, wie Jesus dies tat und tut.

2) Praktische Gestaltung

Wenn uns die Grundhaltung des interzessorischen Gebetes geschenkt worden ist, stellt sich die Frage nach der Praxis. Obwohl gerade sie unerschöpflich ist, lassen sich ein paar Markierungspunkte festhalten. Beim interzessorischen Gebet geht es um

a)… ein hörendes Beten

Gott selber möchte uns inspirieren, uns sagen, für welche Menschen, Gruppen, Vorgänge wir beten sollen. Beten ist immer Reaktion auf das, was wir von Gott her gehört haben. „Denn wir wissen nicht, was [!] wir beten sollen, wie es sich gebührt; der Geist selber tritt jedoch für uns ein …“ (Röm. 8,26). Bin ich bereit, mir von Gott zeigen zu lassen, für wen oder für was ich eintreten soll? Wer „gleichmäßig“ für jedermann und für alles betet, wird kaum eine konkrete Gebetserhörung erleben. Die Bitte: „Dein Wille geschehe …“ (Matth. 6, 10) oder: “ … doch nicht wie ich will, sondern wie du willst“ (Matth. 26,39) ist wenig brauchbar als Anhang unserer Gebete. Die Frage nach dem Willen Gottes hat ihren Platz vor all unseren Bitten. Wir brauchen von vornherein die Gewissheit, dass Gott unser Gebet in dieser oder jener Hinsicht wirklich will!

b) … ein konkretes Beten

Was wollen wir beim Gebet? Es ist sicherlich nicht falsch zu beten: „Herr, segne XY!“ Dann wird „Segen“ zum Inbegriff alles Positiven, das einem Menschen von Gott her zuteilwerden kann. Nur: Haben die Menschen der Bibel so gebetet ­ so fromm, aber so vage? Biblisches Gebet ist immer konkret! Warum z.B. fragt Jesus sogar den blinden Bartimäus, bei dem die Sachlage doch klar zu sein scheint: „Was willst du, das ich dir tun soll?“ (Mk. 10,51)? Eine konkrete Bitte äußern bedeutet, einer konkreten Erwartung Ausdruck zu verleihen! Wie werden wir je wissen, was Gott auf unser Gebet erwidert, wenn es nicht Ausdruck einer klaren Erwartung war? „Bittet, so wird euch gegeben; suchet, so werdet ihr finden; klopfet an, so wird euch aufgetan“ (Matth.7,7). Gebete sind, so lehrt es Jesus, auf Erhörung hin angelegt: dem Bitten korrespondiert ein Empfangen, dem Suchen ein Finden, dem Anklopfen die Öffnung einer Tür (Matth. 7,8). Bin ich bereit, vor Gott nach konkreten Gebetszielen zu fragen?

c)  … ein vertrauensvolles Beten

„Alles, was ihr bittet im Gebet, glaubt aber, dass ihr’s empfangen habt, so wird es euch zuteilwerden“ (Mk. 11,24). Wir empfangen im Glauben, nicht auf Grund von Vorsätzen oder Anstrengungen unsererseits. Praktisch kann ich mich fragen: Habe ich den Glauben, dass Gott meine augenblickliche Bitte erhört? Solcher Glaube ist nicht wie ein Gummiband, das sich beliebig dehnen lässt, sondern wie ein Muskel, der durch Übung kräftiger wird. Bin ich bereit, den Glauben, den Gott mir zurzeit gegeben hat, im Gebet auszuüben? Vielleicht hat mir Gott bisher noch nicht das Vertrauen schenken können, dass er die ganze Gemeinde erweckt. Werde ich auf der Basis des tatsächlichen Vertrauens beten? Es hat keinen Sinn, das eigene geistliche „Konto zu überziehen“. Erlaube ich Gott, meinen Glauben zu vermehren, indem ich das bereits geschenkte Vertrauen in Fürbitte umsetze?

d) … ein anhaltendes Beten

Wir lieben rasche Erfolge, auch beim Beten. Aber Gott möchte unser Vertrauen zu ihm testen. Oft tut er dies, indem er die Gebetserhörung verzögert. Hören wir dann auf zu beten? Erklären wir, dies oder jenes sei offenbar nicht Gottes Wille ­ obwohl Gott uns vorher eine innere Gewissheit geschenkt hatte? Jesus erzählte das Gleichnis von der bittenden Witwe (Luk. 18,1­5), um zum anhaltenden Gebet einzuladen. Der ungerechte Richter in seiner Geschichte erhört schließlich die Bitte der Witwe, als die Frau immer wieder mit ihrem Anliegen kommt. Wird Gott nicht erst recht seinem Volk zu Hilfe kommen, wenn es ihn Tag und Nacht anfleht?, fragt Jesus (Luk. 18,7). Tag und Nacht! Bin ich bereit, wieder und wieder für das Erkannte zu beten, bis die Erhörung sichtbar wird?

e)  … ein hingebungsvolles Beten

Wieviel persönliche Hingabe steckt in unseren Gebeten? Wieviel liegt uns daran, dass es zu dem kommt, was Gott möchte? Sind unsere Bitten Ausfluss unseres tiefsten Wollens? Paulus hat zu seiner Zeit das Unüberbietbare ausgesprochen: Er empfinde tiefen Schmerz und leide innerlich ununterbrochen, wenn er an seine israelitischen Volksgenossen denke. Er sei bereit, für ihre Rettung sogar die ewige Trennung von seinem geliebten Herrn Jesus Christus auf sich zu nehmen (Röm. 9,2­3). Sein betendes Ringen besaß tiefe Wurzeln in seiner Existenz. Wenn er betete, gab er sich selbst hin. Wir sind nicht Paulus. Kann aber ein interzessorisches Beten Früchte tragen, das nicht bewusst und hingebungsvoll für den anderen eintritt?

Für viele Menschen ist es hilfreich, sich ein Gebetstagebuch anzulegen. Hier werden konkrete Anliegen, die wir Gott nennen, schriftlich festgehalten. Ein Datum links hält den Beginn der Fürbitte, ein anderes rechts die Erhörung der Bitte fest. Ferner bleibt Raum sozusagen für „Zwischenergebnisse“. Es versteht sich von selbst, dass ein solches Tagebuch nur für den privaten Gebrauch gedacht ist. Es ist Ausdruck konkreter Glaubenserwartung und erleichtert sie.

„Evangelisches“ Fasten

Das interzessorische Gebet kann vertieft werden durch Fasten. Fasten ist, allgemein gesprochen, freiwilliger Verzicht auf von Gott erlaubte Dinge. Im engeren Sinne des Wortes ist Fasten erhebliche Einschränkung des Essens bzw. zeitweiser Totalverzicht auf Nahrungsaufnahme. Der Aufruf zum Fasten begegnet unter evangelischen Christen noch immer einem gewissen Unverständnis. Wozu soll so etwas gut sein? Ist das nicht eher alttestamentlich? Welche Christen (außer den Katholiken, „die’s ja müssen“) tun so etwas noch? Fühlt man sich am Ende nicht kraftlos und elend?

1) Geschichtlicher Rückblick

Es ist sehr ergiebig, auch in dieser Frage auf die Stimme des Neuen Testamentes und die Erkenntnisse der Reformatoren zu hören.

a) Jesus beginnt seine öffentliche Wirksamkeit mit einem 40tägigen Fasten in der Wüste (Matth.4 par.). Diese Entscheidung fügt sich nicht in den Rahmen des jüdischen Fastenbrauches. Offenbar steht dahinter die Erinnerung an das Fasten des Mose auf dem Sinai (2. Mose 34,28; 5. Mose 9,9). Ob Jesus während der Zeit seines öffentlichen Wirkens noch einmal in ähnlicher Weise gefastet hat, wissen wir nicht; dass er die jüdischen Fastentage einhielt, ist bei seiner sonstigen Haltung zum jüdischen Kultus überhaupt nicht zu bezweifeln. Auch für seine Hörer lehnt Jesus das Fasten nicht ab: Matth. 6,16 ff („Wenn ihr fastet …“) setzt voraus, dass freiwilliges Fasten für sie weiterhin in Frage kommt. Steht die Aussage in Mk. 2,18 ff im Gegensatz zum bisher Entdeckten? Jesus weist hier die Beschwerde, dass seine Jünger nicht wie die des Johannes und die Pharisäer fasten, zurück; er erklärt: Fasten in Gegenwart des Bräutigams wäre widersinnig. Die Gegenwart des Messias, die angebrochene Heilszeit, bedeutet Freude. Trauer und Fasten gehören in die Zeit des Wartens auf das Heil. „Von der messianisch­eschatologischen Mitte der Botschaft Jesu her gesehen, ist das Fasten etwas Überwundenes. Aber da Jesus von einer Zeitspanne zwischen Jetzt und Einst, zwischen dem Heilsanbruch mit seiner Erscheinung auf der Erde und der Heilsvollendung weiß, lässt er das Fasten ‚zwischen den Zeiten‘ bestehen.“[1]

b) Die Urkirche nimmt die Jüngerbelehrung Jesu auf. „Dass Christen sich freiwillig Fasten auferlegt hätten, hören wir aus dem 1. Jhdt. nicht. Aber die Sitte, Gebet durch Fasten zu bekräftigen, wird in den christlichen Brauch übernommen Ap 13,3 (bei der Aussendung der Missionare Barnabas und Paulus von Antiochia); 14,23 (bei der Einsetzung von Ältesten in den neugegründeten Gemeinden Südkleinasiens durch Paulus und Barnabas); die Propheten und Lehrer der antiochenischen Gemeinde bereiten sich auch durch Fasten in gemeinsamer Andacht … auf die Offenbarung des Geistes vor, die die abzuordnenden Missionare bestimmt, Ap 13,2.“[2] Paulus verwendet in 2. Kor. 6,5 und 11,27 den griechischen Ausdruck für Fasten; danach hätte er eine eigene Fastenpraxis bezeugt. Es ist aber auch möglich, dass der verwendete Ausdruck an diesen beiden Stellen den allgemeinen Sinn von Hungerleiden­Müssen hat.

c) Bis zum dritten Jahrhundert fastete man nach Aussage es Kirchenvaters Tertullian (ca. 160 ­ ca. 220) „freiwillig, nicht, weil es befohlen worden wäre“, danach wurde das Fasten zum Gesetz. Es würde zu weit führen, seine weitere Geschichte hier zu verfolgen. Für evangelische Christen ist wichtig: Die Reformatoren (Luther, Zwingli, Calvin) haben das Fasten nicht grundsätzlich abgelehnt, allerdings jede Gesetzlichkeit und Verdienstlichkeit bekämpft. Luther spricht positiv vom Fasten, wo er das Leben des Christen als Kampf mit sich selbst beschreibt. Zu den Mitteln dieses Kampfes gehören für ihn Fasten, Wachen, Beten, Arbeit. So erklärt er in der „Freiheit eines Christenmenschen“: „Da heben sich nun die Werke an, hie muß er nit müßig gehen, da muß fürwahr der Leib mit Fasten, Wachen, Arbeiten und mit aller mäßiger [d.h. angemessener] Zucht getrieben und geübt sein, daß er dem innerlichen Menschen und dem Glauben gehorsam und gleichförmig werde, nit hindere noch widerstrebe, wie seine Art ist, wo er nit gezwungen wird.“[3]

2) Gefahrenpunkte

Gerade wer, wie wir, an einer Erneuerung der Fastenpraxis interessiert ist; wer überzeugt ist, dass ein von Fasten begleitetes interzessorisches Beten unter einer besonderen Verheißung Gottes steht, muss realistisch auch die möglichen Gefahren sehen. Die Übung des Fastens kann Gefahren mit sich bringen …

a) … für das Gottesverhältnis

Der Fastende kann sein Tun als ein gutes Werk verstehen, das ihn Gott näherbringen soll. Er kann auf den Gedanken verfallen, Gott liebe ihn jetzt mehr und werde nun seine Gebete eher erhören als vor dem Fasten. Aber das Neue Testament belehrt uns, dass wir Gott durch Glauben gefallen, nicht auf Grund unserer Werke. Auch der Gebetszugang zu Gott wird uns durch Gnade geschenkt. Die Übung des Fastens soll nicht einer neuen Werkgerechtigkeit Vorschub leisten.

b) … für die Gemeinde

Die Erfahrung von Freiheit und Gelöstheit, das leichtere Abstreifen alter Bindungen kann zur Überheblichkeit gegenüber anderen Gliedern der Gemeinde führen. Ich kann meine positive Fastenerfahrung in eine allgemeine Forderung an die ganze Gemeinde ummünzen. „Wer nicht wie ich fastet, meint es nicht wirklich ernst mit dem Gebet.“ Erinnern wir uns: Fasten wird im Neuen Testament geübt, aber nirgends im eigentlichen Sinne geboten. Es führt zur Gesetzlichkeit und irgendwann zu neuen Spaltungen in der Gemeinde, wenn Fasten von jedem Christen verlangt wird.

c) … für die „geistliche Kampfführung“

Beim Fasten geht es primär um die Disziplinierung des körperlichen Bereiches. In dieser Hinsicht bekomme ich mich besser in die Hand. Dies kann zu dem Missverständnis führen, als sei der geistliche Kampf des Christen in erster Linie ein Kampf gegen die Übermacht des Leiblichen. In Wirklichkeit gibt es neben den aus dem Körper stammenden Hindernissen des Glaubens die Gefährdungen durch die eigene Seele und die Anfechtungen des Geistes. Wo alle Konzentration sich auf die „Beherrschung unserer Triebe“ richtet, wird der Christ blind für andere Schliche des Bösen.

d)… für die eigene Gesundheit

Längeres, d.h. mehr als ein bis drei Tage andauerndes Fasten kann u.U. zu gesundheitlichen Risiken führen. Sie lassen sich bei ausreichender Information bzw. Begleitung von medizinischer Seite vermeiden. Vorsicht vor Übertreibungen und dem Ehrgeiz, möglichst lange zu fasten! Während viele einen Monat und länger ohne jeden gesundheitlichen Schaden völlig auf Nahrung verzichten können, ist für andere das Fasten gesundheitlich überhaupt bedenklich. Hier kann der Arzt weiterhelfen.

Ich spreche von den möglichen Gefahren des Fastens in ähnlicher Absicht, wie Autofahrer in der Verkehrserziehung auf eventuelle Bedrohungen hingewiesen werden. Nur wenige Leute lassen sich durch den Hinweis auf solche Gefährdungen vom Autofahren überhaupt abhalten.

3) Positive Bedeutung

Was Fasten für den Beter positiv bedeutet, hat z.B. Dietrich Bonhoeffer formuliert. „Jesus setzt als selbstverständlich voraus, dass die Nachfolgenden die fromme Übung des Fastens halten … Solche Übungen haben den einzigen Zweck, den Nachfolgenden für den ihm befohlenen Weg und für das ihm befohlene Werk bereiter und freudiger zu machen … Das satte Fleisch betet nicht gern und schickt sich nicht zum entsagungsvollen Dienst. Wo immer der Christ erkennt, dass er in seinem Dienst versagt, dass seine Bereitschaft erlahmt …, dass seine Freude an Gott ihm ermattet, dass die Kraft zum Gebet nicht mehr da ist, dort wird er den Angriff auf sein Fleisch unternehmen, um sich durch Übung, durch Fasten und Beten (Lk. 2,37; Mk. 9,29; 1. Kor. 7,5) zu besserem Dienst zu bereiten. Der Einwand, der Christ müsse statt zur Askese seine Zuflucht zum Glauben, zum Wort nehmen, bleibt völlig leer. Er ist unbarmherzig und ohne helfende Kraft.“[4]

Werden wir uns einem „Fasten und Beten“ öffnen, das sich der geistlichen Erneuerung unserer Kirche verschrieben hat? Sind wir bereit, als Einzelne und als Gemeinschaft einen solchen Dienst zu übernehmen? Werden wir vertrauensvoll und zielstrebig kämpfen?

Anmerkungen

[1] Johannes Behm in: Theologisches Wörterbuch zum Neuen Testament, Bd. IV, S.933.

[2] Johannes Behm, a.a.O., S.933 f.

[3] D. Martin Luthers Werke, Weimarer Ausgabe (WA) 7, 30, 15

[4] Dietrich Bonhoeffer, Nachfolge. München 1958, 6 . Aufl., S.108 f.

Literaturhinweise

a) Anregend und illustrativ für die geistliche Praxis:

Derek Prince: Die Waffe des Betens und Fastens, Verlagsgemeinschaft Jugend mit einer Mission e.V./Junge Gemeinde/Präsenz, 1. Aufl.1980 (Taschenbuch)

Arthur Wallis: Ein Fasten, das Gott gefällt, Herold­ Verlag, Frankfurt (Taschenbuch)

b) Im Blick auf die gesundheitliche Seite (bei längerem Fasten unverzichtbar):

Lützner: Wie neugeboren durch Fasten, Gräfe und Unzer Verlag, München, (Paperback)

Dieser Artikel erschien erstmals in: Rundbrief der Charismatischen Gemeinde-Erneuerung in der evangelischen Kirche, 11, Februar 1982, S. 3-7. Überarbeitung 2016

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